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Thema: Mondentstehung: Frontalaufprall auf die Ur-Erde?

  1. #21
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    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Bahnen sind aber nicht konstant. Sofern die Bahnen nicht in einer Resonanz sind, werden zwei Himmelskörper, deren Bahn sich überschneidet, früher oder später zusammenstossen.
    Von je weiter außen so ein Körper kam, desto elliptischer und instabiler dürfte aber seine Bahn gewesen sein. Also ein Ursprung von ungefähr der Bahn des heutigen Jupiter aus ist recht unwahrscheinlich. Von einer Mars- oder Venus-Position aus leuchtet es hingegen schon eher ein.

    Zitat Zitat von Bynaus
    Nun, das innere Sonnensystem hat etwa 200 Mond- bzw. 20 Marsmassen... Und dann dürfte die Akkretion von Embryos zu Planeten nicht perfekt effizient sein. Ein paar hundert dürften es schon gewesen sein.

    Das Problem ist, dass Planeten mit mehr als einer Mond- bis Marsmasse (die Masse hängt etwas von der Entfernung zur Sonne ab sowie von der Dichte der Scheibe) mit ihrer Gravitation ein Loch in der Scheibe öffnen, sie schneiden sich also selbst von der Akkretion von zusätzlichem Material ab. Deshalb stockt die Planetenbildung bei dieser Grösse, und geht erst weiter, wenn die Scheibe weg ist.
    Das wusste ich nicht. Also wenn es eh zu vielen solcher Kollisionen gekommen sein muss, dann ist die Trojaner-Planet-Theorie doch ziemlich unwahrscheinlich gegenüber einem Ursprung des Kollisionspartners irgendwo im inneren Sonnensystem.

  2. #22
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    Ja, die Trojaner-Theorie kam eigentlich vor allem deshalb auf, weil frühe Modelle von einer sehr langsamen Annäherung ausgingen (wie gesagt: je schneller, desto höher der Drehimpuls des Systems, und man versuchte, möglichst den heute beobachteten Drehimpuls zu reproduzieren, also bevorzugte man Modelle, in denen die Kollision möglichst energiearm war - daher die Trojaner-Idee. Aber ich fand diese schon immer etwas gar speziell).
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  3. #23
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    Es gibt da eine interessante neue Theorie zur Entstehung des Mondes.

    Die Astrophysikerin Raluca Rufu vom Weizmann-Institut in Israel bezweifelt die Theorie, wonach ein Kleinplanet das Baumaterial für den Mond mit einem Schlag in die Erdumlaufbahn katapultiert hätte.

    Das Problem an diesem Modell: Der Mond sollte dann hauptsächlich aus dem Material von Theia bestehen, wie Modellrechnungen zeigen.

    Mond und Erde sind sich chemisch gesehen allerdings extrem ähnlich.

    http://www.nature.com/ngeo/journal/v.../ngeo2866.html

  4. #24
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    Ohne jetzt das Paper gelesen zu haben ist die Schwachstelle dieser neuen Theorie sicher, dass ein Mehrfachimpact entweder extrem unwahrscheinlich ist, oder man die Abwesenheit von großen Satelliten bei Merkur, Venus und Mars erklären müsste. Vielleicht kann man ja die Idee mit dem bisherigen Ansatz zusammenkleistern. Prinzipiell ist die Roche-Grenze der Erde so groß, dass Theia vor dem Impact zerkleinert worden sein kann, wenn der Winkel und die Anflugsgeschwindigkeit stimmen.

  5. #25
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    EDIT: sorry folgende Antwort bezog sich auf ein früheres Posting. Mein Fehler. Kommentar zum aktuellen Post folgt.

    Theia muss nicht in der Nähe der Erde (oder gar als trojanischer Planet) entstanden sein. Das ist eine von vielen Ideen, mit denen die Ähnlichkeit in der Sauerstoffisotopie erklärt werden sollte. Aber wenn man in n-body Simulationen anschaut, woher solche Giant Impactors kommen, dann gibt es keine Einschränkung - sie können sich ursprünglich überall gebildet haben und erst später auf einen Kollisionskurs mit der Erde gekommen sein. Auch bei Mars und Vesta ist bei weitem nicht klar, dass sie da entstanden sind, wo sie heute sind - gerade bei Vesta gibt es den Vorschlag, dass sie aus dem inneren Sonnensystem (also innerhalb der Erdbahn) stammt, weil ihre Sauerstoffisotopie so besser zum vermuteten Gradienten passen würde (es gibt noch andere Gründe). Ich würde keinesfalls ausschliessen wollen, dass die Protoerde und Theia eine sehr ähnliche Sauerstoffisotopie hatten, aber sicher ist es auch nicht.
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  6. #26
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    Natürlich erwartet man aber nach der Standard-Hypothese der Akkretion der grossen Planeten Erde und Venus, dass sich da viele "Giant Impacts" hintereinander ereignet haben. Die Planetaren Embryos haben typischerweise Massen zwischen jenen von Mond und Mars, das heisst, es braucht 10 bis 100 grosse Einschläge, um die Erde zu bilden. Im Allgemeinen geht man aber eher davon aus, dass nur ein Bruchteil aller Einschläge zur Bildung von grossen Monden führt. Wie MGZ erwähnt, ist eine potentielle Schwachstelle sicher das Fehlen eines Mondes bei der Venus - allerdings könnte es auch sein, dass diese einen solchen später wieder verloren bzw. akkretiert hat. Wenn sie früh genug langsam genug rotiert (nach Gezeitenbremsung via ihre dichte Atmosphäre), kann das einen Mond schon vom Himmel holen...

    Mehr dazu wenn ich das Paper gelesen habe.
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