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METEORE
Feuerkugel über Deutschland am Sonntagabend
Redaktion / idw / Pressemitteilung der ESA und des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT)
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23. Februar 2026

Der Meteoroid, der am frühen Sonntagabend als helle Feuerkugel in der Erdatmosphäre verglühte, dürfte einen Durchmesser von einigen Metern gehabt haben. Das zeigen erste Analysen von Experten der europäischen Weltraumorganisation ESA. Karlsruher Forschenden gelang es mithilfe seismischer Daten eine genaue Bahn zu berechnen.

AllSky

Screenshot aus dem Video einer Überwachungskamera des AllSky-Feuerkugelnetzwerks in Herkenrath, das die Feuerkugel vom 8. März 2026 aufgenommen hat. Bild: ALLSKY7 / Bernd Klemt – AMS76 Herkenrath/DE  [Großansicht]

Am Sonntag, dem 8. März 2026, um ca. 18:55 Uhr MEZ wurde von zahlreichen Personen in Belgien, Frankreich, Deutschland, Luxemburg und den Niederlanden eine sehr helle Feuerkugel beobachtet, die sich von Südwesten nach Nordosten bewegte. Die Feuerkugel leuchtete etwa sechs Sekunden lang und hinterließ eine sichtbare Spur am Himmel, bevor sie in Stücke zerbrach. Das Ereignis wurde von zahlreichen speziellen Meteoritenkameras, wie denen des europäischen AllSky7-Feuerkugelnetzwerks, sowie von Mobiltelefonen und anderen Kameras aufgezeichnet. Einige Beobachtende berichten, dass das Ereignis vom Boden aus hörbar war. Mindestens ein Haus in der deutschen Stadt Koblenz-Güls soll von kleinen Teilen der entstandenen Meteoriten getroffen worden sein. Es gibt keine Berichte über Verletzte.

Derzeit wird davon ausgegangen, dass der Körper, der in die Erdatmosphäre eingedrungen ist, einen Durchmesser von bis zu einigen Metern hatte. Objekte dieser Größenordnung treffen alle paar Wochen bis alle paar Jahre auf die Erde. Der Zeitpunkt und die Richtung deuten darauf hin, dass das Objekt wahrscheinlich für keine der groß angelegten Himmelsdurchmusterungen durch Teleskope sichtbar war, die den Nachthimmel nach solchen Objekten absuchen. Dies ist nicht ungewöhnlich: Bis heute gab es nur elf erfolgreiche Entdeckungen von natürlichen Objekten aus dem All vor ihrem Eintritt in die Atmosphäre. Kleine Objekte, die sich der Erde aus helleren Tagesbereichen des Himmels nähern (selbst in der Dämmerung, wie in diesem Fall), werden in den meisten Fällen übersehen.

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Während erste Bahnberechnungen - unter anderem von der International Meteor Organization (IMO) - auf den optischen Beobachtungen beruhen, konnten Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) das Ereignis mit einer anderen Methode analysieren und eine genauere Flugbahn berechnen. Dazu werteten sie Signale von Erdbebenmessstationen aus. "Beim Eintritt in die Atmosphäre erzeugt ein schneller Meteoroid eine Druckwelle, die sich wie ein Mach-Kegel – also der typische Überschallkegel eines sehr schnellen Objekts – ausbreitet", erklärt Dario Eickhoff vom Geophysikalischen Institut (GPI) des KIT. "Empfindliche Seismometer können diese schwachen Schallwellen registrieren. Aus den Ankunftszeiten an verschiedenen Messstationen lässt sich die Flugbahn des Meteoroids rekonstruieren."

Das Team nutzte dafür ein dichtes Netz seismischer Messstationen in der Eifel, welches das GPI eigentlich für seismologische Untersuchungen betreibt. "Die große Zahl an Messpunkten ermöglichte eine besonders genaue und zügige Berechnung", so Eickhoff. "Wenn sich aus den Messdaten schnell eine präzise Flugbahn bestimmen lässt, erhöht das auch die Chance, Meteoritenfragmente zu finden. Diese Proben liefern wichtige Informationen über die Entstehungsgeschichte unseres Sonnensystems."

Die Ergebnisse zeigen, dass der Meteoroid aus westlicher Richtung kam und zunächst Luxemburg sowie die Eifel überflog, bevor Fragmente im Raum Koblenz niedergingen. Die berechnete Einschlagszeit ist 18:57 Uhr. Seismische Daten bieten nach Ansicht der Forschenden mehrere Vorteile für die Untersuchung solcher Ereignisse. "Es gibt deutlich mehr Erdbebenmessstationen als spezialisierte Meteorkameras", sagt Professor Joachim Ritter vom GPI, der die Arbeiten zu Erdbeben in der Eifel leitet. "Außerdem sind seismische Messungen unabhängig von Tageslicht oder Bewölkung möglich." Besonders wertvoll sei die Methode in der Dunkelflugphase am Ende der Flugbahn, in der der Meteor nicht mehr leuchtet, seine Druckwelle jedoch weiterhin messbar bleibt.

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siehe auch
Meteoriten: Fragment der März-Feuerkugel analysiert - 17. März 2016
Links im WWW
ESA
Karlsruher Institut für Technologie
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