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Die Getränkedosen-Satelliten starten wieder
Redaktion
/ Pressemitteilung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e. V. astronews.com
10. März 2026
In dieser Woche stellen Schulteams aus ganz Deutschland ihre
selbstgebauten Minisatelliten beim 12. Deutschen CanSat-Wettbewerb in Bremen
vor. Die Minisatelliten haben die Größe einer Getränkedose und enthalten
unterschiedliche wissenschaftliche Missionen. Höhepunkt des Wettbewerbs ist der
Raketenstart am morgigen Mittwoch.

Start einer CanSat-Rakete vom Flugplatz
Rotenburg (Wümme).
Foto: DLR (CC BY-NC-ND 3.0) [Großansicht] |
Eine Woche im Zeichen der Nachwuchsraumfahrt: Vom 9. bis 13. März 2026
treffen sich die zehn ausgewählten Schulteams aus ganz Deutschland zur
Startkampagne des 12. Deutschen CanSat-Wettbewerbs, den das Deutsche Zentrum für
Luft- und Raumfahrt (DLR) mitorganisiert. Fünf Tage lang präsentieren die
Schülerinnen und Schüler ihre selbst entwickelten Minisatelliten in Bremen,
tauschen sich mit Fachleuten aus Wissenschaft und Industrie aus und erleben
Raumfahrt hautnah. Höhepunkt der Startkampagne ist der Raketenstart am 11. März
2026 am Flugplatz Rotenburg (Wümme).
Monatelang haben die Teams an ihren sogenannten CanSats, "Mini-Satelliten" in
der Größe einer Getränkedose, gearbeitet. Von der ersten Missionsidee über
Konstruktion, Programmierung und Tests bis hin zur Finanzplanung verantworteten
die Schülerinnen und Schüler ihr Projekt eigenständig. Neben der verpflichtenden
Primärmission der Messung von Luftdruck und Temperatur während des Fluges
entwickelten die Teams eine eigene Sekundärmission mit individueller
wissenschaftlicher oder technischer Fragestellung. Diese reicht von Umwelt- und
Klimamessungen über autonome Navigationskonzepte bis hin zu innovativen
technischen Experimenten.
Den Auftakt der Wettbewerbswoche bildet die Eröffnungsveranstaltung. Am
zweiten Tag präsentieren die Teams ihre Missionen vor der Jury des Deutschen
CanSat-Wettbewerbs und stellen ihre technischen sowie wissenschaftlichen
Zielsetzungen vor. Anschließend werden die Minisatelliten auf die Einhaltung
aller Richtlinien, beispielsweise Maße und Gewicht, geprüft und für den Start
freigegeben. Am Mittwoch, 11. März 2026, findet der Höhepunkt statt: Vom
Flugplatz Rotenburg (Wümme) steigen die Modellraketen mit den CanSats auf rund
700 Meter Höhe. Nach dem Auswurf entfalten sich die Fallschirme und die
Minisatelliten beginnen ihren Sinkflug, wobei sie kontinuierlich Messdaten
erfassen. Nach der Landung sichern die Teams ihre Daten, analysieren die
Ergebnisse und bereiten ihre Abschlusspräsentationen vor.
Im Rahmen der Ergebnispräsentationen stellen die Schülerinnen und Schüler der
Jury ihre ausgewerteten Messdaten vor. Hier zeigt sich, wie gut Konstruktion,
Programmierung und Testphase funktioniert haben. Wie in der realen Raumfahrt
kann jedoch nicht jede Mission erfolgreich verlaufen. In solchen Fällen
präsentieren die Teams eine fundierte Fehleranalyse und erläutern, wodurch
mögliche Probleme entstanden sind und wie diese bei einer künftigen Mission
technisch behoben werden können. Mit der feierlichen Abschlussveranstaltung am
13. März 2026 endet die Wettbewerbswoche. Dann wird das Siegerteam gekürt.
Unabhängig vom Ergebnis nehmen alle Teilnehmenden wertvolle Erfahrungen mit:
technisches Know-how, Teamkompetenz und die Erkenntnis, dass große Ideen auch im
Kleinformat starten können.
Der Deutsche CanSat-Wettbewerb wird von der NextGen Space Education gUG im
Auftrag von ESERO Germany, dem deutschen Bildungsbüro der Europäischen
Weltraumorganisation (ESA), koordiniert und gemeinsam mit nationalen sowie
regionalen Projektbeteiligten umgesetzt. Zu den beteiligten Institutionen zählen
unter anderem ArianeGroup, Bevuta IT, CGI Space, das Deutsche Zentrum für Luft-
und Raumfahrt (DLR), DSI Aerospace, die Innovationsplattform ECOMAT, das
Institute of Aerospace Technology (IAT) der Hochschule Bremen, Space Rocket
Technology, das Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation
(ZARM) der Universität Bremen sowie das Geographische Institut der
Ruhr-Universität Bochum. Gefördert wird der Wettbewerb unter anderem durch OHB
Bremen.
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