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MYON
Verhalten im Einklang mit Standardmodell
Redaktion / idw / Pressemitteilung des Forschungszentrums Jülich
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27. April 2026

Die magnetischen Eigenschaften des Myons beschäftigen die Elementarteilchenphysik schon länger, hatten doch hartnäckige Diskrepanzen zwischen Theorie und Experiment auf die mögliche Existenz einer neuen Physik jenseits des Standardmodells der Teilchenphysik hingewiesen. Neue Berechnungen haben jetzt aber die Unstimmigkeiten zwischen Theorie und Experiment beseitigt.

Myon g-2

Das Experiment Myon g-2 am Fermilab in den USA. Foto: Fermilab / Reidar Hahn  [Großansicht]

Das Myon ist ein Elementarteilchen – ein kurzlebiger, schwererer "Verwandter" des Elektrons. Seit mehr als 20 Jahren beschäftigt die Fachwelt eine kleine, aber hartnäckige Diskrepanz zwischen theoretischen Vorhersagen und hochpräzisen Messungen des magnetischen Verhaltens des Myons – ein Hinweis auf die mögliche Existenz einer neuen Physik jenseits des Standardmodells der Teilchenphysik. Zu einem Wendepunkt kam es im Jahr 2021: Eine neue Berechnung eines internationalen Teams, an dem auch Forschende aus Jülich beteiligt waren, brachte die theoretische Vorhersage wesentlich näher an den experimentellen Wert heran und stellte damit frühere Interpretationen der Abweichung infrage.

Aufbauend auf dieser Arbeit hat das Team die Berechnungen weiter verfeinert, dadurch eine höhere Genauigkeit erzielt – und Theorie und Experiment nahezu perfekt in Einklang gebracht. Das neue Ergebnis reduziert die Unsicherheit um den Faktor 1,6 und ist damit fast doppelt so präzise wie frühere Berechnungen. Die aktualisierte Vorhersage stimmt nun innerhalb von 0,5 Standardabweichungen mit neuesten experimentellen Messungen überein und liefert damit eine Bestätigung des Standardmodells auf elf Nachkommastellen genau.

"Die Übereinstimmung zwischen Theorie und Experiment ist eine äußerst wichtige Überprüfung des Standardmodells", erklärt Prof. Kálmán Szabó vom Jülich Supercomputing Centre, der den Jülicher Beitrag koordiniert hat. "Auf der theoretischen Seite fließen alle fundamentalen Wechselwirkungen ein – elektromagnetische, schwache und starke – was sehr unterschiedliche und oft hochkomplexe Rechenmethoden erfordert."

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Das Zusammenführen dieser Beiträge zu einem einzelnen Wert, welcher der Versuchsgenauigkeit entspricht, stellt eine erhebliche rechnerische Herausforderung dar. Zur Einordnung: Die experimentelle Genauigkeit erreicht ein Niveau, bei dem die Messunsicherheit bei der Bestimmung des Körpergewichts eines Menschen in der Größenordnung einer einzelnen Wimper liegt. Damit setzt es neue Maßstäbe für die Rechenpräzision.

Kernstück des neuen Ansatzes ist eine hochgradig exakte Berechnung des bislang unsichersten Teils der theoretischen Vorhersage, welcher mit der starken Wechselwirkung des Standardmodells zusammenhängt. Die Berechnungen wurden größtenteils auf Jülicher Supercomputern durchgeführt, darunter JUWELS, JURECA und JUPITER – Europas erster Exascale-Supercomputer – die alle am Jülich Supercomputing Centre betrieben werden. "Dieser Teil ist äußerst schwer mit hoher Präzision zu berechnen, weil die starke Wechselwirkung über alle Energieskalen hinweg erfasst werden muss", so Prof. Zoltan Fodor, dessen ERC Advanced Grant das Jülicher Forscherteam ebenfalls unterstützte.

Um diese Herausforderung zu bewältigen, nutzten die Forschenden einen hybriden Ansatz, bei dem sie modernste Gitter-Quantenchromodynamik-Simulationen (QCD) mit sorgfältig ausgewählten experimentellen Daten aus Elektron-Positron-Kollisionen über verschiedene Energiebereiche hinweg kombinierten. Dieses Vorgehen ermöglicht eine Präzision, die keine der beiden Methoden für sich allein erreichen könnte. Im Ergebnis lässt sich das Verhalten des Myons nun vollständig im Rahmen des Standardmodells der Teilchenphysik beschreiben – ohne Hinweise auf bisher unbekannte physikalische Phänomene.

Über ihre Ergebnisse berichtet das Team in einem Fachartikel, der in der Zeitschrift Nature erschienen ist.

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siehe auch
Myon G-2: Hervorragende Übereinstimmung von Theorie und Experiment -5. Juni 2025
Myonen: Neue Berechnung bestätigt Standardmodell der Teilchenphysik - 7. Januar 2025
Myon G-2: Messungen zur Suche nach neuer Physik werden genauer - 15. August 2023
Links im WWW

Boccaletti, A. et al. (2026): Hybrid calculation of hadronic vacuum polarization in muon g − 2 to 0.48%, Nature, https://doi.org/10.1038/s41586-026-10449-z
Forschungszentrum Jülich 
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