Bloss, zu was für Kosten? Nehmen wir an, die Reflektoren hätten die Kosten von Papier (hoffentlich eine solide untere Grenze für weisse, flächige Dinge), ca. 1 ct/A4. Dann wären wir bei 16 ct/m^2 und 160000 Euro pro Quadratkilometer. Das Meereseis hat eine maximale Ausdehnung von etwa 16 Mio Quadratkilometern, macht dann stolze 2560 Milliarden Euro - und das bei Kosten von Papier und die einmalige Ausbringung!!!was wäre denn, wenn wir das Nordpolarmeer quasie flächendeckend mit schwimmenden Reflektoren besetzen?
Das verdeutlicht, wie gross die Erde ist, und wie kläglich klein sich jegliche menschliche Massnahmen dagegen ausnehmen. CO2 ist einfach ein enorm starker Hebel im Klimasystem und selbst dafür brauchte es die systematische, zivilisationsweite Verbrennung von fossilen Rohstoffen über Jahrzehnte, um einen merkbaren Effekt zu bewirken. Wirksames Geoengeniering braucht einen ähnlich starken Hebel, und die Albedo ist sicherlich ein offensichtlicher Angriffspunkt.
Ich weiss natürlich, was du meinst, aber sowohl beim Bau (gemittelt über die begrenzte Lebensdauer) als auch beim Betrieb fallen (relativ) geringe CO2-Emissionen an, wie bei allen menschlichen Aktivitäten. Arbeiter müssen hin- und weggefahren werden, Ersatzteile müssen gefertigt, Treibstoff (im Fall von KKW) hergestellt und transportiert werden, etc. Bei Wasserkraft hast du manchmal auch CO2- und Methanemissionen (aus neuen Stauseen, z.B.) wegen verrottender Vegetation u.ä. Die Emissionen sind klein gegenüber fossilen Kraftwerken (typischerweise 5-50 gCO2/kWh vs. 1000 gCO2/kWh bei Kohle), aber eben nicht Null - so lange zumindest, wie auch der Rest der Wirschaft nicht elektrifiziert ist (z.B. Mobilität).nö, KKW´s, Wasserkraft, Windmühlen und Solarparks haben im Betrieb keine CO2 Emissionen.
Ich hatte dich eben erst so verstanden, dass du jede Energieform, die CO2 freisetzt, uniform besteuern möchtest - bei Atom-, Wind- und Solar würde das dann aber wenig Sinn machen. Aber jetzt verstehe ich, dass wir eigentlich dasselbe meinen.
Ich denke, mit einer Kombination aus Ausbau der Erneuerbaren und modernen, sicheren KKWs, steigender Besteuerung aller fossilen Energieträger (man nimmt damit ja letztlich nur das Peak-Phänomen vorweg, bloss dass die Einnahmen dafür in die Staatskasse bzw. die Taschen der Bürger fliessen statt in jene der Erdölfirmen) sowie eine Reihe von kleineren Massnahmen (Subventionierung von Energiesanierungen bei Häusern, strengen neuen Gebäudevorschriften, Subventionierung von Elektrofahrzeugen und Heimarbeit), würde es gelingen, die CO2-Emissionen bis 2050 auf 10-20% des heutigen Wertes zu kürzen.



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