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Thema: A 2017 U1: Besuch von jenseits des Sonnensystems

  1. #1

    Standard A 2017 U1: Besuch von jenseits des Sonnensystems

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    Astronomen haben mit dem Teleskop Pan-STARRS 1 auf Hawaii ein Objekt entdeckt, das vermutlich nicht aus unserem Sonnensystem stammt. Der vorläufig als A/2017 U1 bezeichnete und rund 400 Meter durchmessende Brocken bewegt sich auf einer Bahn, die es unwahrscheinlich macht, dass es sich um einen herkömmlichen Kometen oder Asteroiden handelt. (27. Oktober 2017)

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  2. #2
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    87,8 km/s beim Perihel sind beeindruckend. ISON brachte es bei einer 20x näheren Perihel-Distanz aber auf 377 km/s. Mit 44km/s Fluchtgeschwindegkeit wird der Körper bald nicht mehr technisch wahrnehmbar sein. Arthur C, Clarke beschrieb 1973 in "Rendezvous mit Rama" ein 50 km großes zylindrisches Raumschiff, dass sich auf einer ähnlichen Bahn der Sonne näherte.
    Als engagierter und faszinierter Laie freue ich mich über Hinweise, die meinen Horizont erweitern.

  3. #3
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    Aber ist damit nicht interstellare Raumfahrt mit nahe an Lichtgeschwindigkeit unmöglich, weil man laufend mit solchen - quasi stehenden - Dingern zusammen stößt?
    Schon in klassischer Mechanik muss die Beschleunigung (a) im Übergang von Ruhe zu Bewegung unendlich groß werden. Ist das nicht schon das Plancksche Wirkungsquantum?

  4. #4
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    Mich macht skeptisch dass das Perihel dieses Dings so nah an der Sonne ist. Das würde man von einem Brocken erwarten, der, z.B. in der Oort-Wolke, kollidierte, dadurch abgebremst wurde und folglich zum Schwerezentrum, der Sonne, fiel.
    Für einen extrasolaren Brocken ist die Wahrscheinlichkeit doch viel größer dass das Ding seinen Perihel weiter von der Sonne weg haben sollte.
    Geändert von Alex74 (28.10.2017 um 16:51 Uhr)

  5. #5
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    Wahrscheinlichkeiten sind bei ohnehin seltenen Ereignissen wenig aussagekräftig. Hätte das Objekt ein ferneres Perihel gehabt, wäre es evtl auch weiter von der Erde gewesen und man hätte von hier die Bahn nicht gut rückrechnen können. 150m Größe auf 30 miokm Distanz bei dieser Wahnsinnsgeschwindigkeit. Ein User eines anderen Forums hat die Anmerkung gemacht, dass das Objekt aus Richtung Wega, einem relativ jungen Stern kam und für die Reise nach astronomischen Maßstäben geringe ca 300.000 Jahre brauchte und von daher die "rote" Färbung sehr interessant sei.
    Als engagierter und faszinierter Laie freue ich mich über Hinweise, die meinen Horizont erweitern.

  6. #6
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    Wieso kann das kein Objekt aus der Oortschen Wolke sein? Die ist doch über den ganzen Himmel verteilt und liegt nicht nur in einer Ebene, und Kometen auf Hyperbelbahnen gibt es öfters.

    mit freundlichen Grüssen
    pane

  7. #7
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    Das Objekt (immer mehr wollen es "Rama" nennen...) hat 25 km/s "im Unendlichen", alle Geschwindigkeiten darüber kommen von der Beschleunigung im Schwerefeld der Sonne.

    Zitat Zitat von frame-dragging
    Aber ist damit nicht interstellare Raumfahrt mit nahe an Lichtgeschwindigkeit unmöglich, weil man laufend mit solchen - quasi stehenden - Dingern zusammen stößt?
    Die Gefahr ist sicher da, aber die Wahrscheinlichkeit extrem gering. Allerdings, wenn man nahe an der Lichtgeschwindigkeit unterwegs ist, sind schon viel kleinere Objekte ein Problem (so zur Veranschaulichung: ab ca. 60% der Lichtgeschwindigkeit setzt ein Impakt gleich viel Energie frei wie wenn das Objekt aus Antimaterie wäre...). So grossen Objekten wie Rama könnte man im interstellaren Raum sogar ausweichen, wenn man sie früh genug entdeckt.

    Zitat Zitat von Alex74
    Für einen extrasolaren Brocken ist die Wahrscheinlichkeit doch viel größer dass das Ding seinen Perihel weiter von der Sonne weg haben sollte.
    Ja - aber da würden wir ihn wohl nicht sehen. Das heisst, es gibt wohl mehr solche Objekte, aber die meisten huschen von uns ungesehen weiter zurück in den interstellaren Raum...

    Zitat Zitat von pane
    Wieso kann das kein Objekt aus der Oortschen Wolke sein?
    Weil es auf einer stark hyperbolischen Bahn unterwegs ist, die Exzentrizität ist 1.2 oder so, was eben den genannten 25 km/s im Unendlichen entspricht (ein Sonnensystem-Objekt hätte e<1 und v_unendlich<0). Die Neigung der Bahn spielt bei der Einordnung als extrasolares Objekt keine Rolle. Es gab schon früher Objekte auf hyperbolischen Bahnen, aber das waren entweder Objekte, die kurz zuvor eine Begegnung mit Jupiter hatten, oder die Bahn war innerhalb der Messunsicherheit immer noch geschlossen.

    Die Geschwindigkeit passt zu der, die man von interstellaren Objekten erwartet. Zudem kam es aus der Richtung des solaren Apexes (die Richtung, in die die Sonne fliegt), also auch genau aus der Richtung, aus der man es am ehesten erwarten würde.
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  8. #8
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    Standard

    Für diejenigen, die die Sternbilder nicht so im Kopf haben: Wega liegt in der Leier (aus dieser Richtung kam der Körper) und der solare Apex liegt im Nachbarsternbild der Leier, dem Herkules.

    Edit:
    Da lt wiki nach den neuesten Daten die Sonne zum Apex mit 19,7 km/s fliegt, gingen damit rund 3/4 der Relativgeschwindigkeit des Systems Sonne - A/2017 U1 von 25,5 km/s auf die Geschwindigkeit des Sonnensystems. Vergleichbare Körper aus der Richtung des Antapex in Sternbild Taube wären also viel zu langsam und der Abstand zur Sonne würde permanent wachsen.
    Geändert von SFF-TWRiker (30.10.2017 um 01:03 Uhr)
    Als engagierter und faszinierter Laie freue ich mich über Hinweise, die meinen Horizont erweitern.

  9. #9
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    Mal ne Laienfrage: Der Sonnenapex ist die Bewegungsrichtung unserer Sonne innerhalb der Galaxie (also relativ zu den Bewegungen der umgebenen anderen Sterne). Dass bedeutet, dass wir uns wenn man den Umlauf aller Sterne um das Galaxiezentrum betrachten schlicht und einfach "schneller" um das Zentrum bewegen als das Sternbild Herkules und wir uns dadurch auf Herkules zubewegen (Abstand nimmt ab). Da der Asteroid aus diesem Bereich stammt bedeutet das ja (für mich als Laien) dass wir das Ding geschwindigkeitsmäßig "eingeholt" haben. Ist das so korrekt ?
    Geändert von 10Andi10 (30.10.2017 um 08:10 Uhr)

  10. #10
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    Dass bedeutet, dass wir uns wenn man den Umlauf aller Sterne um das Galaxiezentrum betrachten schlicht und einfach "schneller" um das Zentrum bewegen als das Sternbild Herkules und wir uns dadurch auf Herkules zubewegen (Abstand nimmt ab).
    Naja, "der Herkules" ist ja keine eigentliche Sturktur, sondern nur eine Reihe von Sternen die man von der Erde aus mit Linien verbunden hat. Wenn wir uns die Bewegung des Sonnensystems durch die Galaxis vorstellen, dann liegt der Herkules einfach "vorne", in Bewegungsrichtung. Die Bewegung der Sonne selbst ist ja eine Kepler-Ellipse, überlagert von einer vertikalen Pendelbewegung. Der Herkules liegt also nicht einmal in der Scheibe, sondern in der Richtung, die sich aus der Kombination von horizontalem Orbit und vertikaler Pendelbewegung im Moment gerade ergibt.

    Da der Asteroid aus diesem Bereich stammt bedeutet das ja (für mich als Laien) dass wir das Ding geschwindigkeitsmäßig "eingeholt" haben. Ist das so korrekt ?
    Kommt halt darauf an, in welchem Bezugssystem. Aber es ist wohl schon so, dass sich der interstellare Asteroid, relativ zum mittleren Sternfeld in unserem Bereich der Galaxis, auf uns zu bewegt hat.
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