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ESA-Astronaut Parmitano wird Pilot von Artemis III
Redaktion
/ idw / Pressemitteilung der Fraunhofer-Gesellschaft astronews.com
10. Juni 2026
Die NASA hat gestern die Besatzung für die
Artemis-III-Mission vorgestellt, zu der auch der italienische
ESA-Astronaut Luca Parmitano als Pilot gehören wird. Die ESA unterstützt diesen
Testflug in der Erdumlaufbahn zudem mit dem dritten europäischen Servicemodul.
Ziel von Artemis III soll es sein, die Rendezvous- und
Andockfähigkeiten im Vorfeld künftiger Mondlandemissionen zu testen.

Die für die Mission Artemis III vorgesehene
Besatzung: Andre Douglas (von links), Luca
Parmitano, Randy Bresnik und Frank Rubio.
Foto: NASA [Großansicht] |
Eigentlich sollte die Mission Artemis III nach über 50 Jahren wieder
Menschen zum Mond bringen. Doch im Frühjahr entschied man bei der amerikanischen
Weltraumagentur NASA, dass es zunächst noch eines Technologietests im Erdorbit
bedarf, bevor die eigentliche Mondlandung angegangen wird. Gestern nun hat die
NASA die Besatzung der Artemis-III-Mission bekannt gegeben, zu der der
NASA-Astronaut und Kommandant Randy Bresnik, der ESA-Pilot Luca Parmitano sowie
die NASA-Astronauten Frank Rubio und Andre Douglas gehören werden. Der
NASA-Astronaut Bob Hines wurde zudem als Ersatzmann benannt. Die Besatzung wird nun ein spezielles Trainingsprogramm absolvieren, um sich
mit den Systemen des Raumschiffs Orion sowie mit der Bedienung der für
die Mondlandung vorgesehenen Landeausrüstung vertraut zu machen und sich so auf
eine Reihe anspruchsvoller Tests im Vorfeld der ersten Mondlandemission
vorzubereiten.
Parmitano ist ein ESA-Astronaut aus Italien, der im Rahmen der beiden
Langzeitmissionen "Volare" und "Beyond" zur Internationalen Raumstation
insgesamt 366 Tage im Weltraum verbracht hat. Während dieser Missionen
unterstützte er Hunderte von Experimenten, führte sechs Außenbordeinsätze mit
einer Gesamtdauer von mehr als 30 Stunden durch und wurde Kommandant der
Station. Seit seiner Rückkehr zur Erde ist er als Verbindungsmann der ESA im
Johnson Space Center der NASA in Houston tätig, ist als "CapCom" für den
direkten Funkkontakt zu den Astronauten zuständig und bildet ESA-Astronauten für
Außenbordeinsätze und Roboteroperationen aus. Im vergangenen Jahr nahm Parmitano
am "Underway Recovery Test 12" der NASA vor der Küste Kaliforniens teil, um die
Wasserung und Bergung von Artemis-Astronauten aus einem originalgetreuen Modell
des Orion-Raumschiffs zu simulieren.
Bevor er dem europäischen Astronautenkorps beitrat, wurde Parmitano 2007 von
der italienischen Luftwaffe als Testpilot ausgewählt. Er absolvierte eine
Ausbildung zum Versuchsflieger an der EPNER, der französischen Testpilotenschule
in Istres. Parmitano wurde im Vorfeld seiner Beyond-Mission im Jahr 2019 zum
Oberst der italienischen Luftwaffe befördert. Er hat mehr als 2000 Flugstunden
absolviert, ist für mehr als 20 Typen von Militärflugzeugen und Hubschraubern
qualifiziert und hat über 40 Flugzeugtypen geflogen. Seine technischen
Fähigkeiten als Testpilot werden während der Artemis-III-Mission erneut auf die
Probe gestellt.
"Artemis III wird die Grenzen des Raumfahrzeugbetriebs im Orbit
erweitern. Die Ernennung des ESA-Astronauten Luca Parmitano zum Piloten spiegelt
die Tiefe des europäischen Fachwissens im Bereich der bemannten Raumfahrt wider
und stützt sich auf seine umfangreiche operative Erfahrung in
Hochdrucksituationen", sagte Josef Aschbacher, Generaldirektor der ESA.
"Gleichzeitig wird das Europäische Servicemodul der ESA erneut die
entscheidenden Funktionen bereitstellen, die Orion antreiben, und damit
die beständige Rolle Europas im Herzen des Artemis-Programms unter Beweis
stellen. Die heutige Nachricht aus Houston ist eine eindrucksvolle Anerkennung
der Rolle der ESA bei der Ermöglichung der Rückkehr der Menschheit zum Mond –
und ein wichtiger Fortschritt in unserer Partnerschaft mit der NASA. Die
Europäer können stolz darauf sein, Teil dieser spannenden Reise zu sein."
"Heute machen wir einen weiteren mutigen Schritt auf dem Weg der Menschheit
zurück zum Mond und bauen dabei auf dem außergewöhnlichen Fundament auf, das die
Besatzung von Artemis II gelegt hat", sagte NASA-Administrator Jared
Isaacman. "Ihre Leistungen haben die weltweite Begeisterung für die Erforschung
des Weltraums neu entfacht, und nun übergeben sie den Staffelstab an das
Artemis-III-Team: Randy, Luca, Frank und Andre. Artemis III wird die
Stärke amerikanischer Innovationskraft und internationaler Partnerschaften unter
Beweis stellen, während wir komplexe Rendezvous- und Andockoperationen testen
und Technologien weiterentwickeln, die uns eines Tages tiefer in das
Sonnensystem führen werden. Diese Mission wird die beeindruckendste Koordination
von Schwerlastraketenstarts in der Geschichte erfordern und auf dem Talent und
den Fähigkeiten von Teams aus Behörden, Industrie und der Raumfahrtgemeinschaft
aufbauen. Die Astronauten von Artemis III läuten gemeinsam mit der ESA,
unseren internationalen Partnern sowie den Zehntausenden talentiertesten und
engagiertesten Fachkräften in Agentur und Industrie ein neues goldenes Zeitalter
der Erforschung ein und tragen die Hoffnungen und Träume der nächsten Generation
weiter – so wie es die Apollo-Astronauten für viele von uns getan haben."
"Ich fühle mich geehrt, Teil dieser Besatzung zu sein, und bin zugleich
demütig: Meine Besatzungskollegen bringen eine Fülle unterschiedlicher
Erfahrungen mit, und ich freue mich darauf, mit ihnen zusammenzuarbeiten, bin
wissbegierig und möchte in meiner Rolle so viel wie möglich beitragen. Als
Testpilot ist dies wirklich eine Traummission, da wir dabei helfen können,
Systeme zu testen und Verfahren zu entwickeln, damit zukünftige Besatzungen
weiter vordringen und die Menschheit schließlich zurück zum Mond bringen
können", betont Parmitano. "Ich bin der italienischen Luftwaffe sehr dankbar
dafür, dass sie mich in meinen Anfängen ausgebildet hat; der italienischen
Weltraumagentur – und Italien insgesamt – dafür, dass sie mir ihren allerersten
Langzeitflug anvertraut haben, als ich noch ein Neuling war; der Europäischen
Weltraumorganisation für die Ausbildung, die unermüdliche Unterstützung und die
großartigen Möglichkeiten, die ich seit meiner Ernennung zum ESA-Astronauten
erhalten habe; und der NASA für ihre Vorreiterrolle bei der Rückkehr der
Menschheit zum Mond. Dies ist der Beweis dafür, dass die ESA ein verlässlicher
Partner ist, und die Fortsetzung einer starken Partnerschaft, die einen Europäer
zum Mond bringen wird."
"Europa wird bei dieser bevorstehenden Artemis-Mission nicht nur eine,
sondern gleich zwei entscheidende Rollen spielen", unterstreicht Daniel
Neuenschwander, Direktor für astronautische und robotergestützte Exploration bei
der ESA. "Der ESA-Astronaut Luca Parmitano wird vom Pilotensitz aus gemeinsam
mit dem NASA-Kommandanten für die komplexen Manöver des Raumfahrzeugs
verantwortlich sein, die die Mission erfordert. Auch die europäische Industrie
wird dank unseres Europäischen Servicemoduls mit Beiträgen aus 13
ESA-Mitgliedstaaten, an dem 20 Hauptauftragnehmer und über 100 Zulieferer
beteiligt sind, mit an Bord sein."
Das Europäische Servicemodul der ESA ist das Herzstück des Orion-Raumschiffs
der NASA für die Artemis-Missionen zum Mond und versorgt die vier Astronauten an
Bord mit Energie, Antrieb, Temperaturregelung sowie Luft und Wasser. Das Modul
wurde von der europäischen Industrie unter der Leitung der ESA gebaut; die
Struktur des Moduls wird von Thales Alenia Space in Turin hergestellt, bevor die
Endmontage durch den Hauptauftragnehmer Airbus in Bremen erfolgt. Die ersten
beiden European Service Modules haben die unbemannte Artemis-I-Mission im Jahr
2022 und die bemannte Artemis-II-Mission Anfang dieses Jahres erfolgreich
versorgt.
Wie von der NASA angekündigt, ist Artemis III nun als
astronautischer Testflug in der Erdumlaufbahn geplant, um die Systeme und
Abläufe zu demonstrieren, die für zukünftige Mondlandungsmissionen ab
Artemis IV erforderlich sind. Nach dem Start an Bord der
Space-Launch-System-Rakete der NASA werden die Triebwerke des europäischen
Servicemoduls für wichtige Antriebsmanöver sowie zur Unterstützung von
Annäherungsmanövern und Andockdemonstrationen mit den Vorläufern des
Mondlandungssystems eingesetzt. Das dritte europäische Servicemodul wird derzeit
im Kennedy Space Center der NASA in Florida getestet. Das Modul verließ
Bremen im August 2024 an Bord des Transportschiffs Canopée. Nach der Ankunft in
den USA wurde das Modul mit dem Crew Module Adapter verbunden, und die
ESA übergab das Servicemodul im September 2025 offiziell an die NASA. Das Modul
hat kürzlich die Akustiktests abgeschlossen und wird in Kürze mit dem
Orion-Besatzungsmodul verbunden, wodurch das integrierte Raumfahrzeug entsteht.
Die vier in Europa gebauten Solaranlagen werden dann installiert, bevor
Orion seine Test- und Integrationsphase im Vorfeld des Starts im nächsten
Jahr fortsetzt.
Der Start der Mission Artemis III ist aktuell für Ende 2027
vorgesehen.
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