Im Kontrollzentrum des Very Large Telescope der ESO ist ein regelrechter
Wettkampf ausgebrochen: Nachdem auch das zweite der insgesamt vier Teleskope Bilder
liefert, wetteifern die beiden Teleskop-Teams darum, welches denn nun die besten Bilder
macht - Antu oder Kueyen.

Eines der ersten Aufnahmen mit "Kueyen": NGC 5090A (rechts) und 5090B. Foto
ESO |
Freude auf dem Gipfel des Paranal: Zum einen lief mit dem ersten VLT-Teleskop - Anfang
März "Antu" getauft - der reguläre Beobachtungsbetrieb an, zum anderen
lieferte das zweite Teleskop "Kueyen" erste astronomische Bilder. Da die
Feinabstimmung des Instrumentes noch nicht vollständig abgeschlossen ist, dürfte die
Qualität noch etwas schlechter sein, als man das später im regulären Betrieb erwarten
darf. Doch auch schon die jetzt veröffentlichten Bilder lassen erahnen, welche
Möglichkeiten das VLT einmal bieten wird.
Unter den ersten Aufnahmen von "Kueyen" ist auch ein Bild der beiden Galaxien
NGC 5090A (rechts im Bild) und NGC 5090B im Sternbild Centaurus. Bei einigen der
sternenähnlichen Objekte um NGC 5090A könnte es sich um Kugelsternhaufen handeln. Die
Aufnahme wurde am 29. März gemacht.
Mit "Antu" wurde am 1. April der reguläre Beobachtungsbetrieb aufgenommen.
Rund 270 Anträge für Beobachtungszeit an Europas größtem optischen Teleskop lagen der
ESO vor - mehr als 100 Teams erhalten nun bis September 1999 die Möglichkeit,
Beobachtungen mit "Antu" zu machen.
Die ESO unterscheidet dabei zwei Arten von Beobachtungen: Im "Besucher-Modus"
ist der Astronom selbst vor Ort, im "Service Modus" führen ESO-Mitarbeiter die
Beobachtungen aus. Das erlaubt größere Flexibilität für Projekte, die stark von den
Beobachtungsbedingungen abhängig sind. Die ersten zehn Nächte wurde "Antu" im
Service-Modus genutzt. Die ersten Besucher auf dem Paranal-Gipfel werden aus Heidelberg
und Leiden erwartet.
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