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SPECTRUM
Zweiter Start der SPECTRUM-Rakete erfolgreich
Redaktion / Pressemitteilung des DLR und der TU München
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7. September 2026

Am Wochenende ist die Trägerrakete SPECTRUM der Firma Isar Aerospace SE zu ihrem ersten Weltraumflug von Andøya in Norwegen aus gestartet. Sie beförderte fünf Kleinsatelliten und ein Experiment ins All. Es war erst der zweite Startversuch der privatwirtschaftlich entwickelten Trägerraketen, die mit dabei helfen soll, Europa einen unabhängigen Zugang zum Weltraum zu sichern.

SPECTRUM

Die Trägerrakete SPECTRUM der Firma Isar Aerospace SE ist am 5. September 2026 um 22:12 Uhr zu ihrem ersten Weltraumflug von Andøya in Norwegen aus gestartet. Foto: Isar Aerospace SE [Großansicht]

Am 5. September 2026 um 22:12 Uhr ist der erste Weltraumflug der Trägerrakete SPECTRUM der Firma Isar Aerospace SE (ISAR) von Andøya, Norwegen, aus erfolgt. Die Rakete ist nur 28 Meter lang bei zwei Metern Durchmesser. Sie wurde privatwirtschaftlich entwickelt und ist daher sehr kostengünstig zu betreiben. Die Bundesregierung und die Deutsche Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) fördern die privatwirtschaftliche Entwicklung von Trägersystemen in Deutschland.

Die Nutzlast, bestehend aus fünf Kleinsatelliten und einem Experiment, wurde erfolgreich im jeweiligen Zielorbit ausgesetzt. Sie stammen aus Deutschland, Norwegen, Österreich, Slowenien und Bulgarien und testen neuartige Technologien und Komponenten für die Satellitentechnik. Im regulären Betrieb soll SPECTRUM bis zu 1000 Kilogramm Nutzlast in einen niedrigen Erdorbit befördern können. Damit ist die Rakete besonders interessant für die Beförderung von Kleinsatelliten, die eine wichtige Rolle in ganz unterschiedlichen Anwendungsfeldern spielen. Beispielsweise sind sie in der weltweiten Breitbandkommunikation und in der Erdbeobachtung schon heute ein zentrales Instrument.

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"Wir freuen uns riesig über den erfolgreichen Qualifikationsflug der SPECTRUM-Rakete und gratulieren dem gesamten Team von Isar Aerospace zu dieser hervorragenden Leistung", erklärt Dr. Walther Pelzer, DLR-Vorstand und Generaldirektor der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR. "Sie haben nicht nur einen technologischen Meilenstein erreicht, sondern auch den Weg für einen unabhängigen europäischen Zugang zum All neu definiert – ein klares Zeichen für die Innovationskraft eines jungen, ambitionierten Unternehmens. Mit unserem Mikrolauncher-Wettbewerb haben wir den Weg bereitet, dass Unternehmen wie Isar Aerospace den europäischen Zugang zum All grundlegend verändern können. Die SPECTRUM-Rakete wurde nicht im staatlichen Auftrag entwickelt. Sie wurde entwickelt, um einen globalen Markt zu bedienen. Die Deutsche Raumfahrtagentur im DLR hat im Namen der Bundesregierung eine Startdienstleitung für die SPECTRUM-Rakete eingekauft. Dieser Schritt ist mehr als ein Auftrag – er ist ein klares Signal: Wir vertrauen den Startups und wir vertrauen darauf, dass die entwickelten Produkte funktionieren werden. Dieses Vertrauen ist entscheidend, um das so wichtige Kapital von privaten Investoren zu gewinnen. Die SPECTRUM-Rakete steht somit nicht nur für technische Exzellenz, sondern auch für ein neues Modell der Raumfahrtentwicklung in Europa: ein Modell, das auf Innovation, Marktfähigkeit und öffentlich-privaten Partnerschaften basiert. Das ist die Zukunft der Raumfahrt."

Auf der Ministerkonferenz der Europäischen Weltraumorganisation ESA im November 2025 ist die European Launcher Challenge (ELC) aufgelegt worden, um einen ausfallsicheren und kostengünstigen europäischen Zugang zum Weltraum mittelfristig zu ermöglichen. Deutschland hat sich wesentlich hierfür eingesetzt. Kernziel des Programms ist dabei – im Gegensatz zu heute –, dass der Zugang auf mehreren verschiedenen Systemen beruht, und somit resilient gegenüber dem Ausfall eines einzelnen Anbieters wird. Hierzu wird die ESA Unternehmen in Deutschland und Europa bei der Entwicklung von Trägerraketen unterstützen und die Entwicklungen mit bis zu 60 Prozent kofinanzieren.

Die ESA wird die neuen Startanbieter zudem systematisch bei der Buchung von Startdienstleistungen berücksichtigen, um das Vertrauen von Investoren und kommerziellen Kunden weltweit zu bestärken. Die ESA wird maßgeblich auch selbst als Kunde von Startdienstleistungen auftreten und die institutionellen Bedarfe und Anforderungen von Raketenstarts spezifizieren. Es werden jedoch keine Vorgaben zum technischen Konzept der Trägersysteme oder zur Entwicklungsphilosophie gemacht. So können Unternehmen schnell und kosteneffizient arbeiten. Langfristig soll die ELC ermöglichen, europäische Trägersysteme zu etablieren, die keine finanzielle Unterstützung von staatlicher Seite mehr benötigen.

Raumfahrt ist aus unserem modernen Leben nicht mehr wegzudenken. Egal ob Navigation, Börsenhandel oder Breitbandkommunikation, ohne Hilfe aus dem All würden große Teile unseres Alltags kaum noch funktionieren. Ein eigenständiger Zugang Europas zum Weltall ist also unverzichtbar – gerade angesichts der aktuellen Weltlage. Privatwirtschaftlich entwickelte Trägerraketen sind ein wichtiger Baustein für Europa, um zukünftig einen kostengünstigen und ausfallsicheren Zugang zum Weltraum zu ermöglichen.

Isar Arospace wurde 2018 von drei Absolventen der Technischen Universität München (TUM) gegründet und hat inzwischen mit einem Firmenwert von über einer Milliarde Dollar bereits Unicorn-Status erreicht. TUM-Präsident Thomas F. Hofmann gratulierte dem Team zum gelungenen Start: "Was für ein phänomenaler Erfolg! Die TUM freut sich mit dem Team und ist stolz auf Euch! Isar Aerospace ist ein wunderbares Beispiel dafür, was engagierte und best ausgebildete Talente sowie das einzigartige Innovationsökosystem rund um die TUM und UnternehmerTUM bewirken können."

Die Wurzeln von Isar Aerospace liegen in der studentischen Forschungsgruppe WARR, in der die drei Gründer – Daniel Metzler, Josef Fleischmann und Markus Brandl – während ihres Studiums an der TUM an Raketentriebwerken arbeiteten. Nach der Gründung 2018 entstanden im MakerSpace von UnternehmerTUM erste Prototypen von Bauteilen. Unterstützt wurde das Unternehmen zudem durch den XPRENEURS-Inkubator sowie Investitionen, die das Wachstum der vergangenen Jahre ermöglichten. Heute hat Isar Aerospace seinen Firmensitz in Ottobrunn in unmittelbarer Nähe des Departments Aerospace and Geodesy der TUM School of Engineering and Design.

Isar Aerospace hatte im März des vergangenen Jahres den ersten Testflug seiner Trägerrakete SPECTRUM absolviert. Der erste Flug dauerte allerdings nur 30 Sekunden. Der zweite Flug wurde vor dem erfolgreichen Start am Wochenende mehrfach verschoben. Durch diese Gründlichkeit gelang es, bereits beim zweiten Start der neuen Rakete eine erfolgreiche Mission zu absolvieren - in der Raumfahrtbranche keine Selbstverständlichkeit. 

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siehe auch

Isar Aerospace: Erstflug der Trägerrakete Spectrum dauerte 30 Sekunden - 31. März 2025
Links im WWW

DLR
Technische Universität München
Isar Aerospace
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