|
Bald größere
Besatzung im All?
Redaktion
astronews.com
26. Juli 2004
Am
vergangenen Freitag diskutierten die Chefs der an der Internationalen
Raumstation beteiligten Raumfahrtagenturen die Zukunft des Außenpostens im All.
Wichtigstes Ergebnis: Der Bau der ISS soll bis 2010 abgeschlossen sein und man
will versuchen, möglichst frühzeitig eine größere ISS-Besatzung zu ermöglichen -
ein wichtiger Schritt hin zu intensiverer Forschung im Erdorbit.

Die ISS in ihrer jetzigen Ausbaustufe. Foto:
NASA |
Die Leiter der Raumfahrtagenturen der USA, Russlands, Japans, Europas und
Kanadas sind am 23. Juli 2004 im ESA-Weltraumforschungs- und technologiezentrum
(ESTEC) im niederländischen Noordwijk zu Beratungen über die Zusammenarbeit bei
der Internationalen Raumstation (ISS) zusammengekommen. Bei diesem Treffen
billigten die ISS-Partner einstimmig die technische Konfiguration der Station.
Die neue ISS-Konfiguration soll bis Ende dieses Jahrzehnts abgeschlossen werden
und dann mit orbitalen Komponenten jedes einzelnen Partners eine erhöhte Nutzung
sowie frühe Gelegenheiten für eine größere Mannschaft als die bisherigen drei
Mitglieder bieten.
Die Zustimmung der ISS-Partner zu dieser Konfiguration liefert die Grundlage für
die programmatischen und finanziellen Planungen eines Transport- und
Logistikrahmens zur Unterstützung des Zusammenbaus und des Betriebs der ISS.
Dieser Rahmen wird auf russischen Sojus-Raumfahrzeugen, dem
US-Raumtransporter, den von den russischen Progress-Fahrzeugen gebotenen
Nachschub- und Bahnanhebungskapazitäten und den von Europa und Japan
bereitzustellenden Transferfahrzeugen ATV und HTV beruhen.
Die Partner haben ferner vereinbart, dass - nach Rückkehr zum normalen
ISS-Flugprogramm im Jahr 2005 - die Möglichkeiten geprüft werden soll, den Start
der Forschungsmodule Japans und Europas, JEM (Kibo) und Columbus,
zeitlich vorzuziehen, und einen besonderen Zeitplan zur Vergrößerung der
Bordmannschaft festzulegen. Zudem soll es auch im Jahr 2005 eine ununterbrochene
menschliche Präsenz auf der ISS geben. Nach weiteren Vereinbarungen über die
jeweiligen Verantwortlichkeiten für die ISS soll beim nächsten Treffen der
Leiter der Raumfahrtagenturen Anfang 2005 eine endgültige Einigung über die
ISS-Konfiguration erfolgen.
Während ihrer Beratungen bekräftigten die Agenturleiter ihr Engagement für die
beispiellose internationale Zusammenarbeit, die das ISS-Programm prägt. Sie
würdigten insbesondere die beträchtlichen Anstrengungen Russlands, das
angesichts des gegenwärtigen Startverbots für US-Raumtransporter die Beförderung
von Mannschaften und Versorgungsgütern zur ISS allein durchführt, um eine
menschliche Präsenz im All zu gewährleisten. Außerdem sprachen sie der NASA
Anerkennung für ihre unablässigen Bemühungen um eine sichere Wiederaufnahme der
Raumtransporterflüge im März 2005 als bedeutender Schritt für die Fortsetzung
des Zusammenbaus und Betriebs der Raumstation aus.
 |
|
ISS - die astronews.com
Berichterstattung über die Internationale Raumstation
Astolinks:
ISS |
|