Hm das läßt aber auch nicht viel Spielraum bei Ethan - denn dies ist auch bei -183° C fest
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Hallo Yadgar,
du hast recht, ich habe da was verwechselt. Dennoch - bei - 180 °C ist Ethanol fest und somit als Biosolvens nicht geeignet.
Viele Grüße!
Hm das läßt aber auch nicht viel Spielraum bei Ethan - denn dies ist auch bei -183° C fest
Hallo Frankie,
Ethan ist - ebenso wie Methan - ein unpolares Lösungsmittel. Im Gegensatz zu Wasser oder meinetwegen auch Ethanol, die polare Lösungsmittel sind, besitzen sie sehr mangelhafte Qualitäten, um als Biosolvens geeignet zu sein. Ein hypothetischer Mikroorganismus auf Titan müsste hinreichend komplex sein, um Stoffwechselprozesse koordiniert ablaufen lassen zu können, einschließlich eines funktionierenden Vererbungsmechanismus', der zu funktionsfähigen Tochterzellen führt. Die u.a. dazu nötigen Membransysteme müssten Methan bzw. Ethan diffundieren lassen, polare Lösungsmittel jedoch nicht. Unsere irdischen Membranen sind genau andersherum "gepolt". Sie lassen Wasser hindurch und halten flüssige Alkane (z.B. Paraffinöl) ab. Unpolare Lösungsmittel würden also nur unpolare Chemikalien "im Schlepptau" mit sich führen können.
Schauen wir uns an, was die Chemie der Titanatmosphäre und -oberfläche so in sich birgt, dann stoßen wir zumeist auf polare Chemikalien, die sich in Methan oder Ethan nicht lösen würden (u.a. Tholine, die aus komplexen Verbindungen aus Kohlenstoff und Stickstoff mit Wasserstoff bestehen, welche in Wasser übrigens Aminosäuren bilden!). Für eine chemische Evolution, die der biologischen vorangeht, würden also nur unpolare Chemikalien verfügbar sein, falls sich Methan oder Ethan als Biosolvens durchsetzen würde. In Frage kommende Stoffklassen wären Alkane, Alkene, Alkine sowie Aromaten (Benzen-Abkömmlinge). Diese Stoffe könnten allerdings keine Stoffwechselketten bzw. -kreisläufe ausbilden, da ihnen Seitenketten fehlen, die katalytisch wirksam werden könnten. Unsere irdischen Proteine entfalten ihre Wirksamkeit infolge der passenden Positionierung geeigneter Seitenketten (polar, sauer oder basisch) im aktiven Zentrum, wo die Substrate via Schlüssel- und Schloss-Prinzip zusammenkommen.
Unpolare Stoffe können sich zwar verketten und verzweigen, aber wegen der fehlenden polaren Seitenketten können sie keine Biokatalysatoren bilden. Ohne Biokatalysatoren gibt es keine koordinierte Abfolge von Stoffwechselprozessen und ohne diese kann man ein hypothetisches Vesikel mit unpolarem Lösungsmittel nicht lebendig nennen. Daher glaube ich nicht an ein irgendwie geartetes dort entstandenes Lebewesen, welches Ethin und Wasserstoff zu Methan verarbeitet, sondern eher an die katalytische Aktivität der dort allfälligen Tholin-Partikel, deren Oberfläche wahrscheinlich an Rußpartikel erinnert und damit ähnlich wie Aktivkohle wirkt.
Viele Grüße!
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Es kann sein, dass dort primitives Leben ist (hochentwickeltes gibt es nur in Deutschland), aber es gibt ja auch noch andere Möglichkeiten.
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