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Warum suchen Astronomen nach bewohnbaren Planeten wie der
Erde? Sie zu finden, dürfte doch sehr unwahrscheinlich sein!
Einen Planeten zu finden, der exakt der Erde gleicht, also einen sehr ähnlichen
Zentralstern hat, den gleichen Abstand von diesem und vielleicht sogar noch
einen Mond, dürfte in der Tat nicht einfach sein. Doch ein Planet dieser Art
muss nicht die einzige Welt da draußen sein, die bewohnbar ist. Eventuell könnte
es auch auf anderen Planeten, die in geringerem Abstand um eine leuchtschwächere
Sonne oder in größerem Abstand um eine etwas leuchtstärkere Sonne kreisen,
lebensfreundliche Bedingungen geben. Vielleicht können sich auch ohne einen Mond
für Leben akzeptable Bedingungen entwickeln. Da man sich bislang noch nicht
einmal sicher ist, welche Umstände entscheidend dafür waren, dass sich Leben auf
der Erde entwickeln konnte, scheint vieles möglich. Und genau dies macht die
Suche nach anderen bewohnbaren Welten so interessant.
Diese Suche könnte uns nämlich etwas darüber verraten, wie selten unser
Planetensystem wirklich ist, wie viele ähnliche Systeme es da draußen noch geben
kann und wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass sich irgendwo anders noch
Leben und vielleicht sogar intelligentes Leben entwickeln konnte. Das Ganze hat
zudem auch einen philosophischen Hintergrund: Vor Jahrhunderten galt die Erde
noch als Zentrum des Universums, heute wissen wir, dass sie um eine relativ
gewöhnliche Sonne kreist, die in einem Seitenarm einer gewöhnlichen
Spiralgalaxie liegt.
Bislang wurden kaum Planeten von Erdgröße entdeckt (was vor allem an den
verwendeten Methoden liegt). Vielleicht erkennen wir in einigen Jahren aber,
dass es Millionen von Planeten dieser Größe in der Milchstraße gibt (was nach
jüngsten Untersuchungen nicht unwahrscheinlich erscheint, siehe etwa
Planetenentstehung: Kleine Planeten könnten weitverbreitet sein oder
Extrasolare Planeten: Planeten um fast jeden Stern?). Damit wäre plötzlich
die Chance, unter diesen unzähligen Welten auch eine zweite Erde zu finden,
deutlich größer geworden. Eine faszinierende Perspektive, für die sich Suche
lohnen dürfte. (ds/20.
Juli 2012)
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