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Sonnensystem mit Braunem Zwerg
Redaktion / idw / Universität Jena
astronews.com
28. August 2006
Astronomen der Universität in Jena haben einen Braunen Zwerg
um einen Stern entdeckt, der den Forschern schon länger als Zentralstern eines
extrasolaren Planetensystems bekannt war. Der Fund ist der bisher
leuchtschwächste Begleiter eines Planeten-Muttersterns, der direkt nachgewiesen
wurde.

Der helle Planeten-Mutterstern HD 3651 und sein leuchtschwacher
Begleiter. Dieses Bild wurde im Juni 2006 mit der Infrarotkamera
SofI am 3.58 m New Technology Telescope der Europäischen
Südsternwarte (ESO) aufgenommen. Foto: FSU/ESO |
Noch sind sie eine Rarität im uns bekannten Universum: Sterne, um die
Planeten kreisen. Außerhalb unseres Sonnensystems sind bis heute gerade einmal
rund 150 solcher Planeten-Muttersterne bekannt. Astronomen der
Friedrich-Schiller-Universität Jena beteiligen sich bereits seit Jahren
erfolgreich an der Jagd nach Planeten und erforschen die Eigenschaften der dabei
entdeckten Planeten-Muttersterne.
"Wir untersuchen, ob es sich bei den Planeten-Muttersternen jeweils um
Einzelsterne oder um Mehrfachsternsysteme handelt", erläutert Prof. Dr. Ralph
Neuhäuser. "Das liefert uns wichtige Hinweise darüber, wie der
Planetenentstehungsprozess bei Einzelsternen bzw. in Sternensystemen abläuft".
Dabei ist dem Inhaber des Lehrstuhls für Astrophysik an der Universität Jena und
seinem Team nun ein ganz besonderer Fang ins Netz gegangen: ein Brauner Zwerg,
der den Stern HD 3651 umkreist. "Dabei handelt es sich um den bisher
leuchtschwächsten Begleiter eines Planeten-Muttersterns, der direkt - also
fotografisch - nachgewiesen wurde", ordnet Prof. Neuhäuser die Jenaer Entdeckung
ein. HD 3651 ist etwa 36 Lichtjahre von uns entfernt und befindet sich im
Sternbild Fische.
Für ihre Forschungen beobachten die Astronomen von der Jenaer Universität
bekannte Planeten-Muttersterne über mehrere Jahre. Auf den aufgenommenen Bildern
halten sie dann nach Objekten in der Nähe der Muttersterne Ausschau und prüfen,
ob sich diese Objekte mit den Sternen mitbewegen. Auf diese Weise wurde HD 3651
in den vergangenen drei Jahren sowohl mit dem New Technology Telescope
der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile und dem United Kingdom Infrared
Telescope auf Hawaii beobachtet und sein dunkler Begleiter entdeckt.
HD 3651 B, so der Name des neu entdeckten Begleiters, gehört mit einer Masse,
die zwischen dem 20- bzw. 60fachen der Jupitermasse liegt, zur Gruppe der
Braunen Zwerge. Diese Objekte nehmen eine Zwischenstellung zwischen Sternen und
Planeten ein. "Braune Zwerge haben nicht genug Masse, um mittels Kernfusion
kontinuierlich in ihrem Inneren Energie zu produzieren, wie es etwa unsere Sonne
tut", erklärt Markus Mugrauer, Doktorand am Lehrstuhl für Astrophysik der Jenaer
Universität und einer der Entdecker von HD 3651 B. "Deshalb ist es so schwierig
Braune Zwerge überhaupt aufzuspüren". Gerade einmal 500 bis 600 Grad Celsius
beträgt die Temperatur an der Oberfläche des neu gefundenen Begleiters und seine
Leuchtkraft ist etwa 300.000 Mal geringer als die unserer Sonne. Damit ist HD
3651 B einer der leuchtschwächsten Braunen Zwerge, die bisher in der
Sonnenumgebung aufgespürt werden konnten.
Ihre Ergebnisse publizierten die Jenaer Forscher und ihre Kooperationspartner
von der ESO und der Universität Tel Aviv gerade im Fachjournal Monthly
Notices of the Royal Astronomical Society. Außerdem stellten sie HD 3651 B
am vergangenen Mittwoch bei der Generalversammlung der Internationalen
Astronomischen Union in Prag erstmals der Öffentlichkeit vor.
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