Unter Astrophysikern gibt es zur Zeit eine Diskussion, ob tatsächlich
Diamanten im Weltraum vorkommen. Bisher wurde im Staub um insgesamt zwölf Sterne Hinweise
auf eine Kohlenstoffverbindung entdeckt. Auswertungen von Messungen des
Infrarot-Observatoriums ISO könnten helfen, zu entscheiden ob es sich hierbei um
Diamanten oder aber um Fullerene handelt.
Was es auch sei, für die Wissenschaft und auch für die Industrie wäre es eine
interessante Entdeckung, daß entweder Diamanten oder Fullerene im Weltall existieren.
Denn dann, so die Hoffnung, würden man eventuell auch ganz neue Herstellungstechniken
für diese Stoffe entwickeln können. Bisher wurden allerdings keine der beiden Stoffe im
All entdeckt.
Es gab jedoch Indizien - zumindest für Diamanten im Weltall: So wurden in Meteoriten
winzige Diamanten nachgewiesen, die älter waren als unser Sonnensystem. Dieses würde auf
eine Existenz von Diamanten im interstellaren Raum hinweisen.
Zwei neue Untersuchungen mit Hilfe des ISO Satelliten könnten jetzt Licht in die
bisher offene Frage bringen: Spanische Wissenschaftler entdeckten diese bestimmte
Kohenstoffkomponente in einem ihrer beobachteten Sterne. Dabei handelt sich um einen
sterbenden Stern, der gerade große Teil seiner Hülle verliert und daher von einer
Staubwolke umgeben ist, die um das mehrhundertfache größere Ausmaße als unser
Sonnensystem hat. In dieser Staubwolke entdeckten die Astrophysiker den mysteriösen
Stoff.
"Wir suchten nach diesem Stoff in 20 Kandidaten und nur dieser eine Sterne hatte
sie", sagte ESA-Astronom Pedro Garcia-Lario. "Es ist wirklich ein Musterbeispiel
für das Vorkommen dieses Stoffes. Es dürfte uns näher an die Lösung des Rätsels
bringen und uns helfen, die chemischen Fabriken des Universums besser zu verstehen."
Während die spanische Wissenschaftlergruppe Fullerene favorisiert und ein kanadisches
Team ihre Beobachtungen mit beiden Stoffen in Einklang bringen könnte, erhält die
Diamantenversion von anderer Seite Unterstützung: Eine französische Gruppe isolierte
winzig kleine Diamanten aus einem Meteoriten und untersuchten sie mit einem
Infrarot-Spektrometer. Das Ergebnis: Die "chemische Signatur" dieser
Nanodiamanten ähnelt der des mysteriösen Stoffes im Sternenstaub recht stark.
Links im WWW:
- ISO, Infrarot-Observatorium der ESA