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Erster Spatenstich für GOVSATCOM-Hub in Köln
Redaktion
/ Pressemitteilung des DLR astronews.com
17. Juni 2026
Mit dem Spatenstich am 16. Juni 2026 am Standort Köln des
Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt startet der Bau eines zentralen
europäischen Knotenpunkts für sichere Satellitenkommunikation. Der sogenannte
GOVSATCOM-Hub (Governmental Satellite Communications) wird künftig eine zentrale
Rolle für die Sicherheit Deutschlands und Europas einnehmen.

So wie in dieser künstlerischen Darstellung
soll das Gebäude des GOVSATCOM-Hubs in Köln
einmal aussehen
Bild: DLR GfR mbH / Astoc Architects
and Planners GmbH [Großansicht] |
"In Zeiten von Krisen und Wandel muss sich Europa auf Kommunikationssysteme
verlassen können, die auch bei gestörten terrestrischen Netzen funktionsfähig
bleiben. GOVSATCOM ist weit mehr als ein technisches Programm – es ist eine
strategische Investition in die Resilienz und die Zukunft Europas", sagt die
Vorstandsvorsitzende des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR) Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla. "Dass einer von
zwei zentralen EU-Knotenpunkten hier beim DLR entsteht, unterstreicht unsere
Schlüsselrolle bei der Gestaltung einer souveränen und krisenfesten europäischen
Weltraum-Infrastruktur. Der DLR-Standort Köln hat sich gemeinsam mit der ESA,
der Wissenschaft und der Industrie als wichtiges Zentrum für die Luft- und
Raumfahrt etabliert. Diese Investition wird die Entwicklung des Space Hub
Cologne weiter deutlich vorantreiben und neue Möglichkeiten für technologischen
Fortschritt, Zusammenarbeit und nachhaltiges Wachstum am Standort schaffen."
Stéphane Beemelmans, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des DLR, ergänzt:
"Mit der Ansiedlung des GOVSATCOM-Hubs in Köln stellt das DLR eindrucksvoll
seine Fähigkeit unter Beweis, Verantwortung für strategische Raumfahrtprojekte
zu übernehmen."
Die Raumfahrt gilt zunehmend als fundamentale Säule der europäischen
Sicherheitsarchitektur, wobei Satelliten den entscheidenden Faktor für
Information und Kommunikation darstellen. Durch den neuen Hub in Köln übernimmt
Deutschland eine Führungsrolle beim Aufbau einer souveränen und
widerstandsfähigen europäischen Infrastruktur. In dem neuen Gebäude erfolgt das
sogenannte "Pooling und Sharing" – die effiziente Verschaltung von
Service-Anbieter und -Nutzer für behördliche und sensible Anwendungen.
Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt,
betont: "Der GOVSATCOM-Hub steht für technologische Exzellenz, europäische
Zusammenarbeit und die Fähigkeit, unsere Sicherheit und Handlungsfähigkeit im
digitalen Zeitalter nachhaltig zu stärken. Deutschland und Europa rüsten sich
mit souveränem Zugang zur Satellitenkommunikation, um auch in Krisen- und
Ausnahmesituationen handlungsfähig zu bleiben. Gleichzeitig stärkt das Projekt
den Raumfahrtstandort Deutschland, fördert Innovationen und schafft
zukunftssichere Arbeitsplätze."
Das Neubauprojekt basiert auf einer Vereinbarung zwischen dem
Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und dem Land
Nordrhein-Westfalen (NRW). NRW unterstützt das strategische Großprojekt mit
einer Investition von bis zu 50 Millionen Euro. Der Kölner Hub wird künftig
einer von zwei zentralen europäischen Knotenpunkten im Rahmen der
EU-Raumfahrtprogramme zur staatlichen und kommerziellen Satellitenkommunikation
sein. Er bildet damit einen wesentlichen Baustein für die europäischen Programme
GOVSATCOM und das Satellitennetzwerk IRIS² (Infrastructure for Resilience,
Interconnectivity and Security by Satellite).
"Der GOVSATCOM-Hub in Köln ist ein wichtiger Baustein europäischer
Handlungsfähigkeit in Krisensituationen. Er stärkt die sichere
Satellitenkommunikation in Europa und trägt dazu bei, dass Staaten, Behörden und
Einsatzkräfte auch in Krisensituationen verlässlich und souverän kommunizieren
können. Das ist besonders in der aktuellen Zeit mit dem Krieg in der Ukraine,
hybriden Bedrohungen und Angriffen auf kritische Infrastruktur entscheidend.
Nordrhein-Westfalen leistet damit einen konkreten Beitrag zu mehr Sicherheit,
Resilienz und technologischer Souveränität in Europa", sagt der
Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen Hendrik Wüst.
Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie
des Landes Nordrhein-Westfalen, ergänzt: "Der GOVSATCOM-Hub in Köln ist beides:
ein Sicherheitsgewinn für Europa und ein Standortsignal für Nordrhein-Westfalen.
Souveränität im digitalen Zeitalter braucht Infrastruktur, die auch dann
funktioniert, wenn terrestrische Netze versagen – bei Naturkatastrophen,
Cyberangriffen oder geopolitischen Krisen. Nordrhein-Westfalen ist heute schon
ein führender Raumfahrtstandort. Mit diesem Hub übernehmen wir Verantwortung für
die Resilienz ganz Europas."
Mit dem GOVSATCOM-Programm sorgt die Europäische Union dafür, dass Behörden
und Einsatzkräfte zuverlässig und sicher per Satellit kommunizieren können – zum
Beispiel bei Naturkatastrophen, in Krisengebieten, bei der Überwachung von See-
oder Landesgrenzen, bei Einsätzen in außereuropäischen Gebieten oder für
diplomatische Einrichtungen. Rodrigo da Costa, Exekutivdirektor der EUSPA
(European Union Agency for the Space Programme), ergänzt: "EUSPA, die EU-Agentur
für das Weltraumprogramm, ist für den GOVSATCOM-Hub zuständig. Indem wir den
Betrieb des GOVSATCOM-Hubs erfolgreich sicherstellen, helfen wir dabei, sichere,
resiliente und kosteneffiziente Satellitenkommunikation für sicherheits- und
schutzkritische Missionen sowie für den behördlichen Einsatz der EU und ihrer
Mitgliedstaaten zu ermöglichen. Wir freuen uns, zum Aufbau dieser strategischen
Fähigkeit der Europäischen Union beizutragen."
Der GOVSATCOM-Hub in Köln verbindet die hoheitlichen Nutzerinnen und Nutzer
mit bereits vorhandenen Satellitenressourcen und koordiniert die sichere
Bereitstellung der Kommunikationsdienste. Dadurch bleiben Behörden und
behördliche Hilfsorganisationen auch dann handlungsfähig, wenn herkömmliche
Kommunikationswege ausfallen, gestört oder überlastet sind. Parallel entwickelt
die EU die neue Satellitenkonstellation IRIS². Sie wird aus hunderten Satelliten
bestehen und leistungsfähige, sichere Kommunikation ermöglichen – auch in
Regionen ohne terrestrische Netzabdeckung. Die Dienste von IRIS² sollen künftig
ebenfalls über den GOVSATCOM-Hub bereitgestellt werden.
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