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Identifikation von Lebensspuren auf dem Mars ist komplex
Redaktion
/ idw / Pressemitteilung der Universität Göttingen astronews.com
16. Juli 2026
Die Suche nach Spuren von Leben außerhalb der Erde gehört zu
den zentralen Herausforderungen der modernen Planetenforschung. Ein
internationales Forschungsteam hat nun untersucht, welche Spuren Leben auf dem
Roten Planeten hinterlassen könnte – und gezeigt, wie schwierig es sein dürfte,
diese Spuren auch eindeutig zu interpretieren.

Mikrobialith aus dem Río Tinto. Sollten
vergleichbare Sedimentstrukturen auf dem Mars
entdeckt werden, könnten sie auf dortiges Leben
hinweisen.
Foto: Jan-Peter Dud [Großansicht] |
Das Team analysierte eisenreiche, mikrobiell gebildete
Sedimentstrukturen auf der Erde, sogenannte Mikrobialithe. Diese zählen zu den
ältesten Zeugnissen des irdischen Lebens. Die Proben stammen aus dem Río Tinto
im Südwesten Spaniens – einem Ort mit extrem sauren, eisenreichen Bedingungen,
wie sie zweitweise auch auf der Oberfläche des frühen Mars geherrscht haben
könnten. Deshalb könnten vergleichbare Sedimentstrukturen auch auf dem Roten
Planeten existieren, die in Zeiten flüssigen Wassers dort durch mögliches Leben
gebildet worden sein könnten.
Bislang war jedoch unklar, welche Kriterien erfüllt sein müssen, um
potenzielle Mikrobialithe im Rahmen laufender Marsmissionen sicher zu erkennen.
Die Forschenden untersuchten unter anderem mikrobielle Gemeinschaften sowie die
Struktur und chemische Zusammensetzung der Mikrobialithe. Das Ergebnis: Viele
Merkmale, die auf Leben hinweisen könnten, erlauben für sich genommen keine
eindeutigen Rückschlüsse auf biologische Prozesse. Gleichzeitig lassen sich
eindeutige biologische Signaturen mit den Instrumenten heutiger Mars-Rover nicht
nachweisen.
"Problematisch ist, dass ähnliche Strukturen auch ohne Mikroorganismen
entstehen können", erklärt Prof. Dr. Jan-Peter Duda von der Abteilung
Geobiologie der Universität Göttingen, der die Studie vor seinem Wechsel nach
Göttingen mit seiner ehemaligen Forschungsgruppe an der Universität Tübingen
durchgeführt hatte. Die Gruppe ist dort weiterhin aktiv. Ein einzelnes Merkmal
reiche demnach nicht aus, um sichere Rückschlüsse auf biologische Prozesse zu
ziehen: Das Team betont, dass alleinige Hinweise wie die Mineralzusammensetzung,
der Gehalt an organischem Kohlenstoff oder Eisenisotope für sich genommen keine
eindeutigen Rückschlüsse auf biologische Prozesse erlauben. "Andere besonders
aussagekräftige Hinweise, etwa mikrobielle Zellen, DNA, oder Wachstumsraten,
lassen sich mit den Instrumenten heutiger Mars-Rover dagegen nicht zuverlässig
erfassen", so Prof. Dr. Andreas Kappler von der Arbeitsgruppe Geomikrobiologie
der Universität Tübingen.
Die Studie unterstreicht die Bedeutung von Marsmissionen, welche
Gesteinsproben zur Erde bringen. Hier lassen sie sich mit einer Vielzahl
unabhängiger Methoden analysieren und sorgfältig mit bekannten irdischen Spuren
mikrobiellen Lebens vergleichen.
Über ihre Ergebnisse berichtet das Team in einem Fachartikel, der im
Geological Society of America Bulletin erschienen ist.
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