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Thema: Antimateriesterne in der Milchstraße?

  1. #11
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    Hallo MAC,

    wenn ein Antistern in der Milchstraße wäre, würde er dann nicht auch wie die Sonne einen Sternenwind aber aus Antimaterie haben, der mit der insterstellaren Materie zerstrahlt? Im Paper wurde dagegen mit dem Aufsammeln normaler Materie auf dem Stern gerechnet. Dann müsste die Gammahelligkeit viel größer und nicht Punktförmig sein.
    Ein Antistern als Roter Riese wäre eine unübersehbarer Gammaquelle. Oder?

    Grüß UMa

  2. #12
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    Hallo UMa,

    ja! Soweit war ich noch gar nicht gekommen, aber ich könnte mir vorstellen, daß spätestens aus der Heliopause ein deutliches Signal sichtbar sein sollte, so deutlich, daß man das Licht des Sterns und das 'Licht' aus der Heliopause unterscheiden könnte? Also es sollten zumindest Vorhersagen existieren, die man gegebenenfalls falsifizieren könnte.

    Mein Wissen dazu ist aber leider nicht so tief, daß ich alle Argumente für und wider dazu kenne. Ein erster Gedanke dazu war, daß vielleicht im Jet eines schwarzen Lochs Produktion und Trennung stattfinden könnte, aber dann müßte ja auch jeder Jet in 'Nordrichtung' ganz anders strahlen, als der in 'Südrichtung' also gleich wieder verworfen.

    Es müßte dann auch Gaswolken geben, an deren Rändern heftige Annihilierungseffekte messbar sein sollten und es müßte, wenn es wirklich solche Reste aus der Strahlungsära geben sollte, mit zunehmender rotverschiebung ein stärker werdendes Signal geben, denn dann muß es in der Vergangenheit auch mehr davon gegeben haben.

    Ich hab' jedenfalls bisher keine robuste Vorstellung, wie es zu solchen Sternen gekommen sein könnte.

    In der Diskussion des Artikels, die ich nur überflogen habe, ist mir auch nicht aufgefallen, daß man diese Thematik behandelt hätte - kann aber auch sein, daß ich es überlesen hab.

    Zitat Zitat von UMa Beitrag anzeigen
    Ein Antistern als Roter Riese wäre eine unübersehbarer Gammaquelle. Oder?
    Die Wechselwirkung des immer wieder abgestoßenen Hüllenmaterials mit dem interstellaren Gas, müßte auch meiner Meinung nach, unübersehbar sein?



    Herzliche Grüße

    MAC
    Geändert von mac (13.05.2021 um 20:44 Uhr)

  3. #13
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    Hallo UMa,

    ich wollte wenigstens mal eine Überschlagsrechnung machen, um eine ungefähre Vorstellung von dem zu bekommen, was sich in der Heliopause abspielen könnte.

    Dazu habe ich die Daten unserer Sonne verwendet:

    Unsere Sonne hat eine Solarkonstante von 1361 Watt/m², also eine Strahleistung von
    4 * Pi * 1,49E11 m * 1,49E11 m * 1361 Watt/m² = 3,8E26 Watt.

    Sonnenwind:
    Die Sonne verliert durch den Sonnenwind pro Sekunde etwa eine Million Tonnen ihrer Masse
    Also 9E25 Watt Strahlungsleistung, wenn dass alles annihiliert würde.

    Etwa ¼ der abgestrahlten Energie zusätzlich.
    Leider hab‘ ich noch keine Ahnung, wie empfindlich die Röntgenteleskope sind.


    Bei einem roten Riesen wäre das dann allerdings nochmal gigantisch viel mehr an Annihilationsleistung und damit nur schwer vorstellbar, daß man das übersehen könnte.

    Herzliche Grüße

    MAC

  4. #14
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    Zitat Zitat von mac Beitrag anzeigen
    Also 9E25 Watt Strahlungsleistung, wenn dass alles annihiliert würde.

    Etwa ¼ der abgestrahlten Energie zusätzlich.
    Das muß ich nochmal korrigieren, denn für die Annihilation sind ja jeweils ein Antiproton und ein Proton nötig, also die doppelte Masse und auch die doppelte Energie, bzw. im hiesigen Sinne die halbe Strahlungsleistung der Sonne

    MAC

  5. #15
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    Zitat Zitat von mac Beitrag anzeigen
    Hättest Du hier recht, gäbe es uns nicht. Gravitation ist mit extrem großem Abstand die schwächste aller Grundkräfte. Wikipedia hilft da. Du darfst nicht vergessen, daß bei den Temperaturen (also der kinetischen Energie) in der Strahlungsära elektromagnetisch wechselwirkende Materie keine Chance hatte nennenswert zu verklumpen. Erst wenn sie, durch die Expansion des Kosmos ausreichend abgekühlt ist, kann Gravitation beginnen sie zu verklumpen.
    Hallo Mac,

    MOND u.ä. funktioniert nur wenn es eine Kraft gibt die von Materie ausgeht, die erheblich schwächer ist als die Gravitation, aber langsamer sinkt als mit dem Abstandsquadrat.
    Ich bin da auch skeptisch, aber bei einem gedrehtem Vorzeichen derselben bei Materie und Antimaterie ließe sich einiges erklären.
    Was den Sternenwind bestrifft, sollte die Annihilation desselben eine unverkennbare Gammastrahlungssignatur haben.
    Die Suche müßte dahingehend erfolgen. Wie genau lassen sich Energie und Herkunftsrichtung von Gammastrahlung messen?

    MfG, Klaus

  6. #16
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    Hallo zusammen,

    nur eine Frage am Rande: habt Ihr Euch die zugrundeliegende Publikation überhaupt mal angeschaut ?

    Ich habe das noch nicht getan, aber ich habe den Eindruck, Ihr redet über Inhalte, die in dieser Publikation gar nicht vorkommen. Das ist sehr gut und richtig so, aber man sollte doch überprüfen, ob das überhaupt im Widerspruch zur Publikation steht.


    Freundliche Grüsse, Ralf

  7. #17
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    Hallo Ralf,

    Zitat Zitat von ralfkannenberg Beitrag anzeigen
    nur eine Frage am Rande: habt Ihr Euch die zugrundeliegende Publikation überhaupt mal angeschaut
    Ja, Abstract und Diskussion. Hatte ich auch schon geschrieben.



    It is generally taken for granted that our Universe is free of antimatter objects and domains. This certitude has recently been challenged by the possible detection of anti-helium nuclei by AMS-02.
    abgesehen davon, daß es für mich neu war, daß man die Existenz von Antimateriesternen überhaupt annimmt, kann ich auch nicht kompetent beurteilen, ob es für das oben genannte Indiz nur diese Erklärung gibt.

    Die konkreten Aussagen des Papers in der Diskussion (den gesamten Text hab‘ ich bisher nicht gelesen) schränken bisher angenommene Obergrenzen nochmal stark ein. Da die Einschränkungen der Population bis hin zu einer Masse dieser Sterne < 10 M0 beschrieben wird, schließe ich, möglicherweise zu Unrecht, daß man auch Neubildungen in ‚jüngerer‘ Zeit nicht ausschließt?

    Wie ich schon geschrieben hatte, kam eine Betrachtung zu den hier von UMa und mir genannten Einwänden in der Diskussion zumindest nicht explizit vor. Ob es dazu in früheren Papers Diskussionen gab, weiß ich nicht, werde ich auch, ‚stand Heute‘, nicht recherchieren.

    Herzliche Grüße

    MAC

  8. #18
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    Hallo Klaus,

    Zitat Zitat von Klaus Beitrag anzeigen
    MOND u.ä. funktioniert nur wenn es eine Kraft gibt die von Materie ausgeht, die erheblich schwächer ist als die Gravitation, aber langsamer sinkt als mit dem Abstandsquadrat.
    Nö! MOND nimmt keine neue Kraft an, sondern eine Modifikation des Gravitationsgesetzes.



    Zitat Zitat von Klaus Beitrag anzeigen
    Ich bin da auch skeptisch, aber bei einem gedrehtem Vorzeichen derselben bei Materie und Antimaterie ließe sich einiges erklären.
    Welches Vorzeichen?



    Zitat Zitat von Klaus Beitrag anzeigen
    Was den Sternenwind bestrifft, sollte die Annihilation desselben eine unverkennbare Gammastrahlungssignatur haben.
    was nicht so einfach zu messen ist.



    Zitat Zitat von Klaus Beitrag anzeigen
    Die Suche müßte dahingehend erfolgen.
    Ja, mit höherer Priorität, wenn man Argumente hat, die das rechtfertigen.



    Zitat Zitat von Klaus Beitrag anzeigen
    Wie genau lassen sich Energie und Herkunftsrichtung von Gammastrahlung messen?
    Gammastrahlen sind Photonen. Bei niedrigerer Energie bekommt man z.B. solche Bilder. Auflösung 15 Bogensekunden bei 1,5 keV

    Aus physikalischen Gründen ist die Abbildung von Gammaquellen (in der Astrophysik schert man sich bei der Namensgebung nicht so sehr an der physikalischen Definition von Gammastrahlung) durch ihre hohe Energie wesentlich schwieriger. Siehe z.B.: https://de.wikipedia.org/wiki/Gammateleskop

    Herzliche Grüße

    MAC

  9. #19
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    Zitat Zitat von ralfkannenberg Beitrag anzeigen
    Hallo zusammen,

    nur eine Frage am Rande: habt Ihr Euch die zugrundeliegende Publikation überhaupt mal angeschaut ?

    Ich habe das noch nicht getan, aber ich habe den Eindruck, Ihr redet über Inhalte, die in dieser Publikation gar nicht vorkommen. Das ist sehr gut und richtig so, aber man sollte doch überprüfen, ob das überhaupt im Widerspruch zur Publikation steht.


    Freundliche Grüsse, Ralf
    Hallo Ralf, hatte es noch nicht aber jetzt getan. Beantwortet einige Fragen. Gesucht wurde nach der Gammastrahlung punktförmiger Quellen, bei einer Nachweisgrenze von Antimateriesternen von bis zu zehn Sonnenmassen in einem bis 70 Parsec Entfernung mit einer Limitierung der Maximalenergie auf die von Proton-Antiproton Reaktionen und somit einer Wahrscheinlichkeit von 95%, daß es sich um Antimateriesterne handelt. Das was für diese Vorbedingung gefunden wurde ist unerwartet viel.

    MfG Klaus

  10. #20
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    Hallo MAC,
    Zitat Zitat von mac Beitrag anzeigen
    Aus physikalischen Gründen ist die Abbildung von Gammaquellen (in der Astrophysik schert man sich bei der Namensgebung nicht so sehr an der physikalischen Definition von Gammastrahlung) durch ihre hohe Energie wesentlich schwieriger. Siehe z.B.: https://de.wikipedia.org/wiki/Gammateleskop
    OK - ich hatte mich nie mit MOND eingehend beschäftigt, da mein dafürhalten immer real vorhandene Materie war.
    Mir war durchaus klar, daß ein Gammastrahlenteleskop schwierig zu realisieren ist. Ich denke aber empirische Nachweise Ockhams Rasiermesser eine Menge Schwung geben und daß es um die Paritätsverletzung als Erklärung des lokalen Materieüberschusses nicht gut steht. Insbesondere weil bisher auch noch 8 Antiheliumkerne registriert wurden.
    Was mir einfällt sind die erwähnte Entmischung oder eine wie auch immer geartete andersweitige Begünstigung der vorwiegenden Entstehung nur einer Materieform, z.B. durch eine Art Selbstkatalyse gefolgt von einer zeitlichen Änderung von Naturkonstanten welche über die Entstehung der einen odere anderen Materieform entscheiden. Eine Entmischung durch Unterschiede in der Anziehung durch die Fernwirkung welcher Kraft auch immer scheint mir am wahrscheinlichsten. Bis zu weiteren empirischen Hinweisen auf die Ursache ist die Sache natürlich reichlich offen.

    MfG Klaus

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