Ich habe ein sehr skeptisches Verhältnis zu Modellrechnungen. Da ich in den 80'ger Jahren längere Zeit für ein internationales Institut gearbeitet habe, weiss ich leider nur zu gut, wie manche Modelle enstehen. Zugegeben haben wir im Institut damals eher soziologische als physikalische Modelle aufgestellt. Nach wochenlangen Diskussionen, was alles in ein Modell einzufließen hat, haben wir uns ständig auf den kleinsten gemeinsamen Nenner geeignet. In die Modelle flossen nur Dinge ein, denen alle zustimmen konnten. Im Prinzip wußte aber jeder Mitarbeiter vor dem ersten Modelllauf, was das Egebnis des Laufs bringen würde.
Wenn die Wissenschaftler überrascht waren, dass sie eine Zeit vor dem Urknall erhalten haben, glaube ich das nur insoweit, dass sie nicht vermutet haben, dass die Modellrechnung überhaupt irgendwelche Ergebnisse beim 'Rückwärtsrechnen' liefern würde.
Das kenne ich schon vom Weltmodell von Forrester aus den 70'ger Jahren, das etwas über die Zukunft der Menschheit aussagen sollte. Ich habe damals speziell dieses Modell rückwärts laufen lassen, und war überrascht, das es überhaupt rückwärts lief. Es lieferte allerdings keine Werte, die etwas über die Vergangenheit der Welt aussagten, sondern nur völlig unsinnige Werte. Ich hatte immerhin die Möglichkeit zu sagen, die Ergebnisse des Rückwärtslaufes stimmen nicht, weil die Zahlen der Rückwärtsrechnung nicht mit den geschichtlichen Daten übereinstimmten.
Für mich haben diese Wissenschaftler allenfalls bewiesen, dass es mit so einer Simulation möglich ist, ein Ergebnis zu bekommen, dass zeitlich vor dem Urknall liegt. Das heisst aber nicht, dass die Simulation etwas mit der 'Wirklichkeit' zu tun hat.


Zitieren


Lesezeichen