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DER STERNENHIMMEL IM MAI 2018
Sterne des Frühlings und Jupiter in Opposition
von Stefan Deiters
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1. Mai 2018

Neben der hellen Venus, die kaum übersehbar am Abendhimmel strahlt, ist Jupiter der Star des Monats: Der Gasriese erreicht nämlich am 9. Mai seine Oppositionsstellung und ist damit die ganze Nacht über zu sehen. Ansonsten bietet der Sternenhimmel im Frühling allerlei Sehenswertes rund um das Frühlingsdreieck aus Arktur, Spica und Regulus.

Jupiter - Mond

Blick nach Süden kurz vor Mitternacht am 27. Mai 2018: Zu Jupiter hat sich der fast volle Mond gesellt. Bild: astronews.com / Stellarium [Großansicht]

Nach eher herbstlichem Wetter zum Monatswechsel dürften viele für den Rest des Mai auf ein wenig beständigeres Frühlingswetter hoffen. Am nächtlichen Himmel hat sich die Jahreszeit zumindest schon etabliert. Abends bleibt es - nicht nur wegen der Sommerzeit - immer länger hell. So muss man sich etwas gedulden, bis die Sonne untergegangen ist und die ersten Sterne am Himmel sichtbar werden. Dafür wird man dann mit den Sternbildern des Frühlings und einigen Besonderheiten belohnt.

Das Frühlingsdreieck aus den Sternen Arktur im Sternbild Bärenhüter (Bootes), Spica im Sternbild Jungfrau und Regulus im Löwen ist gut zu sehen [Findkarte] und sogar der Sommer ist am Himmel schon auszumachen: So erscheint im (Nord-)Osten langsam das Sommerdreieck, das aus den Sternen Deneb im Sternbild Schwan, Wega in der Leier und Altair im Adler besteht [Findkarte].

Der Große Wagen - ein Teil des Sternbilds Großer Bär - ist das ganze Jahr über am nächtlichen Himmel zu sehen. Die Konstellation befindet sich nämlich nahe genug am Himmelspol und steht im Mai hoch am Himmel. Verbindet man bei diesem Sternbild die beiden der Deichsel abgewandten Sterne zu einer Linie, weist diese den Weg zum Polarstern, der am Ende der Deichsel des Kleinen Wagens liegt.

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Hoch im Osten steht zurzeit das Sternbild Bärenhüter (Bootes) mit seinem Stern Arktur, der Teil des Frühlingsdreiecks ist. Das Sternbild erinnert entfernt an eine Eistüte: Das Eis zeigt etwa in Richtung Nord-Ost, Arktur ist an der Spitze zu finden. Der hellorange leuchtende Stern ist - die Sonne nicht mitgezählt - der dritthellste Einzelstern am Himmel. Ein Grund dafür ist seine relative Nähe von nur rund 34 Lichtjahren. Zudem hat Arktur einen 25 Mal größeren Durchmesser als unsere Sonne. Das System aus Alpha Centauri A und Alpha Centauri B ist, mit bloßem Auge betrachtet, nicht auflösbar und erscheint zusammen heller als Arktur. Die beiden Einzelkomponenten sind es allerdings nicht.

Eine andere Besonderheit von Arktur ist mit bloßem Auge nicht auszumachen: Arktur gehört zu den am schnellsten am Himmel wandernden Sternen seiner Größenklasse. Jedes Jahr bewegt er sich um 2,3 Bogensekunden auf das Sternbild Jungfrau zu. Zum Vergleich: Der Vollmond bedeckt am Himmel etwa 1.800 Bogensekunden oder ein halben Grad.

Wer über ein Fernglas oder ein kleines Teleskop verfügt, kann versuchen, den Kugelsternhaufen M3 zu finden, der im Sternbild Jagdhunde liegt. Er gehört mit zu den schönsten Sternhaufen am nördlichen Himmel und findet sich rund 12 Grad nordwestlich des Sterns Arktur an der Grenze zum Sternbild Bärenhüter. Mit dem Fernglas sieht man allerdings nicht viel mehr als einen verwaschenen Punkt.

M3 wurde von Charles Messier am 3. Mai 1764 entdeckt und ist das dritte Objekt in Messiers Katalog - deswegen auch der Name M3. Der Kugelsternhaufen ist rund 33.900 Lichtjahre von der Erde entfernt und besteht aus über einer halben Million Sternen. Der Haufen hat einen Durchmesser von ungefähr 200 Lichtjahren, die Hälfte seiner Masse findet sich allerdings innerhalb der inneren 22 Lichtjahre. 

Unser Nachbarplanet Venus ist im Mai weiterhin Abendstern und leuchtet hell im Westen nach Sonnenuntergang. Auch unser anderer Nachbar im Sonnensystem, der Rote Planet Mars, wird immer heller und am nächtlichen Himmel deutlich präsenter: Ende Juli erreicht er seine Oppositionsstellung, noch ist er aber ein Planet der zweiten Nachthälfte und wandert im Verlauf des Monats vom Schützen in den Steinbock.

Der Gasriese Jupiter steht am 9. Mai im Sternbild Waage in Opposition zur Sonne. Zu diesem Zeitpunkt stehen Sonne, Erde und Jupiter praktisch in einer Linie. Der Planet ist dadurch die ganze Nacht über zu sehen, geht mit Sonnenuntergang auf und mit Sonnenaufgang unter. Auch seinen geringsten Erdabstand erreicht der Planet um das Datum der Opposition herum: Am 10. Mai sind es rund 658 Millionen Kilometer. Der Ringplanet Saturn wird im kommenden Monat seine Oppositionsstellung zur Sonne erreichen und baut somit seine Sichtbarkeit bis in die Zeit vor Mitternacht aus. Er befindet sich im Sternbild Schütze. 

Für Sternschnuppenfreunde bietet der Mai eher weniger - es sei denn, sie halten sich in südlicheren Breiten auf. Dort sind nämlich die Mai-Aquariden, die aus dem Sternbild Wassermann zu kommen scheinen, ein recht auffälliger Sternschnuppenstrom, der sein Maximum am 6. Mai erreicht. Sie gehen auf den Kometen Halley zurück. Das Maximum der Eta-Lyriden wird am 8. Mai erwartet. Es wird dabei allerdings mit nur etwa fünf Meteoren pro Stunde gerechnet. 

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siehe auch
Der Sternenhimmel im Mai 2018 - ergänzende Informationen
Sternenhimmel - Findkarten - Frühlingsdreieck
Sternenhimmel - Findkarten - Sommerdreieck
Sternenhimmel - Sternkarten
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