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Thema: Extrasolare Planeten: Entfernte Gasriesen scheinen selten

  1. #1

    Standard Extrasolare Planeten: Entfernte Gasriesen scheinen selten

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    Die meisten Jupiter-ähnlichen Planeten, die man um ferne Sonnen entdeckt hat, umkreisen ihren Stern in extremer Nähe. In einem dreijährigen Projekt wollten Astronomen nun herausfinden, ob Riesen-Jupiters auch in größerer Entfernung vom jeweiligen Zentralstern ihre Bahnen ziehen. Sie nahmen dazu 54 erfolgsversprechende Systeme ins Visier - und entdeckten nichts. (13. Juli 2007)

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  2. #2
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    Das überrascht mich eigentlich nicht - so weit draussen sollte es eigentlich keine derart massiven Gasriesen mehr geben (sofern sie nicht durch Gravitationskollaps, ähnlich einem Begleitstern oder Braunen Zwerg entstanden sind)... Tatsächlicht GIBT es ja Systeme, in denen so massive Planeten in grosser Entfernung (einige 10 AU) vorkommen (2M1207, GQ Lupi, etc.), aber sie sollten, wenn die bisherigen Theorien zur Planetenentstehung stimmen, eher selten sein. Insofern ist dieses Ergebnis beruhigend bzw. zeigt, dass man nicht völlig auf dem falschen Weg ist.
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  3. #3
    Michael Johne ist offline E-Mail Adresse noch nicht bestätigt
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    Hallo!

    Mir persönlich finde es einerseits noch hochinteressant, dass es sehr viele Exoplaneten gibt, die eine gerine Entfernung zum Zentralstern haben. Andererseits bin ich auch nicht weiter überrascht, dass immer wieder Hot Jupiter entdeckt werden. Offenbar gehört dies nun zum Exoplaneten-Alltag dazu und scheint eine Regel statt Ausnahme zu sein.

    MfG, Michael!
    Nebenbei gesagt: Ich selbst bastle an einer Exoplaneten-Datenbank (EXO-DB2 genannt) für DOS und Windows. Mit EXO-DB2 ist man in der Lage neuentdeckte Exoplaneten in die Datenbank hinzuzufügen, zu ändern, zu löschen ect. Zudem stehen diverse grafische Module wie Sternkarte, Orbit, Masse-Vergleich, Diagramme etc zur visuellen Anzeigen bereit.
    Weitere Infos wie Download, Screenshots, Hilfe etc. gibt unter www.exodb.de.vu .

  4. #4
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    Frage Wie jung sind eigentlich diese Sterne??

    Zitat Zitat von astronews.com Redaktion Beitrag anzeigen
    Drei Jahre lang bemühte sich das Wissenschaftlerteam mit einer speziell entwickelten Methode, solche Riesenplaneten direkt zu beobachten und nahm dazu 54 junge und nahgelegene Sterne ins Visier, die als besonders vielversprechende Kandidaten für das Vorhandensein solcher Jupiter-ähnlichen Gasriesen in den Außenbereichen des Systems galten. Gefunden haben die Forscher keinen einzigen.
    Jetzt käme es meines Erachtens darauf an zu erfahren, wie jung denn diese Sterne nun wirklich waren? Wenn sie noch sehr jung sind, also eine halbe Mrd. Jahre oder weniger, dann könnte es nämlich unter Umständen auch daran liegen, dass unsere bisherigen Planetenenstehungsmodelle falsch sind.

    Eine weitere Frage tut sich mir in diesem Zusammenhang auf:
    Wie kommt es dann, dass sich (auch in unserer näheren Umgebung) bei durchschnittlich jedem dritten System ein Doppel- oder Mehrfachstern gebildet hat? Gasriesen in Jupitergröße oder höher gelten doch in ganz jungen Systemen als "Keimzellen" für die Entstehung weiterer Sterne (oder Brauner Zwerge). Wie stellt man sich die Entstehung eines Doppel- oder Mehrfachsterns überhaupt vor??

    Meine Vermutung nun, warum man bei solch jungen Sternen keine Gasriesen in 5-20 AE gefunden hat, geht wieder dahin, dass die Entwicklung eines Planeten hin zum Gasriesen eben nicht nach einigen Millionen Jahren abgeschlossen ist, sondern die dort vorher nur vorhandenen Gesteinsplaneten (mit sicherlich schon enormen Gashüllen) haben dieses Gas, welches der junge Stern aus seinem Zentrum in der heißen Anfangsphase hinausgeblasen hat, im Laufe von ein bis zwei Milliarden Jahren aufgesammelt und sind dadurch erst zu ihrer heutigen Größe herangewachsen. Dabei vergrößerte sich die Hillsphäre des jeweiligen Planeten nicht nur wegen seiner wachsenden Masse, sondern er saugte auch durch sein durch das Massenwachstum hervorgerufene Nach-innen-Wandern viel größere Räume leer, als man ihm nach heutigen Vorstellungen zubilligen würde!

    Bei sehr jungen Sternen, wie die 54 hier beobachteten es wohl sein sollen, wurde entweder noch nicht so viel Gas aus dem Zentralbereich herausgeblasen, oder aber die vorhandenen Gesteinsplanetenkerne konnten dieses Gas noch nicht in ausreichender Menge akkretieren.

    So würde jedenfalls ich die Ergebnisse dieser Beobachtungen interpretieren. Aber ich kenne, wie gesagt, das wirkliche Alter der beobachteten Sterne nicht. Wenn man aber von "jungen Sternen" spricht, dann werden diese wohl alle noch weit unter einer Milliarde Jahre alt sein, oder? - Und dann müsste man sich wahrscheinlich eher um die bestehenden Planetenentstehungsmodelle Gedanken machen, als um den "Normalfall", den unser Sonnensystem vielleicht nicht darstellen kann.

    Heute mal normale Grüße von
    Toni
    Alle Vermehrung unseres Wissens endet nicht mit einem Schlusspunkt, sondern mit vielen weiteren Fragezeichen.
    Hermann Hesse

  5. #5
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    Standard

    Jetzt käme es meines Erachtens darauf an zu erfahren, wie jung denn diese Sterne nun wirklich waren?
    Einige Millionen Jahre, bis zu 100 Mio Jahren, IIRC. Das war wichtig, weil junge Planeten noch ziemlich hell leuchten sollen (durch Gravitative Schrumpfung), so dass man sie leichter ausmachen kann...

    dieses Gas, welches der junge Stern aus seinem Zentrum in der heißen Anfangsphase hinausgeblasen hat
    *haarerauf*... Sieh mal hier: http://www.astronews.com/forum/showt...5629#post25629

    im Laufe von ein bis zwei Milliarden Jahren aufgesammelt und sind dadurch erst zu ihrer heutigen Größe herangewachsen
    Deine Vermutung wird durch Beobachtungen wiederlegt. Gasscheiben sind bei Sternen nach 8 bis 10 Mio Jahren komplett verschwunden. Es gibt später noch vereinzelte Sterne mit Trümmer- und Staubscheiben, die auf die Anwesenheit von Asteroidengürteln hinweisen. Aber nach 10 Mio Jahren ist definitiv Schluss mit dem Planetenwachstum.

    durch das Massenwachstum hervorgerufene Nach-innen-Wandern
    Das "nach-innen-wandern" hat nichts mit dem Massenwachstum zu tun, sondern mit der gravitativen Interaktion mit einer vorhandenen Gasscheibe.
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  6. #6
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    Frage

    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Einige Millionen Jahre, bis zu 100 Mio Jahren, IIRC. Das war wichtig, weil junge Planeten noch ziemlich hell leuchten sollen (durch Gravitative Schrumpfung), so dass man sie leichter ausmachen kann...
    Ah ja! Das klingt logisch, Bynaus.

    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    *haarerauf*... Sieh mal hier:
    Schon in Ordnung, Bynaus, ich habe den recht kurzen Thread vor ein paar Tagen verfolgt, wollte mich dort aber angesichts Deiner dort felsenfest vorgetragenen Überzeugung und aus Mangel an "Gegenbeweisen" meinerseits nicht weiter dazu äußern.

    Wie kann ich allerdings Dein "*haarerauf*" interpretieren? Sind sich die Wissenschaftler schon dermaßen einig darüber, wie ein Planetensystem gefälligst zu entstehen hat, dass eine Diskussion darüber einer Majestätsbeleidigung gleichkommt? Fängt hier nicht schon wieder ein neues Dogma an?

    Was für ein Unterschied besteht in der Entstehung von Doppel- oder Mehrfachsystemen im Gegensatz zu Einzelsystemen, in denen Gasriesen mit mehrfachen Jupitermassen entstanden sind?? - Diese Frage bleibt mir in Deiner Erklärung an MAC in besagtem Thread völlig unbeantwortet!

    Lesch hat mal in einer seiner Sendungen gesagt, dass man es sich bis heute noch nicht erklären kann, wie die Sonne ihren anfänglichen Drehimpuls an die Planeten losgeworden ist. Bei Doppelsternen würde man es jedenfalls erklären können.

    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Gasscheiben sind bei Sternen nach 8 bis 10 Mio Jahren komplett verschwunden.
    Verschwunden? Oder ist es dann nur so weit hinausgetragen worden, dass es auf das Licht des Sterns nicht mehr reagiert, also nicht mehr genug beleuchtet wird bzw. durch die Strahlung des Sterns nicht mehr zum Leuchten angeregt wird?

    Bestes Gegenbeispiel Deiner Aussage sind doch die Plejaden!
    Bild der Plejaden
    Innerhalb dieses 125 Mill. Jahre alten Sternhaufens gibt es mehrere Reflektionsnebel, aus denen diese Sterne entstanden sind. Dort ist das Gas nicht so einfach verschwunden.

    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Aber nach 10 Mio Jahren ist definitiv Schluss mit dem Planetenwachstum.
    Das sehe ich nicht so. Als unser Mond aus der Kollision der Erde mit dem Planeten Theia entstand, existierte die Erde schon wesentlich mehr als nur 10 Mill. Jahre, denn ...
    Zitat Zitat von Wikipedia
    Im November 2005 konnte ein internationales Forscherteam der ETH Zürich sowie der Universitäten Münster, Köln und Oxford erstmals die Geburtsstunde des Mondes präzise datieren. Dafür nutzten die Wissenschaftler eine Analyse des Isotops Wolfram-182 und berechneten das Alter des Mondes auf 4527 ± 10 Millionen Jahre [2].
    Tja, und da der mit der Erde kollidierte Marsgröße hatte, ist unsere gute alte Erde doch noch ganz schön gewachsen , denn irgendwo musste die Masse ja hin - und der Mond besitzt nur noch einen Bruchteil der Masse von Theia.

    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Das "nach-innen-wandern" hat nichts mit dem Massenwachstum zu tun, sondern mit der gravitativen Interaktion mit einer vorhandenen Gasscheibe.
    ??? - Und was passierte in der Planetenwachstumsphase?? - Sind die Planeten dadurch auf ihren Bahnen einfach nur schneller geworden?! - Bynaus, ich bitte Dich!
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    Hermann Hesse

  7. #7
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    Standard

    Wie kann ich allerdings Dein "*haarerauf*" interpretieren?
    Eher als spielerische Übertreibung denn als ernstgemeinter Ausdruck meiner Gefühle...

    Die Sache ist nicht ganz so einfach: Der Strahlungsdruck allein treibt kein Gas aus dem System, starke Sonnenwinde hingegen (wie sie in der T-Tauri-Phase üblich sind), können da schon eher einen Unterschied machen. Die Diskussion mit mac hat mich dazu gebracht, mal zu nachzulesen, wie sehr denn die "felsenfeste Überzeugung" wirklich in Beobachtungen / Simulationen fundiert ist (etwa hier: http://www.gps.caltech.edu/classes/g...rand_may05.pdf, oder hier: http://www.stsci.edu/ts/webcasting/p...jita050405.ppt). Weitere Ergebnisse zu meiner Suche zu einem späteren Zeitpunkt...

    Was für ein Unterschied besteht in der Entstehung von Doppel- oder Mehrfachsystemen im Gegensatz zu Einzelsystemen, in denen Gasriesen mit mehrfachen Jupitermassen entstanden sind??
    Sterne entstehen nicht durch Akkretion von Material auf einem "Gasriesen" - dafür gibt es in der Scheibe in der Regel nicht nur zu wenig Gas, es steht in den 8 bis 10 Mio Jahren, bis die Scheibe verschwindet, auch viel zu wenig Zeit zur Verfügung, um so viel Material zu sammeln. Sterne entstehen durch den Gravitationskollaps eines Wolkenfragments - das kann zur Bildung von mehreren Kernen und damit zu Mehrfachsystemen führen - manchmal werden solche Mehrfachsysteme auch durch gravitative Interaktion zerrissen, einzelne Komponenten werden rausgeschleudert oder eingefangen, etc. Eine ziemlich turbulente Sache. Planetenbildung durch Akkretion in protoplanetaren Staubscheiben ist eine ganz andere, spätere Sache für ruhigere Zeiten.

    Lesch hat mal in einer seiner Sendungen gesagt, dass man es sich bis heute noch nicht erklären kann, wie die Sonne ihren anfänglichen Drehimpuls an die Planeten losgeworden ist.
    Dazu gibts neue Erkenntnisse: Magnetfelder spielen eine wichtige Rolle. Und das beste daran: Das ganze basiert auf Beobachtungen, nicht auf Simulationen.

    http://www.badastronomy.com/bablog/2...r-creationism/

    Verschwunden? Oder ist es dann nur so weit hinausgetragen worden
    Selbst wenn das so wäre, dann kann es dort draussen keine Planeten mehr bilden... Typische Gasscheiben (eben die, die später verschwinden) sind übrigens bis zu 100 AU gross, das reicht problemlos aus, um Planeten zu bilden bzw., liegt innerhalb des Bereichs, der jetzt in der Untersuchung, von der im Eingangstext die Rede ist, untersucht wurde.

    Bestes Gegenbeispiel Deiner Aussage sind doch die Plejaden!
    Ähm... ich sprach von "Gasscheiben". Das Gas zwischen den Plejaden bildet keine Scheiben um die Sterne.

    Als unser Mond aus der Kollision der Erde mit dem Planeten Theia entstand...
    Ja, ok - ich hätte schreiben sollen, "ist defintiv fertig mit dem Wachstum von Gasplaneten". Einfach, weil kein Gas mehr da ist. Die terrestrischen Planeten, das ist eine ganz andere Sache.

    Sind die Planeten dadurch auf ihren Bahnen einfach nur schneller geworden?!
    Tut mir leid, ich verstehe nicht, was du damit sagen willst. Das Massenwachstum allein führt nicht zu Bahnveränderungen. Oder siehst du in den Keplergesetzen irgendwo die Planetenmasse auftauchen?
    Geändert von Bynaus (16.07.2007 um 17:35 Uhr)
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  8. #8
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    Hallo Toni,

    so funktioniert Wissenschaft nicht!
    Zitat Zitat von Toni Beitrag anzeigen
    Sind sich die Wissenschaftler schon dermaßen einig darüber, wie ein Planetensystem gefälligst zu entstehen hat, dass eine Diskussion darüber einer Majestätsbeleidigung gleichkommt? Fängt hier nicht schon wieder ein neues Dogma an?
    Zitat Zitat von Toni Beitrag anzeigen
    dann könnte es nämlich unter Umständen auch daran liegen, dass unsere bisherigen Planetenenstehungsmodelle falsch sind.
    Nur weil du etwas nicht verstanden hast, ist
    1. kein 'Dogma' in Sicht,
    2. es unnötig, einfach wild drauf los zu spekulieren!

    Das Thema im Nachbarthread zielt in der Tat auf zwei konkurrierende 'Schulen' bezüglich des Planetenenstehungsprozesses. Das wurde heute noch einmal in der News-Meldung bei 'space.com' deutlich. Die Vertreter des 'gravitational instability'-Modells (u. a. auch Hatzes) versuchen einfach Fakten gegen das zuletzt wieder mehr gestützte 'core accretion'-Modell zu mobilisieren. Michael hat dankenswerterweise einige ältere papers zu dieser Diskussion ausgegraben. Ich würde vorschlagen, dass wir diese alle erst einmal lesen!

    Grüsse galileo2609

  9. #9
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    Hi galileo,
    Zitat Zitat von galileo2609 Beitrag anzeigen
    so funktioniert Wissenschaft nicht!
    davon ging ich ja bisher auch aus und drum hakte ich nach.

    Zitat Zitat von galileo2609 Beitrag anzeigen
    Nur weil du etwas nicht verstanden hast, ist
    1. kein 'Dogma' in Sicht,
    2. es unnötig, einfach wild drauf los zu spekulieren!
    Na ja, "nicht verstanden" würde ich mal nicht sagen ... "Es entzieht sich meiner bisherigen Logik" trifft da den Kern schon eher!

    Es gibt da nämlich ein gewisses Verständnisproblem für mich. Ich hatte mal eine CD-ROM von "Welt der Wunder" (die war kaputt und ich hab' sie vor ein paar Jahren weggeworfen), auf der die Entstehung unseres Sonnensystems sehr anschaulich und (für meine Begriffe) äußerst logisch erklärt und mit tollen Animationen dargestellt war. Alles passte wunderbar zusammen, bis hin zur Entstehung des Mondes, des Asteroidengürtels, der Gasriesen, des Kuiper-Gürtels, der Oortschen Wolke usw. und war auf dem neuesten Stand der Forschung (Ende der 90-er Jahre/Anfang 2000). Es ergab sich ein sehr homogenes Bild von der Entstehung unseres Sonnensystems, welches in meinen Augen bisher die plausibelste Erklärung darstellte, die ich jemals gesehen, gelesen oder gehört hatte! - Und plausibel und einfach verständlich sollen ja meines Wissens Theorien auch sein, sonst taugen sie nichts.

    Zitat Zitat von galileo2609 Beitrag anzeigen
    Ich würde vorschlagen, dass wir diese alle erst einmal lesen!
    Das würde ich ja auch gern tun, aber erstens lässt sich die eine ppt-Datei, die Bynaus verlinkt hat, auf meinem Computer nicht öffnen, und zweitens sind die anderen Dateien alles seitenlange englischsprachige Abhandlungen, denen ich so einfach und ohne wochenlange Übersetzung nicht folgen kann, da meine Kenntnisse dahingehend doch sehr beschränkt sind (ich hatte nie Englisch als Schulfach!). Das eine ist z.B. ein 21-seitiges pdf! Ich habe es mir heruntergeladen, aber, wie gesagt, es wird Wochen dauern, bis sich mir der Text erschossen hat, da ja auch die Übersetzungsprogramme nicht unbedingt so übersetzen, dass hinterher ein lesbarer Text herauskommt.

    -----------------------------------------------------------------------

    Hi Bynaus,
    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Die Sache ist nicht ganz so einfach: Der Strahlungsdruck allein treibt kein Gas aus dem System, starke Sonnenwinde hingegen (wie sie in der T-Tauri-Phase üblich sind), können da schon eher einen Unterschied machen.
    dies entspricht ja ebenso meinen Vorstellungen.

    Hier handelt es sich um diese beiden Links, die ich galileo schon näher beschrieben habe.

    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Sterne entstehen nicht durch Akkretion von Material auf einem "Gasriesen" (...)
    Jeder Stern hat doch einmal so angefangen? - Es bildete sich durch Verklumpung schwereren Materials ein zentraler Kern, der dann durch Akkretion und seine Lage im Zentrum des protosolaren Nebels immer mehr Gas aufsaugte, bis seine Masse ausreichte, erste Kernprozesse zu zünden.

    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    (...) dafür gibt es in der Scheibe in der Regel nicht nur zu wenig Gas, es steht in den 8 bis 10 Mio Jahren, bis die Scheibe verschwindet, auch viel zu wenig Zeit zur Verfügung, um so viel Material zu sammeln.
    Deswegen gibt es ja die Überlegungen, dass, wenn ein frisch gezündeter Stern das restliche Gas aus seiner näheren Umgebung hinausbläst (dies funktioniert aber nur bis zu einer bestimmten Entfernung, bei der Sonne wahrscheinlich bis hinter den Asteroidengürtel), dieses von den äußeren Planeten sozusagen im Vorbeiflug aufgesammelt wird. Dann könnte auf jeden Fall ein ohnehin schon sehr massereicher Gasriese seine Masse bis zur kritischen Masse erhöhen und es zur Zündung eines weiteren Sterns in dem betreffenden System kommen. Auf diese Art und Weise sind (meinem bisherigen Kenntnisstand zufolge) viele Doppel- oder Mehrfachsterne entstanden.

    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Sterne entstehen durch den Gravitationskollaps eines Wolkenfragments
    Und wodurch wird dieser ausgelöst? - Unter anderem durch "Injektion" dieser Wolke mit schwererem Material aus einer SN-Explosion. Des weiteren durch Abkühlung und Auskondensation.

    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    - das kann zur Bildung von mehreren Kernen und damit zu Mehrfachsystemen führen
    Siehst Du, das ist wieder solch eine unplausible Erkenntnis. Warum sollten dann anschließend alle diese Sterne eines Mehrfachsystems um einen gemeinsamen Schwerpunkt kreisen? Und wie werden sie dabei ihren Drehimpuls los?

    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    - manchmal werden solche Mehrfachsysteme auch durch gravitative Interaktion zerrissen, einzelne Komponenten werden rausgeschleudert oder eingefangen, etc.
    Ja, sicher, das gibt es auch, aber es kann nicht der Regelfall sein. - Siehe die Kerne der Galaxien! Dort kreisen so viele Sterne um ein gemeinsames Schwerkraftzentrum - und trotzdem werden es nicht weniger! - Oder auch die Kugelsternhaufen! Da hatten wir beide mal vor einem Jahr etwa eine angeregte Diskussion darüber ...

    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Planetenbildung durch Akkretion in protoplanetaren Staubscheiben ist eine ganz andere, spätere Sache für ruhigere Zeiten.
    Siehst Du, und ich sehe diese Sache bisher ganz anders! - Und dies hängt definitiv mit der in der Antwort an galileo beschriebenen CD-ROM zusammen. Planetare Kerne und der zentrale solare Kern entstanden danach gleichzeitig aus der sich immer schneller drehenden und zusammenziehenden Ur-Wolke. Die Verwirbelungen, die sich dabei in verschiedenen Abständen vom Zentrum bildeten, erwirkten schließlich die Entstehung der planetaren Kerne.

    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Dazu gibts neue Erkenntnisse: Magnetfelder spielen eine wichtige Rolle. Und das beste daran: Das ganze basiert auf Beobachtungen, nicht auf Simulationen.
    Finde ich gut. Klingt auch plausibel.

    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Das Gas zwischen den Plejaden bildet keine Scheiben um die Sterne.
    O.K., das war kein gutes Beispiel bezüglich der Gas- und Staubscheiben.

    Zitat:
    Sind die Planeten dadurch auf ihren Bahnen einfach nur schneller geworden?!
    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Tut mir leid, ich verstehe nicht, was du damit sagen willst. Das Massenwachstum allein führt nicht zu Bahnveränderungen. Oder siehst du in den Keplergesetzen irgendwo die Planetenmasse auftauchen?
    Ich wollte damit hinterfragen, was passiert, wenn ein Planet auf seiner eingepegelten Bahn massiv schwerer wird (eben wie damals die Ur-Erde nach der Kollision mit Theia)? Wird er einfach nur schneller auf seiner Bahn? Zieht ihn die gestiegene Gravitation seiner selbst weiter nach innen oder gleicht der gewachsene Planet dies mit einer gößeren Umlaufbahn aus?
    Vor kurzem hatte wir eine Diskussion über die Planetenbahnen, als es um die drei Planeten von Gliese 581 ging. Dort gab mir jemand (ich glaube, es war MAC?) eine Formel, in der die Masse sehr wohl eine Rolle spielt:
    U = Wurzel aus 4Pi²*a³/G*(M1+M2)

    Viele hypothetische Grüße von
    Toni
    Alle Vermehrung unseres Wissens endet nicht mit einem Schlusspunkt, sondern mit vielen weiteren Fragezeichen.
    Hermann Hesse

  10. #10
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    Wird er einfach nur schneller auf seiner Bahn? Zieht ihn die gestiegene Gravitation seiner selbst weiter nach innen oder gleicht der gewachsene Planet dies mit einer gößeren Umlaufbahn aus?
    Die gestiegene Gravitation seiner selbst zieht ihn weiter nach innen, was der gewachsene Planet mit einer größeren Umlaufbahn ausgleicht. Am Schluss kreist ein auf einer größeren Umlaufbahn weiter innen. Der Effekt konnte allerdings noch nicht beobachtet werden.
    Tschuldigung, jetzt weiter mit Bynaus...

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