Vor 3,47 Milliarden Jahren ist ein etwa 20 Kilometer großer Meteorit auf die
Erde eingeschlagen und hat eine globale Katastrophe ausgelöst. Zu diesem Schluss
kommt ein Forscherteam der Universitäten von Stanford und Louisiana. Die
Geologen unter der Leitung von Donald Lowe stießen in afrikanischen und
australischen Sedimentschichten auf so genannte Sphärulen, ein untrügliches
Kennzeichen für einen gewaltigen Einschlag mit globalen Konsequenzen. Wo der
Meteorit eingeschlagen ist, konnten die Forscher allerdings bislang nicht
feststellen.
"Ein großer Meteorit durchquert die gesamte Lufthülle der Erde in etwa einer
Sekunde", erläutert Donald Lowe. Dabei hinterlässt er ein gewaltiges Loch in der
Atmosphäre, da die von dem himmlischen Felsbrocken verdrängte Luft nicht schnell
genug zurückströmen kann. Wenn der Meteorit aufschlägt, verdampfen schlagartig
große Mengen an Gestein. "Dieser Gesteinsdampf wird förmlich in das Vakuum des
Lochs hineingesogen", so Lowe. Der Dampf verteilt sich dann über die ganze
Hochatmosphäre und kondensiert schließlich zu kugelförmigen Partikeln - die
Sphärulen-, die überall auf der Erde herabregnen.
Ähnliche Sphärulen fanden Geologen auch in 65 Millionen alten Sedimentschichten
- eines der wichtigsten Indizien für die These, dass die Dinosaurier durch einen
großen Meteoriteneinschlag ausgestorben sind. Der vor 3,47 Milliarden Jahren
eingeschlagene Himmelskörper war allerdings gut doppelt so groß. Damals gab es
aber noch kein höher entwickeltes Leben auf der Erde. "Die am weitesten
entwickelten Organismen waren Bakterien - deshalb lässt sich für diese Zeit kein
massives Artensterben nachweisen", erklärt Lowe.