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Thema: Der Sternhimmel im Juli 2022: Vier Planeten, das Sommerdreieck und Erdferne

  1. #1

    Standard Der Sternhimmel im Juli 2022: Vier Planeten, das Sommerdreieck und Erdferne

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    Die drei Sterne des Sommerdreiecks stellen nur ein Highlight der kurzen Sommernächte dar - es locken auch noch andere Schönheiten, die in diesen Wochen besonders gut zu sehen sind. Venus ist weiterhin Morgenstern, Mars, Jupiter und Saturn sind im Laufe des Monats alle auch schon vor Mitternacht zu sehen. Die Erde erreicht den sonnenfernsten Punkt ihrer Bahn. (1. Juli 2022)

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  2. #2
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    Zitat Zitat von astronews.com Redaktion Beitrag anzeigen
    Die drei Sterne des Sommerdreiecks stellen nur ein Highlight der kurzen Sommernächte dar - es locken auch noch andere Schönheiten, die in diesen Wochen besonders gut zu sehen sind. Venus ist weiterhin Morgenstern, Mars, Jupiter und Saturn sind im Laufe des Monats alle auch schon vor Mitternacht zu sehen. Die Erde erreicht den sonnenfernsten Punkt ihrer Bahn. (1. Juli 2022)

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    Hallo zusammen,

    die jetzige warme Jahreszeit bietet auch für den mobilen Hobby-Astronomen, d.h. solchen mit Feldstecher, einige attraktive Kugelsternhaufen.

    Seien neben dem prominenten Kugelsternhaufen M13 im Herkules in diesem Beitrag noch einige weitere Kugelsternhaufen genannt. - Vorsicht, dass man das Herkules-Trapez pi-eta-zeta-epsilon Herculi nicht mit dem grösseren "Trapez" mue-pi-eta-delta Herculi verwechselt, dort sucht man M13 natürlich vergeblich.

    Tipp: Von Arktur (hellster Stern der Nordhemisspäre, ihn findet man in der Verlängerung der Deichsel des Grossen Wagen) über den zweithellsten Bärenhüterstern Mirak und Gemma (Nördliche Krone) hin zum Hauptstern des Schlangenträgers Ras Alhague kommt man zwischen der Gemma und Ras Alhague bei Kornephorus vorbei, dem Hauptstern des Herkules. Ganz leicht kann man bei ihm ein kleines gleichseitiges Dreieck sehen; zeta Herculi ist von blossem Auge gleich hell wie Kornephorus und befindet sich bei Kornephorus schräg nach Norden abbiegend ungefähr senkrecht oberhalb der Linie Arktur-Mirak-Gemma-Kornephorus-Ras Alhague, und Sarin (delta Herculi) ist zwar der dritthellste Herkulesstern, aber rund zwei Zehntel Helligkeiten schwächer. Diese drei Sterne bilden auch den oberen Teil des auf dem Kopf stehenden Herkules-K, sind somit also unter den anderen.

    Von Kornephorus herkommend bei zeta Herculi einen Bogen zur hellen Wega schlagen kommt man beim vierthellsten Herkulesstern pi Herculi vorbei, der von blossem Auge gleichhell wie Sarin ist. zeta und pi Herkuli bilden die hellere Diagonale des kleinen Herkules-Trapezes; geht man von Kornephorus herkommend bei zeta Herculi eher geradeaus weiter, so gelangt man zu eta Herculi. Zwischen eta und zeta Herculi steht ziemlich genau 1/3 von eta Herculi entfernt dann der Kugelsternhaufen M13.


    Der zweithellste Kugelsternhaufen der Nordhemissphäre ist der Kugelsternhaufen M15 im Pegasus in der Nähe des hellsten Pegasussternes Enif, konkret indem man auf der Pegasuslinie, die im Herbstviereck bei Markab (gegenüber des Andromedasternes Sirrah) über (Sadal-)Homan und (Sadal-)Baham zu Enif weitergehend noch knapp die Hälfte weitergeht. Empfand ich M15 früher als sehr einfach auffindbar, so habe ich doch seit einigen Jahren grösste Mühe, diesen Kugelsternhaufen zu finden.


    Ganz anders der etwas weniger helle Kugelsternhaufen M5 in der Schlange, der auch im SuW des vergangenen Monats vorgestellt wurde und der auch den schönen Namen "Rosenhaufen" trägt; als ich ihn kürzlich anschauen wollte und meinen Feldstecher auf Unuk und epsilon Serpentis richtete habe ich die beiden verfehlt und statt dessen schon den Kugelsternhaufen mitten im Gesichtsfeld; das ist mir schon öfters passiert und ich persönlich denke, dass M5 bei uns der am einfachsten auffindbare Kugelsternhaufen ist.

    Man findet Unuk einfach mit Hilfe von Arktur - Mirak und Gemma, indem man diese deichselartige Figur zu einer drachenförmigen Figur nach "unten" ergänzt, der Stern dort ist Unuk. Dur Unuk zieht sich eine Sternenkette wie auf einem Lineal angeordnet; an sich kann man vom zweithellsten Bärenhüterstern Mirak über Unuk einfach weitergehen. Und der Stern nach Unuk ist epsilon Serpentis. Unuk ist in dieser Sternenkette, die ich gerne als "Himmelslineal" bezeichne, der zweite Stern, vor ihm steht noch delta Serpentis. Nimmt man den Abstand der ersten 3 Sterne und geht nun beim 3.Stern, also epsilon Serpentis, senkrecht gleich weit nach "rechts unten", so sieht man dort 3 Sterne fast parallel zu den ersten drei Sternen des Himmelslineals, und wenn man genauer hinschaut sieht man, dass der obere Stern kein Stern, sondern ein Nebelchen ist, das ist der Kugelsternhaufen M5. Ein Viertel bevor man den unteren Stern dieser Dreiergruppe erreicht kommt man noch bei einem gleichhellen Stern vorbei, das kann zur Orientierung hilfreich sein.

    Ich habe schon viel zu viele Worte verwendet - M5 ist wirklich einfach zu finden: auf Unuk und epsilon Serpentis draufhalten, senkrecht nach rechts unten gehen (derzeit mehr rechts als unten), dann sieht man schon diese Dreiergruppe, deren oberster Stern M5 ist. Der mittlere Stern der Dreiergruppe ist übrigens näher an M5 als am unteren Stern der Dreiergruppe.


    Und dann kann man auch noch den Kugelsternhaufen M3 in den Jagdhunden finden; theoretisch sehr einfach auffindbar: man geht zu Arktur, dem hellsten Stern der Nordhemisspäre in Verlängerung der Deichsel des Grossen Wagen zu Cor Caroli, dem Hauptstern des Grossen Wagen; dieser befindet sich ebenfalls in einer drachenförmigen Figur am unteren Ende, deren oberer Teil von der Deichsel des Grossen Wagen gebildet wird. Cor Caroli ist somit noch viel einfacher auffindbar als beispielsweise der Polarstern.

    Zur Zeit befinden sich Arktur und Cor Caroli auf einer waagerechten Linie; man wandert also von Arktur nach rechts und nach etwa knapp der Hälfte des Weges zu Cor Caroli findet man dann den Kugelsternhaufen M3. Man muss das ein paar Mal probieren bis man ihn gefunden hat, aber es ist gar nicht so schwierig; zur Kontrolle: M3 bildet ein Dreieck mit zwei anderen Sternen.


    Zusammenfassung:

    M13 im Herkules kann man einfach im (kleinen) Herkules-Trapez zwischen den Sternen zeta Herculi und eta Herculi finden, etwa 1/3 des Abstandes von eta Herculi entfernt. Das kleine Herkules-Trapez ist der untere Teil des "Herkules-K"; da dieses auf dem Kopf steht also der obere Teil.

    M5 in der Schlange heisst auch "Rosenhaufen" und befindet sich unter dem Anfang des Himmelslineals, konkret unterhalb der beiden Schlangensterne Unuk und epsilon Serpentis am oberen Ende einer Dreiergruppe von 3 Sternen, deren oberer "Stern" eben M5 ist.

    M15 im Pegasus ist nicht ganz so einfach zu finden; am einfachsten, indem man die Pegasuslinie von Markab ausgehend (d.h. gegenüber der Andromedakette im Herbstviereck bei der Sirrah) beim vorletzten Stern über den hellsten Pegasusstern Enif knapp die Hälfte weitergeht.

    M3 in den Jagdhunden schliesslich findet man vom hellsten Stern der Nordhemissphäre Arktur ausgehend Richtung Cor Caroli unterhalb der Deichsel des Grossen Wagen, kurz, ehe man die Mitte zwischen Arktur und Cor Caroli erreicht hat.


    Viel Spass !


    Freundliche Grüsse, Ralf
    Geändert von ralfkannenberg (03.07.2022 um 15:01 Uhr)

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