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Begleiter von Betelgeuse fotografiert?
Redaktion
/ idw / Pressemitteilung der Universität Köln astronews.com
28. Juli 2026
Mithilfe des Very Large Telescope (VLT) wurde der
bislang überzeugendste Hinweis dafür gefunden, dass Betelgeuse, einer der
hellsten und am häufigsten beobachteten Sterne am Nachthimmel, einen Begleiter
hat. Den Forschenden gelang es, neben dem Riesenstern einen schwachen Lichtpunkt
abzubilden. Dieses Betelgeuse B genannte Objekt könnte ein Begleiter von
Betelgeuse sein.

VLT-Aufnahme des möglichen Begleiters von
Betelgeuse. Position und Größe von Betelgeuse ist
durch einen Kreis markiert, der potentielle
Begleiter Betelgeuse B mit einem Kreuz.
Bild: ESO / M. Montargès et al. [Großansicht] |
Seit Jahrzehnten hat die Wissenschaft darüber spekuliert, ob Betelgeuse einen
stellaren Begleiter haben könnte, doch bislang blieb jede Suche ergebnislos,
oder lieferte keine eindeutigen Resultate. Die jetzt vorgestellte Studie aber
ist der bislang stärkste direkte Beweis dafür, dass Betelgeuse sein Leben von
Beginn an mit einem viel kleineren Stern teilt, dessen Licht bisher lediglich zu
schwach war, um es aus dem gleißenden Licht des Riesensterns herauszuheben.
Betelgeuse (Alpha Ori) ist der helle, rötliche Stern, der die Schulter des
Sternbilds Orion bildet und von fast jedem Ort auf der Erde mit bloßem Auge
sichtbar ist. Dieser rote Überriese nähert sich dem Ende seines Lebens und ist
so gewaltig, dass seine Oberfläche – befände er sich an der Stelle unserer Sonne
– bis zum Jupiter reichen würde. In den Jahren 2019 und 2020 machte Betelgeuse
weltweit Schlagzeilen, als er plötzlich drastisch an Helligkeit einbüßte – das
sogenannte "Great Dimming". Dieses führte zu Spekulationen, Betelgeuse könne
kurz davorstehen, als Supernova zu explodieren. Doch dann stellte sich heraus,
dass der Stern eine Staubwolke ausgestoßen hatte, die ihn vorübergehend
verdunkelte. 2607-021a.shtml
"Einen kleinen Begleitstern neben Betelgeuse zu entdecken, ist ein bisschen
wie der Versuch, ein Glühwürmchen neben einem Leuchtturm zu fotografieren. Die
Helligkeit von Betelgeuse überstrahlt das schwache Signal völlig", erklärt sagt
Dr. Emma Bordier vom Institut für Astrophysik der Universität zu Köln. Bordier
hat die Beobachtungsstrategie mit erarbeitet, die den Nachweis erst ermöglichte.
Dem Team gelang es, Betelgeuse direkt abzubilden – also das Licht des Sterns
selbst zu erfassen – und zwar mithilfe des SPHERE-Instruments am Very Large
Telescope der Europäischen Südsternwarte ESO in der chilenischen
Atacamawüste.
Dazu kombinierten die Forschenden eine Reihe extrem scharfer Bilder mit
hochentwickelten Bildverarbeitungstechniken, um den matten Begleitstern zu
enthüllen, der im gleißenden Licht des Riesensterns verborgen war. Die
Forschenden beobachteten Beteigeuze in den Nächten vom 3. und 6. Dezember 2024.
Dieser Zeitpunkt wurde gewählt, weil frühere Arbeiten vorausgesagt hatten, dass
der hypothetische Begleiter zu dieser Zeit von der Erde aus gesehen am weitesten
vom Stern entfernt und daher am leichtesten zu erkennen sein würde. Das Team
stellte fest, dass Betelgeuse B ein junger Stern ist, der massereicher ist als
prognostiziert. Ursprünglich ging man davon aus, dass er etwa so massereich wie
die Sonne sei; die neuen Beobachtungen zeigen jedoch, dass Betelgeuse B etwa das
Zwei- bis Dreifache der Sonnenmasse besitzt.
Um formal nachzuweisen, dass Betelgeuse B gravitativ an Betelgeuse gebunden
ist und es sich nicht um einen zufällig in derselben Sichtlinie liegenden, nicht
mit ihm verbundenen Stern handelt, müssen die Astronominnen und Astronomen ihn
voraussichtlich im kommenden Jahr erneut auf der gegenüberliegenden Seite seiner
Umlaufbahn beobachten. Die vom Team für das Sternenpaar abgeleitete minimale
Umlaufzeit von mindestens 5,5 bis 5,9 Jahren stimmt gut überein mit einem lange
bekannten, aber kaum verstandenen, etwa sechsjährigen Helligkeitszyklus von
Beteigeuze – seiner "langen sekundären Periode".
Dies lässt vermuten, dass der langsame Puls des Sterns, der alle sechs Jahre
an Helligkeit ab- und wieder zunimmt, zumindest teilweise ein Hinweis auf diesen
Begleiter sein könnte, der den Hauptstern auf seiner Umlaufbahn umrundet – eine
Thema, das das Team mit Folgebeobachtungen genauer untersuchen möchte.
Der mögliche Nachweis von Betelgeuse B wirft zudem die Frage auf, wie der
Begleiter die erwartete Supernova-Explosion von Betelgeuse beeinflussen könnte.
"Wir müssen herausfinden, ob dieser Begleiter einen Einfluss auf die Entwicklung
des roten Überriesen haben wird", so Dr. Miguel Montargès vom Observatoire
de Paris - PSL, der die Studie leitete.
Über die Entdeckung berichtet das Team in einem Fachartikel der in der
Zeitschrift Astronomy & Astrophysics erschienen ist.
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