Wissenschaftler stellten jetzt eine detaillierte 3D-Karte des Mars vor, die mit
Hilfe der Sonde "Mars Global Surveyor" gewonnen wurde. Sie wird, da sind sich
die Forscher sicher, das Verständnis des Mars für die nächsten Jahre erheblich
beeinflussen. Mit dieser Karte ist der rote Planeten genauer untersucht als einige
Regionen der Erde.
Die Karte, erstellt aus insgesamt 27 Millionen Messungen mit dem "Mars Orbiter
Laser Altimeter" (MOLA) an Bord der Sonde "Mars Global Surveyor", dürfte
zu einer Art Referenzbuch für Marsforscher werden. "Sie wird bestimmt jede Menge
neue Erkenntnisse über die geologische Geschichte des Platteten liefern und auch
aufzeigen, wie einmal Wasser über die Marsoberfläche geströmt ist", zeigte sich
NASA-Wissenschaftler Dr. Carl Pilcher überzeugt.
Das Überraschendste an der Karte ist der dramatische Unterschied zwischen der
nördlichen und der südlichen Hemisphäre des Mars: Während der Norden relativ niedrig
ist und keine gewaltigen Höhenunterschiede aufweist, ist der Süden mit Kratern
überzogen. Außerdem liegt der Süden im Schnitt rund fünf Kilometer höher als der
Norden. Die nördliche Hemisphäre, das legen zumindest die MOLA-Daten nahe, wird sich
durch interne geologische Prozesse in der Frühphase des Mars zu dem entwickelt haben, was
sie heute ist.
Besonders eindrucksvoll im Süden ist der Krater "Hellas": Er ist fast neun
Kilometer tief und könnte damit den höchsten Berg der Erde - den Mount Everest - locker
aufnehmen. Auch sein Durchmesser ist gigantisch: Er beträgt 2.100 Kilometer. Umgeben ist
der Krater von einem bis zu zwei Kilometer hohen Ring aus Material, das wahrscheinlich
beim Einschlag aus dem Krater geworfen wurde. Es erstreckt sich bis zu 4.000
Kilometer vom Kratermittelpunkt. Würde man dieses Material auf die USA verteilen, reichte
das für eine 3,5 Kilometer dicke Schicht. Dies ist einer der Hauptgründe, für den
Höhenunterschied zwischen Nord- und Südhalbkugel.
Diese Höhenunterschiede führen logischerweise auch zu einem Gefälle, was den Verlauf
des Wassers in der frühen Geschichte des Mars entscheidend beeinflußt haben dürfte.
Auch die noch heute vorhandene Wassermenge auf dem roten Planeten kann mit den MOLA-Daten
abgeschätzt werden: Die Karte legt nahe, daß Nord- und Südpol des Mars doch nicht so
verschieden sind wie sie zunächst aussehen. Das würde bedeuten, daß er Südpol
zusätzlich zu seinem Kohlendoixideis auch Wassereis aufweist.
Somit können die Wissenschaftler die maximale Wassermenge auf dem Mars bestimmen, die
sie auf zwischen 3.2 und 4.7 Millionen Kubikkilometer abschätzen. Das entspricht etwa
eineinhalbmal der Menge des Eises, das Grönland bedeckt. Wären die beiden Polkappen des
roten Planeten komplett aus Wasser erhielte man allerdings nur ein Drittel der
Wassermenge, die man mindestens für den immer wieder diskutierten urzeitlichen Marsozean
benötigte.
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