Die Frage, was mit der Information geschieht, wenn sie in ein Schwarzes Loch
gerät, gehört zu den grundlegendsten Fragen der modernen Physik. Im 19.
Jahrhundert wurde der Energiesatz entdeckt, nach dem Energie weder erzeugt noch
vernichtet werden kann. Vielmehr wird sie nur von einer Form in eine andere
umgewandelt. Im 20. Jahrhundert kamen immer mehr Physiker zu dem Schluss, dass
dies auch für die Information gelten muss. Wenn dies stimmt, handelt es hierbei um
eines der wichtigsten physikalischen Gesetze.
Aber Schwarze Löcher schienen sich nicht daran zu halten. Wenn etwas in sie
hinein fällt, nimmt ihre Masse zu. Aber die Information darüber, was für ein
Objekt aufgenommen wurde, geht anscheinend verloren. Jahrzehnte lang diskutierte
die Fachwelt über dieses Problem, bis in 1970er Jahren Stephen Hawking und
einige seiner Kollegen, darunter Kip Thorne vom California Institute of
Technology (Caltech) in Pasadena, zeigten, dass Schwarze Löcher die Information
zerstören. Andere Wissenschaftler wie John Preskill (Caltech) hielten dagegen.
Ihrer Meinung nach gäbe es einen – noch unbekannten – Ausweg. 1997 schlossen
Hawking und Thorne mit Preskill eine Wette ab. Der Gewinner erhält vom Verlierer
eine Enzyklopädie seiner Wahl, aus der er jederzeit Information entnehmen kann.
Auf der Konferenz in Dublin gestand Hawking nun seine Niederlage ein. Er fand
einen Weg, wie Informationen im Schwarzen Loch erhalten bleiben und auch an das
Universum zurückgegeben werden. Die Informationen sind zwar schwer wieder zu erkennen, aber
dennoch vorhanden. Gleichzeitig bedeutet diese Erkenntnis aber auch, dass Schwarze Löcher
keine Tore zu einem anderen Universum sein können, wie Hawking es einst selbst
vorgeschlagen hatte.
Kollegen wie John Friedman, Physiker an der Universität Wisconsin, haben
allerdings ihre Zweifel, ob die von Hawking verwendeten mathematischen Methoden
richtig sind: Gerade bei Problemen der Gravitationstheorie, liefern sie oft
schwer zu lösende Gleichungen und auch unendlich große Ergebnisse.
Möglicherweise ist Hawkings Lösung nur scheinbar korrekt und in Wirklichkeit nur ein
Effekt des verwendeten Algorithmus.