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NASA erklärt Marsmission für beendet
von
Stefan Deiters astronews.com
8. Juni 2026
Die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA hat ihre Marsmission
MAVEN offiziell für beendet erklärt. Das Team hatte letztmals im Dezember
Kontakt zur Sonde, eine Untersuchung kam nun zu dem Schluss, dass die Mission
nicht mehr wiederbelebt werden kann. Der Grund für den Ausfall liegt allerdings
weiter im Dunklen. MAVEN hatte mehr als elf Jahre den Mars umrundet.

Die NASA-Sonde MAVEN, hier eine künstlerische Darstellung,
umrundete den Mars seit 2014.
Bild:
NASA/Goddard/University of Colorado/Laboratory for Atmospheric
and Space Physics [Großansicht] |
MAVEN, die Abkürzung steht für Mars Atmosphere and Volatile Evolution,
war die erste Mission zum Mars, die gezielt die Atmosphäre des Roten Planeten
erforschen und wichtige Hinweise auf ihre Entwicklung liefern sollte. MAVEN
umrundete den Mars mehr als elf Jahre lang und damit ein Jahrzehnt länger als
die auf ein Jahr ausgelegte Hauptmission. Letztmals Kontakt mit ihrer Sonde hatte das
MAVEN-Team am 6. Dezember des vergangenen Jahres. Nachdem sich die Sonde - von
der Erde aus gesehen - auf ihrem Orbit um den Mars für einige Zeit hinter dem
Planeten befunden hatte und dadurch kein Kontakt zur Sonde möglich war, gelang
es nicht mehr, den Kontakt zu MAVEN wiederherzustellen.
Im Februar wurde bei der NASA ein Ausschuss gebildet, der den Zustand der
Raumsonde evaluieren und die Chance für eine Wiederherstellung des Kontakts und
eine Fortführung der Mission bewerten sollte. Der Ausschuss kam zu dem Ergebnis,
dass der Kontakt zur Sonde nicht wiederherstellbar und eine Fortsetzung der
Mission damit unmöglich ist. Zu dieser Einschätzung war zuvor auch das
MAVEN-Team selbst gelangt.
Eine wichtige Grundlage für die Einschätzung bildeten die empfangenen
Telemetriedaten: Vor der Passage von MAVEN hinter dem Mars gab es darin
keinerlei Hinweise darauf, dass irgendeines der Systeme der Sonde nicht funktionieren
würde. Die Analyse eines mit dem Deep Space Network der NASA nach der Passage
empfangenen Datenfragments ergab jedoch, dass sich MAVEN anschließend offenbar in einem
sogenannten Safe-Mode befand und sich mit ungewöhnlich hoher Geschwindigkeit
drehte. Das würde, so die NASA, auf einen Vorfall auf der Umlaufbahn von MAVEN
hindeuten. Durch die Drehung waren die Solarzellen nicht mehr korrekt zur Sonne
ausgerichtet, so dass die Batterien nicht mehr geladen werden konnten, wodurch
die Energieversorgung der Kommunikationssysteme zusammenbrach. Die Sonde dürfte
sich daher in einem Zustand befinden, aus dem sie von der Erde aus nicht mehr zu
retten ist.
Die Kommission hat sich noch nicht zur möglichen Ursache für die Probleme
geäußert. Ein Abschlussbericht ist voraussichtlich bis zum Jahresende zu
erwarten. "Die wissenschaftlichen Erkenntnisse, die uns MAVEN geliefert hat,
sind entscheidend dafür, welche Strahlenschutz- und Sicherheitsmaßnahmen wir
ergreifen müssen, bevor wir Menschen zum Mars schicken", unterstreicht Louise
Prockter, Direktorin der Abteilung für Planetenforschung am NASA-Hauptquartier
in Washington die Bedeutung der Mission. "Die von MAVEN gesammelten Daten werden
auch in den kommenden Jahrzehnten weiterhin wertvolle Einblicke in den Mars
liefern."
Die im November 2013 gestartete MAVEN-Mission hat die obere Atmosphäre des
Roten Planeten erforscht. Ein besonderes Augenmerk lag dabei auf den
Wechselwirkungen mit der Sonne, um den Verlust der Marsatmosphäre ins All zu
untersuchen. Daraus lassen sich auch Hinweise auf die Geschichte der Atmosphäre
und des Klimas des Roten Planeten ableiten. "Die MAVEN-Mission hat unser
Verständnis der Marsatmosphäre und ihrer Entwicklung wirklich vorangebracht.
Dieser Datensatz hat enorme Auswirkungen auf das Fachgebiet gehabt", so Shannon
Curry, MAVEN-Projektleiterin von der University of Colorado Boulder. "Unser
Wissenschaftsteam ist außerordentlich stolz auf all diese erstaunlichen
Entdeckungen."
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