Im Rahmen des 2MASS-Projektes (2 Micron All Sky Survey) entdeckten Astronomen
jetzt die kühlsten "Braunen Zwerge", die je beobachtet wurden. Diese
"Möchtegern-Sterne" haben nicht genug Masse, um nukleare Brennprozesse im
Inneren zu starten, sind aber massereicher als Planeten und kreisen auch nicht um einen
anderen Stern.
"Durch diese Beobachtungen rückt die stellare Astrophysik und die
Planetenforschung recht eng zusammen," unterstreicht Adam Burgasser vom
"California Institute of Technology (Caltech)" in Pasadena die Bedeutung dieser
Entdeckung. Zusammen mit Dr. Davy Kirkpatrick ist er auf der Jagd nach diesen
"Braunen Zwergen", die erst in den letzten Jahren in größerer Zahl
nachgewiesen werden konnten.
Der Fund gelang nach Durchsicht von Millionen von Himmelsobjekten auf Aufnahmen, die im
Rahmen des 2MASS-Projektes gemacht wurden. Bei diesem Projekt soll der gesamte Himmel im
nahen Infrarot-Bereich lückenlos aufgenommen werden. Die entdeckten "Braunen
Zwerge" waren zu kalt, um mit dem bloßen Auge erkannt zu werden - aber im Infraroten
waren sie sichtbar.
Nach diesem ersten Fund wurde die Objekte genauer unter die Lupe genommen: Mit Hilfe
des Keck-Teleskops auf dem Manua Kea auf Hawaii, suchte Caltech-Assistenzprofessor Michael
Brown nach Methan auf den "Braunen Zwerg"-Kandidaten. Das Auffinden dieses
Elementes gilt als sicheres Indiz für einen "Braunen Zwerg" mit extrem
niedriger Temperatur. Methan entsteht nämlich erst in Objekten, die kühler als 900 Grad
Celsius sind.
Das Auffinden so kühler und recht schwer sichtbarer Vertreter dieser kosmischen
Objekte hat noch ganz andere Implikationen: Die jetzt gefundenen "Braunen
Zwerge" sind lediglich 30 Lichtjahre von der Erde entfernt. "Da unsere Teleskope
nur die nächsten Exemplare beobachten können, muß die gesamte Milchstraße voll von
ihnen sein," folgerte Kirkpatrick.
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