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Thema: Hubble: Schneller Stern mit turbulenter Geschichte

  1. #1

    Standard Hubble: Schneller Stern mit turbulenter Geschichte

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    Astronomen glauben mit Hilfe des Weltraumteleskops Hubble das Rätsel um einen Stern gelöst zu haben, der sich mit einer Geschwindigkeit von rund 2,5 Millionen Kilometern pro Stunde durch das All bewegt. Er stammt vermutlich aus dem Zentrum unserer Galaxie und was ihm dort und auf seinem späteren Weg passiert ist, hätte sich kaum ein Science Fiction-Autor besser ausdenken können. (27. Juli 2010)

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  2. #2
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    Hallo Forum,

    ein kleiner Teil des Artikels ist mir nicht verständlich:

    Astronomen nennen solche Objekte Blue Straggler. "Der Blue Straggler-Teil mag sich zwar merkwürdig anhören", gibt Brown zu, "aber man findet solche Sterne in der Milchstraße und die meisten Sterne kommen tatsächlich in Mehrfachsystemen vor."
    Bedeutet dies, das Blue Straggler (BS) zwei verschmolzene Sterne eines Dreifach-Systems sind und dass es weitere BS gibt, deren "alter" oberhalb dessen liegt, was deren Masse zulässt?

    Vielen Dank schon mal für eine Antwort

    elnolde
    Stell ruhig in Frage. Tu ich ja auch. Nur müssen wir uns beide bewusst sein, dass wir dafür Haue kriegen könnten.
    Orbit

  3. #3
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    Hallo elnolde,
    Zitat Zitat von elnolde Beitrag anzeigen
    Bedeutet dies, das Blue Straggler (BS) zwei verschmolzene Sterne eines Dreifach-Systems sind und dass es weitere BS gibt, deren "alter" oberhalb dessen liegt, was deren Masse zulässt?
    zum Teil richtig.

    Blue Straggler sind Sterne die jünger erscheinen als sie eigentlich sein sollten. Sie gehen wohl aus der Verschmelzung zweier Sterne hervor.

    Das Dreifach-System "benötigt" man bei HE 0437-5439 nur um zusätzlich noch das Herauskatapultieren zu erklären.

    Also:
    1. Man benötigt zwei Komponenten für das Katapultieren. Eine stürzt in das zentrale BH, die andere wird beschleunigt.
    2. Man benötigt zwei Komponenten für den Blue Straggler die miteinander verschmelzen.

    Bei HE 0437-5439 sollte es sich daher um ein Dreifach-System gehandelt haben.
    Eine Komponente stürzte in das zentrale BH.
    Zwei Komponenten wurden beschleunigt und verschmolzen später miteinander.

    Gruß,
    Christian

  4. #4
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    Standard

    Auch ich habe hier zwei Fragen. Zum ersten zu dieser im Weiteren nicht näher kommentierten Passage des Artikels:
    Zitat Zitat von Astronews
    Der jetzt entdeckte Stern befindet sich bereits in den entfernten Außenbereichen unserer Galaxie und ist rund 200.000 Lichtjahre von ihrem Zentrum entfernt. Der Durchmesser der Scheibe der Milchstraße beträgt ungefähr 100.000 Lichtjahre.
    Auch wenn man den kugelförmigen Halo dazunimmt, der laut Wikipedia einen Durchmesser von ca. 165.000 LJ hat, muß man den Stern wohl nach allen Maßstäben als bereits außerhalb unserer Galaxie betrachten. Warum spricht man also hier bei 200.000 LJ Entfernung noch von "in den Außenbereichen" befindlich, obwohl die Außengrenze bei ca. 82.500 LJ angegeben wird und der Stern somit bereits die zweieinhalbfache Entfernung erreicht hat?

    Und die zweite Frage bezieht sich auf "wer frisst wen?":
    Der massereichere Partner entwickelte sich schneller, blähte sich auf und hüllte irgendwann seinen Begleiter vollkommen ein.
    Dies suggeriert, daß der der sich aufblähende Stern sich seinen Partner einverleibt hat. Eigentlich müsste es doch aber gerade umgekehrt sein, nämlich daß der sich aufblähende Stern sein Material so weit von seinem eigenen Gravitationszentrum weggedrückt hat, sodaß dieses nahe genug an das Gravitationszentrum seines Partners geriet um von eben diesem Partner akkretiert zu werden.

    Und wenn dem so ist, so müsste doch letztendlich der ursprünglich schwerere Stern von seinem ehemals leichteren Partner "aufgesogen" werden und nicht umgekehrt.

    Habe ich in diesen Überlegungen nun einen Denkfehler oder liege ich richtig. Oder übersehe ich da doch noch was?
    Much more attention has been paid to carbon organic chemistry than to silicon organic chemistry, largely because most biochemists we know are of the carbon, rather than the silicon, variety (Carl Sagan)

  5. #5
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    Zitat Zitat von jonas Beitrag anzeigen
    Und wenn dem so ist, so müsste doch letztendlich der ursprünglich schwerere Stern von seinem ehemals leichteren Partner "aufgesogen" werden und nicht umgekehrt.

    Habe ich in diesen Überlegungen nun einen Denkfehler oder liege ich richtig. Oder übersehe ich da doch noch was?
    Wenn die äußeren Hüllen des schweren Partners den kompakteren leichteren Partner erreichen, dürften diese anfänglich von diesem absorbiert werden. Da der sich ein zum Riesen aufgeblasener Stern aber nur äußerst langsam dreht, sollte der kleinere Partner dadurch jedoch zunehmend gebremst werden und immer schneller in den roten Riesen abtauchen, so daß die beiden Sterne letzlich recht bald zu einem einzigen, sehr schnell rotierenden Stern verschmelzen.

    Die Geschichte mit dem schwarzen Loch, welches den dritten Begleitstern entrissen hat, halte ich jedoch für falsch. Das ganze System hätte sich dem SL dafür auf einer extrem exzentrischen Bahn aus einem relativ großen Abstand nähern müssen und hätte dafür bereits vorab als Dreiersystem durch eine Verringerung seiner Umlaufgeschwindigkeit innerhalb der galaktischen Scheibe in Richtung SL gelenkt und dieses dann nahezu treffen müssen und das ohne durch die Gezeitenkräfte des SL komplett auseinandergerissen zu werden - die Wahrscheinlichkeit dafür ist sehr klein.

    Andererseits wäre aber bei einem engen Dreiersystem der schwerste Partner eh der erste, welcher ausgebrannt kollabiert und sich dann von selbst als Supernova verflüchtigt und zugleich seine Begleitern in ihrer vollen Umlaufgeschwindigkeit entweichen läßt. Dieses Szenario halte ich daher für die wahrscheinlichste Beschleunigungsvariante solch schneller Sterne.

  6. #6
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    Hi Klaus

    zum Thema "wer frisst wen?": Der expandierende schwerere Stern könnte es möglicherweise sogar schaffen schneller zu expandieren als sein kompakter leichterer Partnerstern es schafft sich die expandierenden Hüllenteile einzuverleiben.

    Dennoch sind diese weit abgestoßenen Hüllen des sich entwickelnden Riesen derart dünn, daß sie nach allen technischen Maßstäben der Erde als Vakuum betrachtet werden müssen. Selbst wenn es also der rote Riese schafft seinen Begleiterstern zu umhüllen, so hat doch dieser Begleitstern immer noch eine gewaltige Masse. Diese Masse durch Reibung ausreichend abzubremsen, damit es zur Fusion der Kerne der beiden Sterne kommt, könnte durchaus länger dauern als die gesamte Riesenphase des schwereren Sterns.

    Und während der ganzen Zeit akkretiert der ehemals leichtere Stern die Masse seines ehemals größeren Partners.

    Die Dynamik eines solchen Vorgangs finde ich richtig interessant. Kennt da jemand einen link zu einem Artikel, der diesen Vorgang mal wissenschaftlich durchdacht und durchgerechnet hat?
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