In einer Entfernung von rund 256 Millionen Kilometern von der
Erde fand gestern ein bisher einmaliges Manöver statt: Die kleine Near Earth Asteroid Rendezvous
(NEAR)-Sonde schwenkte in einen Orbit um den Asteroiden Eros ein. Die am
Projekt beteiligten Wissenschaftler waren begeistert: "Wir machen
hier heute Geschichte."

Blick auf Eros aus 330 km Entfernung Foto: The John Hopkins
University Applied Physics Laboratory/NASA |
Mit dem gestern erfolgreichen Manöver hat die NEAR-Sonde ihr Ziel mit
über einem Jahr Verspätung doch noch erreicht und wurde zum ersten
künstlichen Trabanten eines Asteroiden. Es war der zweite Anlauf, denn
kurz vor Weihnachten 1998 schaltete sich die Sonde bei der Ansteuerung auf
den 33 mal 13 mal 13 Kilometer großes Asteroiden unerwartet in einen
"Safe Mode" und flog dann lediglich dicht an Eros vorbei. Die
NEAR-Sonde schwenkte dann in einen Orbit um die Sonne ein, die sie nun
für einen zweiten Versuch wieder in die Nähe von Eros brachte.
Inzwischen wurden auch die ersten aus dem Orbit gemachten Bilder von
der Sonde zur Erde übermittelt. Aus einer Entfernung von 330 Kilometer
machte die NEAR-Sonde eine Aufnahme der Oberfläche des Asteroiden, auf
der ein Einschlagkrater von rund fünf Kilometern Durchmesser zu erkennen
ist. Auch zwei kleinere Krater mit einem Durchmesser von etwa zwei
Kilometern sind zu sehen. Auf der Aufnahme sind alle Strukturen
auszumachen, die einen Durchmesser von über 30 Metern haben.