Insgesamt sechs große Missionen zum Mars wünscht sich die
amerikanische Weltraumbehörde NASA noch in diesem Jahrzehnt und auch nach
2010 soll die Erforschung unseres Nachbarplaneten weitergehen. Das folgt
aus einem Programmentwurf für die nächsten 20 Jahre Marsforschung, den
die NASA gestern vorstellte. Einen bemannten Flug zum roten Planeten ist
danach allerdings nicht geplant. Nur Bodenproben sollen zur Erde geholt
werden.

So
könnte ein Flugzeug im Rahmen der Scout-Missionen auf dem Mars
aussehen. Darstellung:
NASA/JPL |
Während der
letzten sechs Monate hat man in Amerika intensiv darüber nachgedacht, wie
ein zukünftiges Marsprogramm angesichts der Rückschläge des letzten
Jahres aussehen kann. Das Ergebnis ist eine wahre Invasion von Landern
und Satelliten, die helfen sollen, Antworten auf die interessantesten
Fragen der Wissenschaft in Bezug auf den Mars zu geben: Gibt oder gab es
Wasser auf dem Mars und existierte oder existiert dort irgendeine Form von
Leben?
Nach der
schon fest für das nächste Jahr geplanten 2001 Mars Odyssey und
der Mission der beiden Marsrover 2003, soll es im Jahr 2005 mit dem Start
einer leistungsstarken wissenschaftlichen Sonde, dem Mars
Reconnaissance Orbiter, weitergehen, der dort weiterforscht, wo
der jetzt um den Mars kreisende Mars Global Surveyor aufgeben muss.
So soll der Reconnaissance Orbiter über ein Auflösungsvermögen
verfügen, das noch 20 bis 30 Zentimeter große Strukturen auf dem Mars
erkennen kann.
Für das Jahr 2007
wünscht sich die NASA ein großes mobiles wissenschaftliches Laboratorium, das
über eine lange Reichweite und ein große Lebensdauer verfügen soll. Zudem
will die amerikanische Weltraumbehörde eine neue Scout-Missionen
genannte Form von Projekten einführen, die aus Vorschlägen von
Wissenschaftlern ausgewählt werden sollen. Bei solchen Scout-Missionen
könne es sich um kleinere Lander oder etwa um Marsflugzeuge handeln. Die erste
dieser Scout-Missionen ist für 2007 geplant.
Für das
nächste Jahrzehnt hat die NASA weitere Orbiter, Rover und Lander
konzipiert und will zudem die Möglichkeit untersuchen, Instrumente zum
Mars zu schicken, die sich weit in die Marserde hinbohren können. Eine
Bodenprobe des roten Planeten könnten zwei Missionen in den Jahren 2014
und 2016 zurückbringen, obwohl es schon Überlegungen gibt, dies bereits
2011 zu versuchen.
Bei ihrem
Mars-Programm baut die NASA zudem auf internationale Kooperation. So
hätten neben anderen Ländern vor allem Italien und Frankreich ihr
Interesse an einer Beteiligung bekundet. "Unsere wissenschaftliche
Strategie für dieses neue Programm ist, dass wir zunächst aus dem Orbit
nach den interessantesten Plätzen suchen und dann dort auf den Boden
weitermachen", erläutert Dr. Jim Garvin, am NASA-Hauptquartier für
das Marsprogramm zuständig. "Das neue Programm gibt uns die
Möglichkeit der Auswahl der vielversprechendsten Instrumente und
Untersuchungen in jeder Phase und erlaubt uns zudem die Öffentlichkeit
dank leistungsfähiger Kommunikation über jede Mission informiert zu
halten."