Extrem intensive Strahlung von jungen, heißen Sternen ist die
Ursache für das Aussehen des Nebels N83B, den das Hubble-Weltraumteleskop beobachtet hat.
Die Aufnahme des auch unter der Bezeichnung NGC 1748 bekannten
Sternentstehungsgebiets verdeutlicht das faszinierende Zusammenspiel von Gas und
Strahlung in unser Nachbargalaxie, der Großen Magellanschen Wolke.

Hubble-Aufnahme
des Nebels N83B in der Großen Magellanschen Wolke. Foto: NASA, ESA,
Mohammad Heydari-Malayeri (Observatoire de Paris, France) |
| Großansicht |
Auf dem Bild ist zu
erkennen, wie diese heißen, massereichen und gerade neu entstandenen Sterne
durch intensive Winde den sie umgebenden Nebel verändern. Ähnliches kann man
auch in anderen Sternentstehungsgebieten wie etwa dem Orion-Nebel beobachten.
Das in diesem Fall von Hubble beobachtete Sternentstehungsgebiet liegt
rund 165.000 Lichtjahre von uns entfernt in der Großen Magellanschen Wolke,
einer Nachbargalaxie unserer Milchstraße, die auf der Südhalbkugel mit bloßem
Auge zu erkennen ist.
Solche Einblicke in
die frühe Entwicklungsphase von Sternen zu gewinnen, ist nicht so einfach wie
es vielleicht zunächst erscheinen mag: Diese massereichen Sterne entwickeln
sich extrem schnell und sind - bevor sie aus ihrem Geburtsnebel auftauchen -
lange Zeit von ihm vor allzu neugierigen Blicken verborgen. So muss man wirklich
Glück haben, und zum genau richtigen Zeitpunkt hinschauen - gerade dann
nämlich, wenn
sie quasi ihren Kokon verlassen. Und man benötigt natürlich auch noch ein gutes Teleskop.
Astronomen aus
Frankreich, den USA und Deutschland haben nun das Hubble-Weltraumteleskop
genutzt, um dieses faszinierende Zusammenspiel zwischen Gas, Staub und Strahlung
rund um die neugeborenen Sterne in diesem Nebel zu studieren. Zum ersten Mal
erhielten die Forscher so Einblicke in die eigentümlichen und turbulenten
Strukturen, die dadurch zu Stande kamen. Die Studien haben zudem eine Reihe von
individuellen Sternen ans Licht gebracht, die für das Aufhellen der Gaswolke
verantwortlich sind.
Der helle, recht
unschuldig aussehende Sterne in der Mitte des Nebels ist nach Erkenntnissen der
Forscher rund 30 Mal massereicher als unsere Sonne und leuchtet 200.000 Mal
heller als sie. Durch das intensive Licht und sogenannte stellare Winde hat der
Stern das ihn umgebende Gas weggeblasen und so eine Blase von rund 25
Lichtjahren Durchmesser geschaffen. Sie muss erst vor recht kurzer Zeit
entstanden sein - die Astronomen gehen von rund 30.000 Jahren aus.
Der heißeste Stern
in N83B ist rund 45 Mal massereicher als unsere Sonne und liegt im hellsten
Bereich des Nebels oberhalb des Zentrums. Diese Region hat einen Durchmesser von
ungefähr zwei Lichtjahren. Hier findet man besonders junge und massereiche
Sterne. Ihre Entstehung, so eine Theorie der Wissenschaftler, könnte von den
Winden des Zentralsterns quasi angestoßen worden sein. Im rechten Bereich des
Bildes (besser in der Großansicht sichtbar) ist der diffuse Nebel DEM22d zu
sehen, der teilweise durch ausgedehnte Staub- und Gasschwaden verdeckt ist.