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CHANDRA
Brauner
Zwerg im Röntgenlicht
von Rainer Kayser
15. April 2003
Mit dem
Röntgenteleskop Chandra gelang es Astronomen jetzt, die Röntgenstrahlung
eines Braunen Zwergs nachzuweisen, der ein Doppelsternsystem umkreist. Der Fund
könnte helfen, den Übergangsbereich zwischen Riesenplaneten und Braunen Zwergen
besser zu verstehen. Der beobachtete Braune Zwerg ist lediglich 12 Millionen
Jahre alt.

Chandra-Aufnahme von TWA 5A und dem Brauen Zwerg TWA 5B. Foto: NASA / CXC / Chuo U. / Y.Tsuboi et
al. |
Einem internationalen Forscherteam ist es gelungen, Röntgenstrahlung von
einem so genannten Braunen Zwerg nachzuweisen, der zwei gewöhnliche
Sterne umkreist. Wie die Astronomen um Yohko Tsuboi von der Chuo
Universität in Tokio jetzt im Fachblatt Astrophysical Journal Letters
berichten, ist der Zwergstern erst 12 Millionen Jahre alt. Er besitze
etwa die 15- bis 40-fache Masse des Jupiter. Die Wissenschaftler haben
den Braunen Zwerg mit den Detektoren des amerikanischen
Röntgensatelliten Chandra entdeckt. Die Beobachtungen seien wichtig für
das Verständnis der Entstehung und Entwicklung von Braunen Zwergen und
großen Planeten.
"Die Chandra-Daten zeigen, dass die Röntgenstrahlung von der etwa drei
Millionen Grad heißen Korona des Braunen Zwergs stammt", erläutert
Tsuboi. Braune Zwerge sind verhinderte Sterne: Ihre Masse reicht nicht
aus, um in ihrem Inneren das Feuer der Kernfusion zu entzünden. Unklar
ist bislang, wo genau die Grenzlinie zwischen den verhinderten Sternen
und Riesenplaneten verläuft. Mit seiner geringen Masse befindet sich der
jetzt entdeckte Braune Zwerg bereits im Grenzbereich und ist daher für
die Astronomen besonders wertvoll.
Das Objekt mit der Bezeichnung TWA 5B befindet sich rund 180 Lichtjahre
entfernt im Sternbild der Wasserschlange (Hydra). Der Braune Zwerg
umkreist ein Paar sonnenähnlicher Sterne in einem Abstand, der dem
2,75-fachen Radius der Plutobahn um die Sonne entspricht. "Dieser
Abstand ist so groß, dass der Braune Zwerg kaum noch Röntgenstrahlung
seiner Zentralgestirne reflektiert. Die beobachtete Röntgenstrahlung
muss also von ihm selbst stammen", so Tsuboi. Die Astronomen sehen in
der Strahlung einen Hinweis darauf, dass möglicherweise auch
Riesenplaneten in ihrer Jugend Röntgenstrahlung aussenden könnten. Damit
gäbe es eine neue Möglichkeit, die Entstehung solcher Planeten bei
anderen Sternen zu beobachten.
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