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Thema: Kalte Fusion

  1. #21
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    Fallen euch gute Gründe ein, wieso es so simpel sein soll, eine unkontrollierte Fusions-Kettenreaktion zu verhindern
    Weil es in der Natur keine "Fusions-Kettenreaktionen" gibt.
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  2. #22
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    Rotes Gesicht Kalte Fusion statt kalter Füße

    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Weil es in der Natur keine "Fusions-Kettenreaktionen" gibt.
    Dann entschuldige bitte die unpräzise Formulierung. Manchmal bin ich echt enttäuscht darüber, wie schnell man sich hier so fühlt, als wäre man ohne über Los zu gehen im Knast gelandet.

    Ich hätte aber vermutlich besser fragen sollen, ob die Reaktionsbedingungen, die laut Rossi eine lange Zeit stabil aufrecht erhalten bleiben und nur einen winzigen Teil der beteiligten Ausgangsprodukte umsetzen, nicht durch (un)gewollte Umkonfiguration in einen metastabilen bis instabilen Zustand überführt werden könnten. Anders ausgedrückt: wie ihr im Thema Interstellare Reise bereits betont habt: jede nukleare Energiequelle kann anderweitig als Waffe eingesetzt werden bzw. zumindest eine Katastrophe herbeiführen - Patent hin oder her. Kalte Fusion dürfte da wohl keine Ausnahme sein (obwohl Rossi sich ja das Hintertürchen offen lässt und nicht von kalter Fusion sprechen möchte).

    Zum Thema nukleare Fusions-Kettenreaktion sei eventuell noch angemerkt, dass es mir für diese Begrifflichkeit ausreicht, wenn die Reaktion eines Teils der Ausgangsprodukte innerhalb eines geschlossenen Systems mehr Energie umsetzt, als zur Aufrechterhaltung der Reaktionsbedingungen benötigt würde und Folgereaktionen so begünstigt würden, dass ein (menschliches) Reagieren unmöglich wäre. Vielleicht hilft dabei auch der Einwand, dass nicht jede Kette gleich ein Baum sein muss (ich mag zwar so manches Decolleté, aber bitte ohne Collier ). Ich habe nichts über eine exponentielle, sondern ausschließlich eine unkontrollierte Kettenreaktion wissen wollen. Ich würde beispielsweise das Zünden der Wasserstoffhülle in Roten Riesen dazu zählen. Bumm - an - bleibt an, bis die äußeren Reaktionsbedingungen nicht mehr stimmen (Druck, Temperatur und "Du kommst hier nich raus" - Gravitation).

    Mir ist da soeben auch noch ein schöner Artikel über den Weg gelaufen:

    http://www-naweb.iaea.org/napc/physi...er37_Vol31.pdf

    Sei es drum, mir gefällt das Thema so gut, ich könnte mir vorstellen, sollte der Rossi-mator im Oktober laufen, mal 'nen Kasten Bier auszugeben, damit wir uns dafür fremdschämen können, nicht selbst auf diese Energiequelle gestoßen zu sein. Dagegen können jetzt hoffentlich nur die Abstinenzler nein sagen!

  3. #23
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    Manchmal bin ich echt enttäuscht darüber, wie schnell man sich hier so fühlt, als wäre man ohne über Los zu gehen im Knast gelandet.
    Das war eine völlig normale Antwort, ich verstehe nicht wieso Du das so negativ assoziierst?

    jede nukleare Energiequelle kann anderweitig als Waffe eingesetzt werden
    Das heißt ja nicht, daß dafür zwingend eine Kettenreaktion nötig ist; das geht vielmehr darauf ein daß überall wo richtig viel Energie frei wird diese eben auch irgendwie zerstörend verwendet werden kann.

    Kalte Fusion dürfte da wohl keine Ausnahme sein
    Das ist immernoch davon abhängig, ob das funktioniert, uud wenn ja, ob da prinzipiell auch viel Energie bei raus kommt. Wenn das z.B. nur ein Phänomen ist, das durch statistische Quanteneffekte selten einmal vorkommt (wie etwa in der Sonne), dann wird da praktisch nichts bei rauskommen.

    Zur Erinnerung: man muß in einem heißen Kernfusionsreaktor das Plasma auf gute 100.000.000 Grad bringen damit das Zeug fusioniert.
    In der Sonne klappt das nur deswegen bei 15.000.000 Grad weil dort eine irre Dichte herrscht und der Tunneleffekt die Fusion gerade noch so zuläßt - bei einem Teilchenzusammenstoß von Trillionen.

    Zum Vergleich: Ein Mensch verliert nur durch die Wärmestrahlung die er abgibt mehr Energie relativ zu seiner Masse als die Sonne.
    Damit wird klar, wie ineffektiv die auf solche Quanteneffekte angewiesene heiße Fusion ist (in größeren Sternen gibt es dagegen andere Fusionsketten, die sehr viel effektiver sind - daher leben die Dinger auch nur ein paar Millionen Jahre, trotz der 30-fachen Masse).

    Sollte diese Kalte Fusion - wenn es sie gibt - also auf so einem Quanteneffekt beruhen, dann wird die Energieausbeute derart gering sein, daß:
    -es wohl keinen praktischen Nutzen geben kann, der sich auch wirtschaftlich umsetzen läßt
    -es somit auch kein Wunder wäre, daß nicht ein Lebewesen auf der Erde diese Energiegewinnungsart entwickelt hat.

    Gruß Alex

  4. #24
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    Zitat Zitat von Runzelrübe
    Manchmal bin ich echt enttäuscht darüber, wie schnell man sich hier so fühlt, als wäre man ohne über Los zu gehen im Knast gelandet.
    Das war nicht meine Absicht. Ich hab nur deine Frage beantwortet. Es gibt Fissions-Kettenreaktionen (in Uran, Plutonium, etc.), aber keine Fusions-Kettenreaktionen.

    Ich hätte aber vermutlich besser fragen sollen, ob die Reaktionsbedingungen, die laut Rossi eine lange Zeit stabil aufrecht erhalten bleiben und nur einen winzigen Teil der beteiligten Ausgangsprodukte umsetzen, nicht durch (un)gewollte Umkonfiguration in einen metastabilen bis instabilen Zustand überführt werden könnten.
    Sagen wirs mal so: Nach allem, was wir wissen, sollte Rossis Maschine nicht funktionieren, bzw., sie sollte nicht in der Lage sein, aus Nickel und Wasserstoff Kupfer hrezustellen und daraus Energie zu beziehen.

    Nun gut, vielleicht haben wir uns geirrt, und sie funktioniert tatsächlich. Möglich. Dann gibt es, strenggenommen, auf deine Frage keine Antwort: woher soll man das wissen, wenn es sich um ein neues, bisher unerklärliches Phänomen handelt? Man kann sich allerdings auch die Erklärungen derjenigen ansehen, die sich für "LENR-CANR" interessieren, also diese angeblichen Fusionsreaktionen auf tiefem energetischem Niveau. Manchmal werden hier "ultra-langsame" Neutronen bemüht, die mit einem Nickelisotop verschmelzen, worauf dieses zu einem stabilen Kupferisotop zerfällt. Es ist nicht ersichtlich, wie so etwas jemals zu einer Kettenreaktion führen soll, denn die "ultra-langsamen" Neutronen werden beim Nickel-Kuper-Zerfall nicht produziert. Man muss sie ständig herstellen, damit die Reaktion am Laufen bleibt.

    Zitat Zitat von Alex
    Zum Vergleich: Ein Mensch verliert nur durch die Wärmestrahlung die er abgibt mehr Energie relativ zu seiner Masse als die Sonne.
    Damit wird klar, wie ineffektiv die auf solche Quanteneffekte angewiesene heiße Fusion ist
    Das liegt aber vor allem daran, dass die Sonne die nötigen Temperaturen und Drucke durch die Gravitation erreichen muss, die Gravitation aber eine sehr schwache Kraft ist. Schafft man es, T und p durch die elektromagnetische Kraft aufzubauen (wie in ITER, oder im Polywell-Reaktor), kann man viel höhere Effizienzen (nutzbare Energieabgabe pro Masseneinheit) erreichen. Wir reden jetzt hier aber von der heissen Fusion.

    Wie sieht es mit der Kalten Fusion aus? Schwierig zu sagen, denn die soll ja gerade nicht über hohes T und p funktionieren, die Quanteneffekte, die bei der Fusion von H zu He spielen, sind hier unwichtig. Entsprechend ist es auch schwierig zu sagen, wie effizient sie wäre. Aber ich stimme dir zu, dass es seltsam ist, dass keine Lebensform auf der Erde diese Energiequelle - so sie denn existiert - zu nutzen gewusst hat.
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  5. #25
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    Vielleicht kann ich das plausibel machen:
    Alle Lebewesen der Erde nutzen Energiequellen, die in eV portioniert sind. Die chemischen Bindungen entstehen und vergehen auf dieser Energie-Größenordnung. Mit Kernreaktionen, deren Energie im Bereich von keV bis MeV liegt, kann nicht zuverlässig und effizient ATP produziert werden. Eher wird die DNA durch hochenergetische Teilchen geschädigt.

  6. #26
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    Morgen,
    kleine Offtopic Frage: Bei der Polywellfusion kann man ja direkt Strom aus dem Feld gewinnen, geht das beim Tokamak nicht auch?

    mfg

  7. #27
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    Guten Morgen,

    da ich selber im Energiebereich unterwegs bin, interessiert mich dieses Thema sehr.
    Mittlerweile bin ich der Meinung, dass Rossi und Co seriöse Arbeit leisten (Ein Betrug in dieser Größe wäre äußerst bescheuert).
    Die Geheimniskrämerei hat für mich den Grund, dass er es 100pro vermeiden will, Aufmerksamkeit zu erregen. Vor allem von der alteingesessenen Ölindustrie usw.
    Deshalb gibt es solche Briefkastenfirmen wie die in den USA und "Defaklion Green Industries" in Athen. Ich bezweifle auch, dass sein 1MW-Kraftwerk wirklich in Athen gebaut wird, sondern irgendwo anders.
    Meine Vermuting bestätigt dieser Kommentar http://www.journal-of-nuclear-physic...#comment-23263 bzw. die Antwort darauf.
    In anderen Kommentaren wurde desweiteren darauf hingewiesen, dass das 1MW-Kraftwerk auch komplett innerhalb eines Kubikmeters passen könnte, gebaut wird aber wohl eine Reihen/Parallelschaltung von kleinen Anlagen. Eventuell wird das Kraftwerksgebäude von außen garnicht als solches zu erkennen sein.

    Ich bin jedenfalls gespannt auf die Ergebnisse im Oktober.

    PlanetHunter

  8. #28
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    Die Geheimniskrämerei hat für mich den Grund, dass er es 100pro vermeiden will, Aufmerksamkeit zu erregen.
    Wenn er bis zum Bau des Kraftwerks keine Aufmerksamkeit erregen wollte, hätte er sich Pressekonferenzen sparen sollen.

    Gruß Alex

  9. #29
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    Zitat Zitat von Kibo
    kleine Offtopic Frage: Bei der Polywellfusion kann man ja direkt Strom aus dem Feld gewinnen, geht das beim Tokamak nicht auch?
    Nein. ITER produziert Neutronen (aus D + T = He4 + n), mit denen Wasser (jenseits der Tokamak-Wand) geheizt wird. Da He wird nicht genutzt. Polywell produziert He (entweder aus D + D oder aus pB11), dessen Energie per Induktion direkt genutzt werden kann.
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  10. #30
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    Sagen wirs mal so: Nach allem, was wir wissen, sollte Rossis Maschine nicht funktionieren, bzw., sie sollte nicht in der Lage sein, aus Nickel und Wasserstoff Kupfer hrezustellen und daraus Energie zu beziehen.
    -> Zur Geheimniskrämerei:
    Ehrlich gesagt, wenn wir von solchen Energiemengen reden, dann ist es mir ehrlich gesagt schnuppe, wie die da rauskommt...

    Wenn er mit so wenig Gramm Wasserstoff und Nickel solche Energien freisetzen kann, dann können von mir aus in seinem mysteriösem Kasten Zauberkobolde sitzen, die mit der Kraft ihrer Gedanken den Wasserstoff in Energie verwandeln und das Nickel in Kupfer verzaubern.



    Damit will ich sagen, warten wir ab bis Oktober.
    Man muss nicht einmal in den Kasten reinschauen, solange da die Energie rauskommt, hat er es doch bewiesen, dass er so Energie erzegen kann. Den Hergang kann man nachher untersuchen.

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