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Sommernächte, Sternschnuppen und zwei Finsternisse
von
Stefan Deiters astronews.com
1. August 2026
Der August bietet Astronomiefans gleich mehrere Highlights:
Am 12. August ist in Teilen Europa eine totale Sonnenfinsternis zu sehen, die
von Deutschland aus partiell zu beobachten ist. Nur wenige Stunden später
erreichen die Perseiden ihr Maximum bei besten Beobachtungsbedingungen. Zum
Monatsende verdunkelt sich zudem der Mond. Natürlich lockt auch der Sternhimmel
des Sommers.

Blick nach Nordostern am Morgen des 11. August. Unterhalb der
schmalen Mondsichel ist der Merkur zu sehen, östlich und
deutlich höher ist der Mars zu sehen.
Bild: astronews.com / Stellarium [Großansicht] |
Nach einem vielerorts sehr heißen und trockenen Juli steht uns mit dem August
noch ein kompletter Monat im Sommer bevor, der zudem als Hochsommermonat gilt,
so dass man auf ein paar klare Nächte hoffen darf. Das Gute daran: Die Nächte
sollten noch warm und zudem schon wieder etwas länger sein - beste Bedingungen
also für einen Blick an den Himmel, wenn denn das Wetter mitspielt.
Am Himmel zeigen sich die Sternbilder der wärmsten Jahreszeit in voller
Schönheit. Ihre auffälligsten Sterne bilden das Sommerdreieck [Findkarte],
das aus Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Altair im Adler besteht. Zum
Monatsende allerdings sind am Himmel bereits die ersten Vorboten des
Herbstes zu sehen: Mit dem Sternbild Pegasus erobert sich allmählich ein typisches
Herbststernbild mehr und mehr seinen Platz.
Ganz in der Nähe von Wega, also der einen Ecke des Sommerdreiecks, findet sich mit Epsilon Lyrae ein
bekanntes Vierfach-Sternsystem. Es besteht aus zwei engen Sternpaaren. Schon mit
einem Fernglas kann man erkennen, dass Epsilon Lyrae mehr als nur ein Stern ist.
Ein kleines Teleskop zeigt dann schon die vier Partner des Systems, die alle ein
wenig massereicher sind als unsere Sonne und rund 800 Millionen Jahre alt.
Epsilon Lyrae ist rund 160 Lichtjahre von der Erde entfernt.
Einige Sternbilder sind typisch für eine bestimmte Jahreszeit, andere
hingegen lassen sich das ganze Jahr über am nächtlichen Himmel beobachten. Sie
werden aus Sternen gebildet, die sich so nahe am Himmelspol befinden, dass sie nie unter den Horizont sinken.
Man nennt diese Sterne Zirkumpolarsterne. Dazu gehören auch
die Sterne des Sternbilds Kassiopeia, das man eigentlich am
Himmel kaum übersehen kann. Es gleicht nämlich dem Buchstaben "W" und wird
deswegen oft nur als "Himmels-W" bezeichnet. Mythologisch ist Kassiopeia die Königin von
Äthiopien, Gemahlin des Cepheus und Mutter der Andromeda. Sie rühmte sich
schöner als andere Frauen zu sein.
Unterhalb von Kassiopeia liegt das Sternbild Perseus. Dieses
Sternbild spielt im August besonders für Sternschnuppenfreunde eine wichtige
Rolle, ist es doch der Ausgangsstrahlungspunkt, der sogenannte Radiant, der Perseiden. Die Perseiden sind wohl der zurzeit
"zuverlässigste" Sternschnuppenschauer und machen sich regelmäßig im
letzten Julidrittel und in den ersten zweieinhalb Wochen des August am Himmel bemerkbar. Sie gehen auf den Kometen
Swift-Tuttle zurück, in dessen staubigen Kometenschweif die Erde immer im Juli
und August gerät.
Winzige Staubpartikel dringen mit einer Geschwindigkeit von fast 200.000
Kilometern pro Stunde in die Erdatmosphäre ein und sorgen durch ihr Verglühen
für die eindrucksvollen Leuchterscheinungen. Am intensivsten ist der
Sternschnuppenstrom, wenn die Erde gerade den staubigsten Teil des
Kometenschweifs durchläuft. Das Maximum wird in diesem Jahr am späten Abend des 12. August
und frühen Morgen des 13. August erwartet, doch lohnt sich auch ein Blick an den
Tagen davor und danach. In diesem Jahr sind die Bedingungen perfekt: Am 12.
August ist auch Neumond. Im Volksmund werden die Perseiden auch
Laurentiustränen genannt. Die Bezeichnung geht auf Laurentius von Rom zurück,
der am 10. August 258 in Rom zu Tode gefoltert wurde.
Der Neumond des 12. August ist noch mit einem anderen astronomischen Ereignis
verbunden: Kurz vor Sonnenuntergang ist aus Europa eine totale
Sonnenfinsternis zu sehen: Wer sich aber nicht auf Grönland, Island,
Portugal oder Spanien - und auch hier nur in bestimmten Bereichen - aufhält,
wird die Finsternis nur als partielle Finsternis tief über dem Westhorizont
beobachten können. Der Bedeckungsgrad der Finsternis liegt dabei im
deutschsprachigen Raum zwischen etwa 80 und 90 Prozent. Eine Beobachtung lohnt
sich also auf alle Fälle.
Rund zwei Wochen später, zu Vollmond am 28. August, ist zudem in den frühen
Morgenstunden eine partielle Mondfinsternis zu sehen. Der
Bedeckungsgrad des Mondes liegt bei über 90 Prozent, der Mond geht allerdings
kurz nach der maximalen Verfinsterung, die um 6:13 Uhr MESZ eintritt, unter.
Unser Nachbarplanet Venus, die im Laufe des Monats durch das
Sternbild Jungfrau wandert, ist weiterhin als "Abendstern" im Westen
zu sehen, hat allerdings seine beste Beobachtungszeit bereits hinter sich. Die
Venus geht immer früher unter. Unser anderer Nachbar Mars ist
am Morgenhimmel zu sehen. Er befindet sich im Sternbild Stier. Der Gasriese Jupiter
stand in Konjunktion mit der Sonne und taucht in der zweiten Monatshälfte am
Morgenhimmel wieder auf. Er befindet sich im Sternbild Stier. Der Ringplanet Saturn
ist im Sternbild Fische zu sehen und wird langsam zum Planeten der ganzen Nacht.
Im Oktober wird er seine Oppositionsstellung erreichen. Zu den Planeten
am Morgen gesellt sich zudem der Merkur, der ab der ersten
Monatshälfte eine passable Sichtbarkeit über dem Osthorizont erreicht.
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