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Thema: Stark gebündelter Laserstrahl

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  1. #1
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    Standard Stark gebündelter Laserstrahl

    Hallo,
    wäre es möglich einen kurzen, gebündelten Laserimpuls so intesiv zu machen, dass das Wellenpaket genügend Energie enthält um sich selbst gravitativ zu binden und so die Intensität weniger als quadratisch mit der Entfernung abnimmt, oder garnicht abnimmt?
    Kann so etwas physikalisch überhaupt passieren oder wäre die dazu nötige Intensität einfach unrealistisch hoch?
    Vielleicht könnte so etwas auch natürlich vorkommen? Gibt es darüber etwas in der Literatur?
    Fragen über fragen Liebe Grüße,
    S.R.
    Absence of evidence does not mean evidence of absence.

  2. #2
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    Die gravitative Bindung ist extrem schwach; das ist unmöglich. Ich kann mal eine grobe Abschätzung liefern.

    Andererseits ist ein Laserstrahl bereits extrem gebündelt, so dass er sich kaum aufweitet.

    Vielleicht hilft das als Startpunkt weiter: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Strahlqualität
    Gruß
    Tom

    Niels Bohr brainwashed a whole generation of theorists into thinking that the job (interpreting quantum theory) was done 50 years ago.

  3. #3
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    Zitat Zitat von TomS Beitrag anzeigen
    Die gravitative Bindung ist extrem schwach; das ist unmöglich.
    Das klingt jetzt so als ob es "nur" praktisch unmöglich ist.
    Zitat Zitat von TomS Beitrag anzeigen
    Ich kann mal eine grobe Abschätzung liefern.
    Das wäre super!

    Zitat Zitat von TomS Beitrag anzeigen
    Andererseits ist ein Laserstrahl bereits extrem gebündelt, so dass er sich kaum aufweitet.
    Naja, extrem gebündelt wäre der Gravitation ja zuträglich.
    Und kaum aufweiten ist zwar korrekt, dennoch verringert sich die Intensität mit dem Quadrat der Entfernung.
    Wenn meine Überlegung korrekt ist, was nicht sein muss, dann könnte die Gravitation zumindest die Divergenz etwas verringern, so dass die Abnahme eben nichtmehr quadratisch ist sondern etwas weniger bis hin zu 0 oder sogar, wenn es praktisch möglich wäre (wovon ich nicht ausgehe) zum Zusammenfallen der Welle in ein "schwarzes Loch".
    Frage wäre dann natürlich was passiert dann, denn ich bezweifel dass sich dieses dann noch mit LG weiterbewegen könnte. Aber diese Überlegung ist erstmal sekundär. Meine Frage ist eigentlich ob überhaupt sich ein Wellenpaket selbst gravitativ binden kann, also ob es physikalisch möglich ist.
    Absence of evidence does not mean evidence of absence.

  4. #4
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    OK hier mal ein praktisches Beispiel: Der Hercules Laser

    Er hat im Fokus eine Breite von 1,3 Mikrometer und eine Dauer von 30 Femtosekunden was einer Länge von 9 Mikrometer entspricht. in diesem Raumbereich sind 300 Terawatt(9 Joule).
    Leider habe ich keine Ahnung wie man hier die gravitative Anziehung ausrechnet.
    Geändert von SRMeister (19.08.2021 um 11:44 Uhr)
    Absence of evidence does not mean evidence of absence.

  5. #5
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    Du berechnest die Energie E als Produkt aus Leistung P und Zeit t.

    $$ E = P t $$

    Dies entspricht einer Masse M

    $$ E = Mc^2 $$

    Die Gravitationsfeldstärke d.h. Fallbeschleunigung g folgt mittels

    $$ g = \frac{GM}{r^2} $$

    Dabei ist G die Gravitationskonstante, r ein typischer radialer Abstand, hier also im Bereich von Mikrometern.


    Für eine Abschätzung der Größenordnung könntest du auch die Winkelablenkung in einem Gravitationsfeld dieser Masse nutzen. Das wäre

    $$ \Delta \theta = \frac{4GM}{rc^2} $$


    Beides gilt jedoch für eine ruhende Gravitationsquelle, nicht für den Fall, dass sich die Quelle mit Lichtgeschwindigkeit bewegt.
    Gruß
    Tom

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  6. #6
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    Ok, das Ganze wurde schon berechnet und ist natürlich deutlich komplizierter:

    The gravitational field of a laser beam beyond the short wavelength approximation
    Fabienne Schneiter, Dennis Rätzel, Daniel Braun
    ABSTRACT
    Light carries energy, and therefore, it is the source of a gravitational field. The gravitational field of a beam of light in the short wavelength approximation has been studied by several authors. In this article, we consider light of finite wavelengths by describing a laser beam as a solution of Maxwell’s equations and taking diffraction into account. Then, novel features of the gravitational field of a laser beam become apparent, such as frame-dragging due to its intrinsic angular momentum and the deflection of parallel co-propagating test beams that overlap with the source
    Geändert von TomS (19.08.2021 um 12:24 Uhr) Grund: typo
    Gruß
    Tom

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  7. #7
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    Tom,
    danke für die Antwort und für die Links. Jetzt habe ich erstmal was zu lesen.
    Absence of evidence does not mean evidence of absence.

  8. #8
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    Hier steht in "1. Introduction":
    In the forth order in the divergence angle, a parallel co-propagating
    test beam of light is found to be deflected by the gravitational field of the laser beam
    und unter "8. Conclusion":
    In fourth order in the divergence angle, we found a deflection of parallel co-propagating test beams.
    This shows that the result of [37] and [4] only holds up to the third order in the divergence angle. This could have
    been expected from the fact that the group velocity of light in a Gaussian beam along the beamline is not the speed
    of light [11, 14]. However, the deflection of parallel co-propagating light beams by light in a focused laser beam decays
    like the distribution of energy of the source beam with the distance from the beamline. This means that the effect
    does not persist outside of the distribution of energy given by the laser beam like the frame dragging effect due to
    intrinsic angular momentum.
    Ich kann das wie gesagt auch mißverstanden haben, ich habe zB. keine Ahnung was mit 4th Order gemeint ist.

    Grüße
    Absence of evidence does not mean evidence of absence.

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