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Thema: Fast Radio Bursts: Neues über mysteriöse Radioblitze

  1. #1

    Standard Fast Radio Bursts: Neues über mysteriöse Radioblitze

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    Seit einigen Jahren schon beobachten Astronomen kurze Strahlungsausbrüche im Radiobereich, bei denen es sich in der Regel um einmalige Ereignisse handelt. Nur von einem dieser Fast Radio Bursts konnte man bislang wiederholte Signale empfangen. Diese deuten nun auf einen Ursprung in einer Umgebung mit einem äußerst starken Magnetfeld hin. (11. Januar 2018)

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  2. #2
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    Moin zusammen,
    mal 'ne blöde Frage dazu:
    Zitat Zitat von astronews.com Redaktion Beitrag anzeigen
    - in einem nur eine Millisekunde lang andauernden Radioblitz...
    Ich lese solche zeitlichen Angaben über Ereignisse in kosmologischen Entfernungen öfter, z.B. bei SN, FRB, GRB.
    Ist bei solchen Angaben die Zeitdilatation berücksichtigt (Signaldauer bei Ankunft auf der Erde) oder bereits wieder rausgerechnet worden (Signaldauer bei Aussendung am Objekt) - auf welchen Ort beziehen sich solche Zeitangaben im Allgemeinen?

    Es ist ja auch von Interesse, um folgende Äquivalente relativ einordnen zu können:
    Zitat Zitat von astronews.com Redaktion Beitrag anzeigen
    ist es die gleiche Energie, wie sie unsere Sonne an einem ganzen Tag abstrahlt.
    Vielleicht kann mir hier jemand hilfreich zur Seite stehen?
    Geändert von FrankSpecht (11.01.2018 um 23:49 Uhr)
    cs, Frank
    frank-specht.de

  3. #3
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    Standard

    Hallo Frank,
    die Zeitangaben beziehen sich auf die Messung hier auf der Erde.

    Was einen möglichen Einfluss angeht, finde ich diese Antwort hier nicht schlecht:

    https://astronomy.stackexchange.com/...-time-dilation

  4. #4
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    Hallo Frank,

    ich denke daß man bei solchen Phänomenen die irdische Zeit angeben muß, zumindest so lange bis man weiß woher und welche Ursache. Indiz: dieses Signal ist das Erste seiner Art, daß man einer Galaxie zuordnen kann und daher weiß welche Rotverschiebung zugrunde liegt.

    Herzliche Grüße

    MAC

    PS: RPE war schneller
    Geändert von mac (12.01.2018 um 10:06 Uhr) Grund: PS

  5. #5
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    Moin RPE & MAC,
    vielen Dank für eure Antworten. Ich hatte das schon vermutet

    Heißt das nun im Umkehrschluss, dass Aussagen wie diese
    ist es die gleiche Energie, wie sie unsere Sonne an einem ganzen Tag abstrahlt.
    immer eine untere Schranke darstellen?
    Wenn, sagen wir, der Zeitdilatationsfaktor im zitierten Beispiel 2 ist, würde das Objekt ja in der genannten Zeitspanne eigentlich mehr Energie abstrahlen
    cs, Frank
    frank-specht.de

  6. #6
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    Hallo Frank,
    Bei diesem Objekt glaubt man die Quelle/Ursprungsgalaxis zu kennen und kann daher, mit Hilfe der Rotverschiebung dieser Galaxis, die Energie des Radiosignals errechnen. Diese Energie wird ja über das Integral der Signalstärke ermittelt und das ändert sich nicht, wenn es über die doppelte Zeit eine nur halb so hohe Amplitude zeigt.

    Das bedeutet nicht, daß man die Energie/Ursache am direkten Ursprungspunkt kennen muß, wenn man z.B. eine eventuelle gravitative Rotverschiebung nicht bestimmen kann. Hier kann ich allerdings auch falsch liegen, weil ich bei Weitem nicht alle messtechnischen und Auswertetechnischen Finessen kenne.

    Herzliche Grüße

    MAC
    Geändert von mac (12.01.2018 um 20:52 Uhr)

  7. #7
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    Moin MAC,
    Zitat Zitat von mac Beitrag anzeigen
    Diese Energie wird ja über das Integral der Signalstärke ermittelt und das ändert sich nicht, wenn es über die doppelte Zeit eine nur halb so hohe Amplitude zeigt.
    Möglicherweise ist das mein casus knacksus, den ich noch eruieren muss.
    Ich bin bisher davon ausgegangen, dass sich die Amplitude eben nicht ändert, sondern „nur“ die Signalbreite, so, wie hier dargestellt:
    Zeitdilatation bei Supernovae Ia (Abbildung)
    [EDIT]Noch besser hier

    Dazu aus demselben Artikel:
    Eigentlich läuft die Physik dieser Sternexplosionen immer wieder gleich ab und folglich sollten die Lichtkurven mit der gleichen Zeitskala abklingen. Die Astronomen beobachten jedoch, dass die beobachtete Lichtkurve umso breiter ist, je weiter die Supernova entfernt ist (siehe Abbildung oben). Das ist gerade der kosmologische Zeitdilatationseffekt: weit entfernte Sternexplosionen benötigen aus der Sicht irdischer Astronomen mehr Zeit. Die Supernovaforscher müssen diesen Effekt natürlich herausrechnen, um kosmologische Parameter zu bestimmen - das ist heutzutage Routine bei der Auswertung.
    Gerade diese „Routine“ möchte ich verstehen lernen
    Leider verhindert meine berufliche Situation gerade, intensiver danach zu recherchieren. Deswegen bin ich - rein interessehalber, also nicht wirklich wichtig - für jeden Denkanstoß dankbar
    Geändert von FrankSpecht (12.01.2018 um 22:40 Uhr) Grund: [EDIT] hinzugefügt
    cs, Frank
    frank-specht.de

  8. #8
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    Hallo Frank,

    das ist nicht kompliziert.
    Der Impuls ,vor Ort‘ wurde (z.B.) mit einer Dauer von 1 sek Abgeschickt. Wenn er bei uns mit einem z von 1 ankommt, dann dauert er 2 Sekunden, genau so viel länger wie auch die Wellenlänge seiner Photonen länger geworden ist und sich das vordere und das hintere Ende des Impulses voneinander entfernt haben durch die Expansion des Raumes.

    Das berücksichtigt jetzt allerdings nur die Effekte der Expansion des Raumes.

    Meine Wortwahl ,Amplitude‘ war hier vielleicht nicht deutlich genug?

    Ich versuche es mal anders zu beschreiben:
    Die Quelle sendet eine ,Stoßfront‘ Photonen aus. wenn diese bei uns vorbei kommt, fängt unser Radioteleskop nur noch einen winzigen Bruchteil dieser Photonen auf, eben die, die auf dem Kugeloberfächenanteil, den unser Radioteleskop auffangen kann vorbei kommen.

    Wenn man die Entfernung zur Quelle kennt, kann man ausrechnen wieviele sich insgesamt auf der Kugeloberfläche befinden, weil man ja auch die Einfangfläche seines Radioteleskops kennt

    Die Entfernung konnte durch die Rotverschiebung der vermuteten Ursprunsgalaxis bestimmt werden. Wenn, wie im obigen Beispiel, z = 1 wäre, kämen würde der Impuls doppelt so lange dauern wie ursprünglich ausgesendet, also seine Amplitude (Photonen/Zeit) halb so hoch, aber doppelt so lang sein.

    Hinzu kommt nun aber noch der ,Energieverlust‘ jedes einzelnen Photons durch die Raumexpansion, die es während seiner Reisezeit erfahren hat, die bei eine z von 1 ja einen Faktor 0,5 beträgt.

    Man muß also entweder wissen wie weit weg, oder wie ,hell‘, oder welches z die Quelle oder die ankommenden Photonen haben um den Rest bestimmen zu können und man braucht natürlich noch ein Modell für den Zusammenhang von z, Expansion und Entfernung.

    Herzliche Grüße

    MAC
    Geändert von mac (13.01.2018 um 13:57 Uhr)

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