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Sonnensystem

Mond: Gewaltiger Einschlag
von Stefan Deiters
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17. März 1999

Daten der NASA-Sonde Lunar Prospector bestätigen eine spektakuläre Theorie für die Entstehung des Mondes: Der Erdtrabant entstand nach einer Kollision unseres Heimatplaneten mit einem Himmelskörper von der Größe des Mars. Der Mond war also einmal Teil der Erde.

Mond
Der Mond: Zu wenig Masse im Kern Foto NSSDC/NASA

Über die genaue Entstehungsgeschichte des Mondes rätseln die Wissenschaftler bis heute. Zur Auswahl stehen drei Theorien: Erde und Mond haben sich entweder in der Geburtsstunde unseres Planetensystems aus der gleichen Staubwolke gebildet, das Mondmaterial wurde in späterer Zeit bei einem gewaltigen Einschlag von der Erde weggeschleudert oder aber der Erdtrabant ist ganz woanders entstanden und wurde lediglich von der Anziehungskraft der Erde eingefangen.

Zumindest gegen die letzte Theorie sprechen Untersuchungen der letzten 30 Jahre, die gezeigt haben, daß die Zusammensetzung des Mondgesteins durchaus mit Funden auf der Erde vergleichbar und damit eine gemeinsame Geschichte der Himmelskörper anzunehmen ist. Die jüngsten Ergebnisse der "Lunar Prospector"-Sonde lassen nun auch die Theorie der gemeinsamen Entstehung unwahrscheinlicher aussehen.

Die Wissenschaftler fanden nämlich heraus, daß der Kern des Mondes weniger als vier Prozent der Gesamtmasse des Himmelskörpers ausmacht. Der wahrscheinlichste Wert liegt sogar bei leicht unter zwei Prozent. Zum Vergleich: Der Eisenkern der Erde enthält etwa 30 Prozent der Gesamtmasse des Planeten.

Wären nun aber Mond und Erde gemeinsam entstanden, sollte das Verhältnis von Kern zu Gesamtmasse in etwa gleich sein. So deutet derzeit vieles darauf hin, daß der Mond seine Existent tatsächlich einer gewaltigen kosmischen Katastrophe verdankt. Der Einschlag eines Himmelskörpers von Mars-Größe muß, so die Theorie der Wissenschaftler, nach Entstehung des Eisenkerns der Erde erfolgt sein. Und aus dem eisenarmen Material von der Erdoberfläche, das in den Orbit hinausgeschleudert wurde, bildete sich schließlich der Mond.

Zur Bestätigung der Theorie müssen nun weitere Ergebnisse von der Mondoberfläche abgewartet werden: Eine noch genauere Vermessung des Mondkernes und eine genaue Elementanalyse des Mondgesteins sollen helfen, dieses Entstehungsszenario weiter zu untermauern.

Lunar Prospector befindet sich seit Januar 1998 im Orbit um den Erdtrabanten und hat zunächst aus einer Höhe von 100 Kilometern den Mond untersucht. Nach einem erfolgreichen Jahr geht nun die Mission der Sonde weiter. Aus einer Höhe von nur noch rund 30 Kilometern erhofft sich die NASA noch genauere Aufschlüsse über Entstehung und Entwicklung des Mondes.

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